Institut für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik
Das Institut, seine Professoren und Mitarbeiter
Am Institut für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik forschen verschiedene Arbeitsgruppen um die Professoren:
- Prof. Dr.-Ing. Michael Arnemann
- Prof. Dr.-Ing. Marco Braun
- Prof. Dr.-Ing. Jan Hoinkis
- Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Kauffeld
Weitere Informationen: - Prof. Dr.-Ing. Maurice Kettner
- Prof. Dr.-Ing. Matthias Stripf
- Prof. Dr.-Ing. Matthäus Wollfarth
Unterstützt werden die sieben genannten Professoren durch derzeit 20 wissenschaftliche Mitarbeiter.
Neben diesen Mitarbeitern werden auch Studierende in die Forschungsvorhaben eingebunden, entweder über Abschluss- und Projektarbeiten oder über ihren Einsatz als studentische Hilfskräfte-
Studienschwerpunkt Kälte-, Klima- und Umwelttechnik
Die Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik bietet den Studienschwerpunkt Kälte-, Klima- und Umwelttechnik (KKU) bei folgenden Studiengängen an: Bachelor of Engineering (B. Eng.)
- Maschinenbau
- Mechatronik
Auch bei Kälte- und Klimaanlagen muss in Zukunft der Energiebedarf stark reduziert werden. Es gibt jedoch keine bzw. kaum Ingenieure mit den notwenigen mechatronischen und kältetechnischen Kentnissen. Daher haben Studierende mit dem Schwerpunkt KKU sehr gute Berufsaussichten.
Sie erwerben Kenntnisse in zukunftsträchtigen und innovativen Feldern der Kälte-, Klima- und Umwelttechnik und können dazu beitragen, umweltfreundliche Verfahren zu entwickeln. Studierende dürfen dabei in aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mitarbeiten. Auch die kostenlose Mitgliedschaft im Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Verein e. V. (DKV) hilft ihnen, ein ganz persönliches Netzwerk aufzubauen.
Kälte- und Klimatechnik
Seit Urzeiten versucht der Mensch seine Umgebung und auch seine Lebensmittel zu temperieren. Höhlen wurden durch Feuerstellen erwärmt, Fleisch durch Kühlung in Schnee haltbar gemacht.
Über Jahrtausende stand das Heizen im Vordergrund, doch seit der Römerzeit gibt es auch Bestrebungen zur gezielten Abkühlung von Räumen, was heute mit dem Begriff „Klimatechnik“ umschrieben wird. Raumlufttechnische Anlagen, die neben dem Heizen auch das Kühlen sowie Be- und Entfeuchten beherrschen, existieren erst seit rund 100 Jahren.
Kältetechnik wird in vielen Gebieten der Technik und des täglichen Lebens eingesetzt, wie z. B. bei der Kühlung von Lebensmitteln, bei Klimaanlagen in Gebäuden und Fahrzeugen oder auch bei der Rechnerkühlung.
Heute werden nicht nur Bürogebäude, Wohnräume und Autos klimatisiert, sondern auch Operationssäle, Theater, Einkaufszentren, Flug- und Weltraumfahrzeuge, Eisenbahnen und vieles mehr.
Umwelttechnik
Umwelttechnik ist eine typische Querschnittstechnologie, bei der eine breite Palette von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen praktische Anwendung findet. Einige typische Felder der Umwelttechnik sind:
- Abwasser- sowie Prozesswasserreinigung und Wiederverwendung durch Einsatz unterschiedlicher Technologien, wie biologische Reinigung und Filtrationstechniken
- Abgas- und Abluftreinigung in der Automobiltechnik und Industrie
- Abfallmanagement und Wertstoffrecycling
- Ökobilanzen und Ökomanagement
- Neue Technologien der Energietechnik, wie z. B. der Einsatz von Brennstoffzellen.
Übersicht über die Laboratorien
Innerhalb des Studienschwerpunkts Kälte-, Klima- und Umwelttechnik erhalten die Studierenden die Möglichkeit, das in den Vorlesungen erlernte Wissen praktisch anzuwenden. Der Studienschwerpunkt verfügt über folgende Labore:
- Kältemaschinenlabor für vorlesungsbegleitende Übungen mit kältetechnischen Versuchen zu verschiedenen Themen der Kältetechnik, z. B.:
- Aufbau und Inbetriebnahme von Kälteanlagen
- Fehlersuche an Kälteanlagen
- Tieftemperaturkaskade
- Kältemaschinenlabor für Studien- und Abschlussarbeiten sowie Forschungsprojekte:
- Wärmeübergang in Minichannel-Profilen
- Eisbrei-Versuchsanlagen
- Fahrzeugklimatisierung
- Klima- und Kältekammern für Temperaturen von -50 °C bis +50 °C
- Demonstrationsklimaanlage zur Hörsaalklimatisierung
- Umwelttechnisches Labor
Weitere Informationen zu den Einrichtungen des Instituts finden Sie hier: Laboratorien IKKU
Vorlesungen und Laborübungen
in den Laboren des Instituts für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik finden Vorlesungen bzw. Laborübungen zu folgenden Themen statt:
- Thermodynamik
- Wärmeübertragung
- Klimatechnik
- Kältetechnik
- Fahrzeugklimatisierung
- Labor für Kältemaschinen und Wärmepumpen
- Ice Slurry
- Simulation thermischer Systeme
Aktuelles, Termine und Veranstaltungen
Offene Abschlussarbeiten im Bereich Kälte-, Klima- und Umwelttechnik
Folgende Abschlussarbeiten/Themen sind noch offen. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte den entsprechenden Professor/Mitarbeiter.
Bereich Eisbrei:
- Konstruktion und Aufbau eines Moduls zur Messung rheologischer Parameter in Eisbreigemischen (Kürzel: ISRAM)
- Inbetriebnahme einer Partikelanalysezelle und Evaluation verschiedener bildgebenden Verfahren und Partikelanalysemethoden (Kürzel: IPAM-Tests)
Bereich Motorentechnik:
Wintersemester 2012/13
Neuer Professor für den Schwerpunkt Energieeffizienz
Zum 1. September 2012 wird Dr.-Ing. Matthias Stripf eine Stiftungsprofessur „Kälte-, Klima- und Umwelttechnik mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz“ an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft antreten. mehr
Herr Eike Kastens mit Herrn Jürgen Becker, Staatssekretär im Umweltbundesamt bei der Preisverleihung in Berlin am 20. März 2012
Deutscher Kältepreis für Wirtschaftsingenieur
Für seine hervorragende Abschlussarbeit zum Wirtschaftsingenieur hat Herr Eike Kastens den mit 10 000 € dotierten Deutschen Kältepreis 2012 der ersten Kategorie erhalten. Die Arbeit wurde in Zusammenarbeit der Fakultät W, der EnBW AG und der SFA-Drucklufttechnik GmbH durchgeführt.
Herr Kastens realisierte ein Verfahren, in dem die Abwärme von Druckluftkompressoren zum Antrieb einer Absorptionskältemaschine genutzt wird, die kaltes Wasser im Bereich von +5 °C erzeugt. Mittels des kalten Wassers können beispielsweise Räume klimatisiert und entfeuchtet oder Prozesse gekühlt werden.
Auf diese energieeffiziente Weise kann auf eine in der Vergangenheit notwendige herkömmliche Klimaanlage oder Kältemaschine verzichtet werden, die zusätzliche Elektroenergie benötigt. Die Amortisationszeiten für die prämierten Systeme mit ölgeschmierten und ölfreien Kompressoren betragen ohne Zuhilfenahme staatlicher Fördermöglichkeiten vier bzw. sieben Jahre.
Refrigeration and Air Conditioning (RAC) – Internationaler Kälte- und Klimatechnik- Lehrgang wurde an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft erfolgreich veranstaltet
Bereits zum dritten Mal wurde vom 12. bis 23. September 2011 der englischsprachige Kontaktstudi-engang „Refrigeration and Air Conditioning“ zu Themen der Kälte- und Klimatechnik an der Hochschule Karlsruhe durchgeführt – mit weltweiter Resonanz: Die Teilnehmer kamen wie in den Jahren zuvor aus aller Welt. Indien, Polen, Dänemark, Mexiko, China und Russland - die Wege nach Karlsruhe waren nicht zu weit, um an diesem zehntägigen Weiterbildungskurs teilzunehmen.
Das Programm des diesjährigen Kurses beinhaltete nicht nur Grundlagen, Komponenten und neueste Systeme der Kälte- und Klimatechnik, auch Spezialthemen wie z.B. Gewerbe-, Industrie- und Trans-portkühlung oder auch der Aufbau modernster Klimaanlagen wurden behandelt. Darüber hinaus wur-den die Kursteilnehmer über die neuesten Entwicklungen in Klimaschutz und Energieeffizienz infor-miert.
Um Praxisbezüge herzustellen und den Teilnehmern das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten leichter zu vermitteln, wurde die in den Vorlesungen erlernte Theorie direkt in den verschiedenen La-boratorien der Hochschule in praktischen Übungen angewendet. Besuche bei Unternehmen wie bei-spielsweise einer Bellheimer Brauerei und Supermärkten mit modernsten Kälteanlagen rundeten das intensive Weiterbildungsprogramm ab. Zum Abschluss wurde das frisch erlernte Wissen der Teilneh-mer bei einem Test geprüft, den alle erfolgreich absolvierten und daraufhin ein entsprechendes Hoch-schulzertifikat erhielten.
Mittlerweile ist dieser jährlich durchgeführte Weiterbildungskurs innerhalb des europäischen Kredit-punktsystems zertifiziert. Er kann mit 4 ECTS-Punkten angerechnet werden und ist somit auch für Studierende in entsprechenden Masterstudiengängen von Interesse.
Der nächste Kurs ist für 10 bis 21. September 2012 geplant. Weiter Informationen hierzu sind bei Prof. Dr. Michael Kauffeld, Leiter des Instituts für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, unter michael.kauffeld[at]hs-karlsruhe.de erhältlich.
Kursteilnehmer im Kältelabor der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Die Forschungsbereiche, -vorhaben und -projekte
des Instituts für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik
Eisbrei
Ein Forschungsschwerpunkt des IKKU befasst sich mit den thermodynamischen Grundlagen der Eisbreierzeugung, -alterung sowie der Wärmeübertragung bei der Eisbreiproduktion und -abschmelzung.
Was ist Eisbrei?
Wird eine flüssige Lösung aus Wasser und einem gefrierpunktserniedrigendem Additiv, z.B. Salz oder Ethanol, soweit abgekühlt, dass sich Eiskristalle (0,1 – 0,5 mm) ausbilden, liegt ein 2-Phasen-Gemisch mit der Bezeichnung Eisbrei (engl.: Ice Slurry) vor. In Abhängigkeit des Zusatzes und dessen Konzentration wird der Gefrierpunkt auf eine bestimmte Temperatur unter 0 °C gesenkt. Bei Betriebstemperatur liegen Wasser als flüssige und feste Form sowie das Additiv in flüssiger oder in im Wasser gelöster Form vor, sozusagen Flüssigkeit (Kälteträger) und Eiskristalle. Dieses Verhalten ermöglicht die Verwendung des umweltfreundlichen Kälteträgers Wasser bei Einsatztemperaturen unterhalb seines Gefrierpunktes. Die Bezeichnung als Brei basiert auf dem viskosen Fließverhalten, das bei den meisten Mischungsverhältnissen einem Bingham-Fluid mit einer Anfangsschubspannung entspricht.
Der Kälteträger hat eine deutlich höhere Energiedichte (mehrfach höher als flüssiges Wasser) und einen bis zu 100 % höheren Wärmeübergang. Eisbrei wird erfolgreich und mit entsprechender Energieeinsparung eingesetzt, z.B. in Brauereien zur Bierkühlung, in Krankenhäusern zur Lebensmittelkühlung, auf Fischkuttern als Scherbeneisersatz oder auch zur Raum- bzw. Gebäudekühlung.
Derzeit arbeiten am IKKU zahlreiche wissenschaftliche Mitarbeiter in diversen Forschungsprojekten zum Thema Eisbrei. Insbesondere das Partikelwachstum und dessen Einfluss auf die Viskosität und den Wärmeübergang sind Themen von bearbeiteten Forschungsprojekten.
Auch fehlt es immer noch an einem kostengünstigen und zuverlässigen Eisbreierzeugungsverfahren. Hier werden Untersuchungen zur Eiskristallbildung in strömenden Flüssigkeiten durchgeführt, die zukünftig um grundlegendere Untersuchungen ergänzt werden sollen.
Forschungsprojekte:
Studentische Projekte:
Motorentechnik
Weitere Informationen zum Forschungsbereich Motorentechnik finden Sie hier:
Minichannel
Das IKKU verfügt über Versuchseinrichtungen zur Messung des inneren Wärmeübergangskoeffizienten in Minichannelprofilen sowie einen Klimawindkanal, der die Vermessung von Wärmeübertragern bis zu einer Frontfläche von 700 x 700 mm gestattet.
Die bisherigen Erkenntnisse auf dem Gebiet des Wärmeübergangs beim Verdampfen in Mini- und Mikrokanälen werden derzeit in neue Anwendungsfelder übertragen, z. B. für die Kühlung von Spritzgussformen und Werkzeugschneiden
Kaltluftprozess
Die Mitglieder des IKKU haben 4 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet von Kaltluftprozessen, die insbesondere für tiefe Temperaturen von Interesse sind.
Alle derzeit in diesem Bereich eingesetzten sogenannten Sicherheitskältemittel sind vollfluoriert mit entsprechend hohem Treibhauspotenzial. Hier sind in absehbarer Zeit Reglementierungen zu erwarten und die Hersteller von entsprechenden Kälteanlagen bzw. -kammern werden sich nach Alternativen
umsehen.
Thermomanagement im Fahrzeug
Der Einsatz elektrischer Antriebe im Straßenverkehr erfordert neue Ansätze für die Klimatisierung der Kabine und der Batterie (Kühlen und Heizen).
Am IKKU werden auch unkonventionelle Konzepte zur Kälteerzeugung und Heizung untersucht wie auch bewertet. So soll das Thema energieeffizientes Kühlen und Heizen im Fahrzeug künftig stärker berücksichtigt werden.
Energieeffizienz von Kälteanlagen
Die Bundesregierung möchte den Elektroenergieverbrauch bis 2020 um 11 % senken. Kälte- und Klimaanlagen in Deutschland verbrauchen ca. 14 % dieser Energie und verfügen über hohe Einsparpotentiale.
Teurere, aber energieeffiziente Lösungen können sich über die Lebenszeit der Anlage rechnen, jedoch spielen Lebenszyklusbetrachtungen bisher kaum eine Rolle. Um hier ein Umdenken zu erreichen, ist es wichtig, den betroffenen Branchen entsprechende Alternativen anzubieten, welche am IKKU bereits entwickelt wurden.
Elektrische Energieverbraucher in einem typischen Supermarkt, bei welchen eine Energieeinsparung durch verschiedene Maßnahmen möglich ist.
Blockheizkraftwerke
Das IKKU ist derzeit mit drei Blockheizkraftwerken (BHKW) der Firma Mayer & Cie sowie je einem vom Typ Whispergen und „Dachs“ der Firma Senertec ausgestattet.
Neben dem Wirkungsgrad ist bei BHKW-Antrieben die Reduzierung der Schadstoffemissionen von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist die Verringerung der Investitions- und Betriebskosten ein wichtiger Schlüssel zu wirtschaftlichem Betrieb. Durch hohe Betriebsstundenzahlen ergeben sich hier besonders große Herausforderungen für die Entwicklung.
Das IKKU arbeitet derzeit an neuen Zündsystemen sowie Emissionsminderung.
Blockheizkraftwerk der Firma Senertec
Umwelttechnik - Wasseraufbereitung bzw. -reinigung
Das IKKU hat umfangreiche Aktivitäten im Bereich Wasserbehandlung und Wasserrecycling, welche zukünftig noch vertieft bzw. erweitert werden sollen.
Hierbei spielt die sogenannte Membranbioreaktor (MBR) Technik eine besondere Rolle. Das Ziel der Forschung ist es MBR Membranen zu entwickeln, welche u. A. eine bessere Trenngrenze aufweisen.
Weiteres Projekt:
Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks zwischen europäischen und asiatischen Partnern, um innovative Verfahren zur Trinkwasseraufbereitung und Reinigung industriellen Abwassers zu entwickeln und vor Ort zu testen.
Hintergrund: In China und Bangladesch bereitet das industrielle Abwasser der Textilindustrie große Probleme und in direkter Folge die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. In Bangladesch ist außerdem das aus Brunnen gewonnene Trinkwasser in vielen Fällen stark arsenbelastet.
Abwasserbehandlung in einer Textilfabrik
Weitere Forschungsbereiche, -vorhaben und -projekte
