BIOTA Ost III

Verbundprojekt BIOTA Ost III: Teilbereich GIS und Fernerkungung zur Unterstützung von Biodiversitätsmanagement auf der Landschaftsebene für Regenwälder Ostafrikas, 3. Projektphase

Projektleitung: Prof. Dr. Gertrud Schaab

Förderer:     BMBF

Laufzeit:      01.06.07 - 31.08.10

Homepage: http://www.iaf.hs-karlsruhe.de/gvisr/index.html




Voraussetzungen für Biodiversitätsforschung und Naturschutzplanung sind Verfügbarkeit georäumlicher Daten und die Fähigkeit, diese adäquat einzusetzen, dies insbesondere auch im Kontext des Klimawandels. Beides war für das Gebiet des Kakamega Forest bislang nicht ausreichend gegeben, sodass Verteilungen und Muster zur Artenvielfalt, der Nutzung durch den Mensch sowie von Störungen im Wald nur schwer erkannt werden konnten. Deshalb hat sich E02 als Exit-Strategie vorgegeben, die Anwendung raumbezogener Analysen sowohl für die Forschung im aber auch für das Management des Kakamega Forest als selbstverständlichen Grundbausstein zu etablieren. Dies betraf nicht nur die Sicherstellung, dass die innerhalb von BIOTA zusammengetragenen und erarbeiteten Geodaten zugänglich sein sollten, sondern auch die Schaffung von Einrichtungen, das Entwickeln von Werkzeugen sowie Maßnahmen zur Ausbildung, damit vor Ort langfristig und nachhaltig von der Geoinformationsverarbeitung profitiert werden kann. Da der Raumbezug die gemeinsame Grundlage für eine Integration der interdisziplinären Forschungsergebnisse aus den verschiedenen Teilprojekten bietet, fiel im partizipatorischen Waldmanagement-Planungsprozeß von BIOTA-Seite dem Teilprojekt E02 die Rolle zu, für den zu überarbeitenden Managementplan zum Kakamega Forest die Berücksichtigung von BIOTA-Empfehlungen zu koordinieren. Zudem wurde ein GIS-Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe des Kakamega Forest etabliert, der die Nutzung der räumlichen BIOTA-Ergebnisse durch die mit dem Management des Waldes betrauten Mitarbeiter des KFS und KWS vor Ort sowie aller den Wald aufsuchenden Wissenschaftler sicherstellt. E02 wurde seiner zentralen Rolle innerhalb von BIOTA-Ost auch dadurch gerecht, dass sehr hoch aufgelöste Satelliten-bilder ausgewertet wurden, die Analysen sowie sozio-ökonomische Szenarien ermög-lichten. Diese werden in Empfehlungen münden, wie sie im Waldmanagement- bzw. Landnutzungs-Planungsprozess benötigt werden. Die somit noch erweiterte, imposante Menge der zusammengetragenen bzw. generierten Geo-Datensätzen zu Waldvege-tationstypen, Waldbedeckungsänderung, anthropogener Nutzung und Störung sowie Fragmentierung galt es vollständig so zu integrieren und mittels einer weitreichenden Informationspolitik verfügbar zu machen, dass der Wissenstransfer zu den vielen po-tentiellen Nutzergruppen sichergestellt ist, sprich zu den im Waldmanagement, in der Forschung oder im Naturschutz involvierten, zu den dem Wald benachbarten Dörfern sowie generell zur breiten Öffentlichkeit. Eine nachträgliche finanzielle Aufstockung ermöglichte die Erstellung eines Atlas, welcher sämtliche räumlichen BIOTA-Ost-Ergebnisse beinhaltet und mit seinen drei Sektionen Education, Decision making und Research drei unterschiedliche Nutzergruppen anspricht.

Somit lassen sich für die dritte Phase die folgenden Hauptziele zusammenfassen:

• Fertigstellung des BIOTA-Ost-GIS einschl. Benutzeroberfläche, Schulung an diesem sowie Geodaten-Visualisierung

• Räumliche Extrapolation von Daten zu Biodiversität und Ökosystemfunktion sowie Entwicklung von Modellen zur Simulation veränderter (zukünftiger) Regenwald-Biodiversität

• Auswertung von sehr hoch aufgelösten Satellitenbilddaten (Strukturparameter im Agrarland, Vegetationskarte für Kakamega Forest) und darauf aufsetzende sozio-ökonomische Szenarien

• Aktive Teilnahme an der Waldmanagement-Planung zur Sicherstellung einer Be-rücksichtigung der räumlichen BIOTA-Daten

• Erstellung eines Atlas für die nachhaltige Kommunikation und Nutzung von raumbe-zogenen BIOTA-Ost-Ergebnissen.


Der regionale Fokus in Phase 3 lag auf dem Kakamega Forest, jedoch galt es auch, die ugandischen Counterpart-Institutionen bezüglich der E02-Daten und -Ergebnisse zu informieren.