Über uns

Kommunikation und Medienmanagement - Berufsbild und Tätigkeitsbereiche

Der Studiengang Kommunikation und Medienmanagement ist die Weiterentwicklung des 1997 gegründeten Studiengangs Technische Redaktion. Mit der Einrichtung des ursprünglichen Studiengangs reagierte die Hochschule Karlsruhe auf den großen Bedarf der Industrie an Hochschulabsolventen mit einer Doppelqualifikation, die ingenieurwissenschaftlich-technisches Fachwissen mit der Fähigkeit vereint, Sachverhalte zweck- und zielgruppengerecht zu vermitteln. Schon damals umfasste das Aufgabenspektrum von Technischen Redakteuren eine Vielzahl von Tätigkeiten, wie Informationsbeschaffung und -verwaltung, Konzeption und Erstellung von Produktinformationen, Entwickeln von Lehr- und Schulungsunterlagen sowohl konventioneller Art und als auch im E-Learning-Bereich, verständliche Aufbereitung von Ergebnissen aus Wissenschaft und Forschung.

Seither hat sich im Bereich der Technischen Dokumentation viel getan. Aus den Aufgaben, die zunächst entweder „nebenher“ von Ingenieuren oder von Quereinsteigern aus anderen Bereichen erledigt wurden, entwickelte sich mit der Zeit ein facettenreiches Berufsbild, dessen Differenzierung noch immer nicht abgeschlossen ist. Grund hierfür ist einerseits, dass sich inzwischen in Industrie und Wirtschaft die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Technische Dokumentation kein schmückendes Beiwerk ist, sondern ein integraler Bestandteil des Produktes. Andererseits führt der rasante Fortschritt im Bereich der sogenannten Neuen Medien zu neuen technischen Möglichkeiten, die einerseits erklärt und anderseits nutzbringend eingesetzt werden wollen. Dafür wiederum werden Experten benötigt, die die nötigen technischen Kenntnisse mitbringen, die aber auch wissen, wann welches Medium am besten eingesetzt wird. Diese Differenzierung spiegelt sich auch in der Vielzahl an Stellenbezeichnungen wider, unter denen Firmen unsere Absolventen suchen: Technischer Redakteur, Information Developer, Informationsarchitekt, Content Strategist, Sprach- und Übersetzungsmanager, um nur einige zu nennen.


Mit dem neuen Namen Kommunikation und Medienmanagement verbindet sich ein Ausbau der Medienkompetenz, ohne die Stärken des bisherigen Konzepts, das eine außerordentlich hohe Akzeptanz bei den Arbeitgebern hatte, aufzugeben. Durch unser neues Studienprofil werden unsere Studierenden auch für Aufgaben im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing interessant, weil die Absolventen von klassisch betriebswirtschaftlich ausgerichteten Marketing-Studiengängen oft nicht die erforderliche Medienkompetenz mitbringen.


Studienziele

Für die beschriebenen Tätigkeiten erarbeiten sich die Studierenden folgende Kenntnisse und Fertigkeiten:

  • Formulierungskompetenz und professioneller Umgang mit Sprache
  • Kenntnisse in den Bereichen Didaktik, Psychologie, Kommunikation und Verständlichkeitsforschung
  • Kenntnisse in Illustrations- und Visualisierungstechniken
  • BWL, Organisations-, Planungs- und Projektmanagement
  • Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Textverarbeitungssysteme, Grafikprogramme und Redaktionssysteme
  • IT-Kenntnisse in den Bereichen Informationsverwaltung, Multimedia, Internet, E-Learning, Programmierung und Datenbanken
  • Konzeptionelles und methodisches Wissen zu Informationsarchitekturen sowie zur Planung von Single-Source- und Multimedia-Projekten
  • Technisches Basiswissen

Im Rahmen des Ausbaus internationaler Beziehungen kommt hinzu, dass Produkte und Informationen immer häufiger sprachlich und kulturell an andere Absatzmärkte angepasst werden müssen. Die Beherrschung von Internationalisierungsstrategien und ein Gespür für kulturelle Unterschiede gehören daher ebenfalls zum Qualifikationsspektrum.


Medieneinsatz in der Lehre

Vor 10 Jahren galten Online-Hilfe-Applikationen und Multimedia-Anwendungen als „neue Medien“, heute verändern Social Media das Privat- und Arbeitsleben. Im Studiengang Kommunikation und Medienmanagement spielen neue und soziale Medien sowohl als Unterrichtsmittel als auch als Unterrichtsobjekte eine zentrale Rolle:

  • Projektarbeiten werden teilweise mit Projektplanungstools über Web-Server koordiniert und organisiert. Studentische Arbeitsgruppen nutzen Cloud-basierte Plattformen, um ihre Zusammenarbeit zu optimieren.
  • Studierende evaluieren die Qualität von Dokumenten in videogestützten Usability-Tests.
  • Der Einsatz von Wikis ermöglicht, dass verschiedene Studierende gemeinschaftlich an Texten arbeiten (Autorengemeinschaft, redaktionelle Mitarbeit). Die Studierenden lernen, mit Wikis umzugehen und wie sie mithilfe von Wikis Informationsmanagement betreiben und organisieren.
  • Im Rahmen von Projektarbeiten werden (XML-)strukturierte technische Inhalte durch selbstentwickelte Skripte für multiple Medien (eBook, PDF, Web, Apps, Feeds usw.) aufbereitet. 
  • Konzeption und Entwicklung von Apps, die klassische Informationsangebote ergänzen oder ablösen
  • Studierende arbeiten z. T. in Kooperation mit global agierenden Unternehmen an der Entwicklung und Evaluation von Webinaren und Podcasts.

Ausstattung

Für Lehre und Projektarbeiten stehen den Studierenden des Studienganges drei PC-Pools mit über hundert Rechnern zur Verfügung. Außerhalb der Veranstaltungszeiten stehen die Pools den Studierenden zur freien Verfügung.

Um auch die Möglichkeiten der visuellen Informationsaufbereitung zu vermitteln, wurde ein Fotostudio mit dem Schwerpunkt „Produktfotografie“ eingerichtet. Neben einer klassischen Studiobeleuchtung stehen Computer und kalibrierbare Bildschirme für professionelle Bildbearbeitung und Farbmanagement zur Verfügung.

Eine weitere wichtige Aufgabe Technischer Redakteure liegt im Bereich des Usability-Testings. Hierfür wurde ein weiteres Labor eingerichtet, das mit 10 Kameras, Mikrofonen, professioneller Beleuchtung und zwei High-end-PCs zur professionellen Videobearbeitung ausgestattet ist. Derzeit wird das Labor um eine Ausrüstung für 3-D-Simulationen, Webinare und Podcasts ergänzt und somit zum Medien-Labor ausgebaut.


Ständige Anpassung an berufsfeldspezifische Erfordernisse

Seit seiner Einrichtung wurde der Studiengang inhaltlich und formal immer wieder an die jeweils aktuellen Anforderungen der sich rasch wandelnden Dokumentationsbranche angepasst, z. B. im Wintersemester 2001/02 durch die Erweiterung des Lehrangebots im Bereich Content Management und elektronisches Publizieren bei gleichzeitiger Reduzierung der ingenieurwissenschaftlichen Fächer und zum Wintersemester 2005/06 durch die Ablösung des achtsemestrigen Diplomstudiengangs durch die neue Bachelor-Master-Struktur. Im Wintersemester 2008/09 wurde der Bereich Visuelle Kommunikation deutlich ausgebaut.

Zuletzt wurde der Studiengang von Technischer Redaktion in Kommunikation und Medienmanagement umbenannt, um dieser deutlichen Erweiterung der vermittelten Kompetenzen und Einsatzgebiete der Absolventen Rechnung zu tragen. Gleichzeitig wechselte der Studiengang in die neugegründete Fakultät für Informationsmanagement und Medien, in der medienaffine Studiengänge der Hochschule gebündelt werden sollen.


Akkreditierung und Rankings

Seit dem 16.2.2009 sind sowohl der siebensemestrige Bachelorstudiengang als auch der dreisemestrige Masterstudiengang ohne Auflagen akkreditiert.

Wie bereits im Jahre 2005 konnte auch 2008 beim deutschlandweit anerkannten nationalen Hochschulranking des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) und der Wochenzeitschrift DIE ZEIT eine Spitzenposition erzielt werden: In der Kategorie "Kommunikations- und medienorientierte Studiengänge" belegt der Studiengang Technische Redaktion Platz 2 von 40.


Enge Verzahnung mit dem Berufsverband tekom

Die enge Verzahnung mit dem Berufsverband tekom ergibt sich einmal durch das starke Engagement der Professoren und Studierenden, u. a. auf den Fachtagungen, die zweimal jährlich stattfinden und auf denen die Karlsruher Professoren durch Vorträge und Podiumsdiskussionen in Erscheinung treten. Einige Professoren engagieren sich zudem ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen bei der tekom, z. B. als Tagungsbeiräte oder Vorsitzender.


Forschung

In der Forschung werden die folgenden Themen bearbeitet:

  • Methoden des Informations- und Content-Managements (Effizienzmessung und Kennzahlen, Variantenmanagement, Modularisierung, Metadaten- und Klassifikationsschemata, Information Delivery und Wissensmanagement)
  • Informationssysteme in der Technischen Kommunikation (Systematik der Systemevaluation, Einsatzszenarien)
  • Internationalisierungs- und Lokalisierungsmethoden
  • Ein- und mehrsprachiges Terminologiemanagement
  • Interaktive 2D- und 3D-Animationen, Utility Filme
  • Virtual Reality und Augmented Reality im E-Learning und der technischen Dokumentation
  • Web 2.0-Technologien im TR-Einsatz
  • Textoptimierung und -strukturierung
  • Informationsarchitekturen (Standardisierte Informationsmodelle sowie spezialisierte Daten- und Informationsmodellierung)

Internationalität

Im Rahmen der Globalisierung ist es erforderlich, Produkte und ihre Dokumentation verstärkt sprachlich und kulturell für andere Absatzmärkte vorzubereiten. Neben sprachlichen Anpassungen (übersetzungsgerechtes Schreiben) gibt es noch weitere Möglichkeiten, Sprachbarrieren zu überwinden, wie beispielsweise die Verwendung von Piktogrammen und Multimedia. Die Beherrschung solcher Internationalisierungsstrategien und ein Gespür für kulturelle Unterschiede gehören daher grundsätzlich zum Qualifikationsspektrum für „Kommunikation und Medienmanagement“.

Neben Deutsch sind auch Veranstaltungen wie "Technical English" oder "Business English" Pflichtfächer, mittels derer die Studierenden zielgerichtet auf die Anforderungen des heutigen globalisierten Arbeitsmarkts vorbereitet werden. Viele Studierende nutzen die Möglichkeit, das obligatorische Praxissemester bei einem im Ausland ansässigen Unternehmen zu absolvieren. So haben bereits Studierende ihr Praktikum in Brasilien, China, Malaysia, Südamerika, Südafrika, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA oder Singapur absolviert. Von dieser Gelegenheit wird zunehmend Gebrauch gemacht.

Studierende, die ein Auslandssemester an einer Hochschule absolvieren möchten, werden ebenfalls bestmöglich unterstützt (durch das Akademische Auslandsamt wie auch durch den Studiengang), z. B. bei der Auswahl von geeigneten Lehrveranstaltungen.


Weitere Informationen

Sie möchten uns gerne persönlich kennenlernen? Sie sind herzlich eingeladen zu unseren Informationsveranstaltungen, die von März bis Juni stattfinden. Dort stehen Ihnen Professoren aus dem Studiengang Rede und Antwort.
Gerne können Sie auch an Schnuppervorlesungen teilnehmen oder zu unserem Campustag kommen. Schreiben Sie uns, wir melden uns dann bei Ihnen: sekretariat.kmm.imm@hs-karlsruhe.de.