Technologietransfer in der Antike…
Technologietransfer in der Antike - Untersuchung antiker hydraulischer Mörtel mit analytischen und numerischen Methoden aus der modernen Baustoffforschung - Teilvorhaben Baustoffforschung
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Gerdes
Förderer: BMBF
Laufzeit: 01.04.2008 - 31.03.2010
Wasser ist Voraussetzung für die Gründung menschlicher Ansiedlungen und spielt daher in Kulturen aller Epochen eine zentrale Rolle. Vor allem auf eine hohe Versorgungssicherheit wurde dabei geachtet. Das gilt für die Menschen der Antike wie auch für die Menschen der Moderne. Eine der Voraussetzungen dafür ist aber eine langfristige, störungsfreie Nutzbarkeit der Wasserspeicher. Während einige Zisternen aus der Antike bis auf den heutigen Tage in Gebrauch sind, zeigen modernen Trinkwasserbehälterbeschichtungen häufig bereits nach einigen Monaten Schäden. An diesem Punkt treffen sich die Interessen der Archäologie und der Werkstoffforschung im Bauwesen. Eine Analyse der hydraulischen Verputze antiker Zisternen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Qualität und Dauerhaftigkeit können der Archäologie zur Beantwortung relevanter Fragestellungen, wie z.B. der regionalen und zeitlichen Verbreitung von Bautechnologien, dienen. Für die moderne Werkstoffentwicklung sollen die Analysen antiker Mörtelzusammensetzungen Hinweise für die Optimierung von Werkstoffen liefern. Die Lösung liegt in der Kombination aus bewährten Methoden zur Werkstoffanalyse und numerischer Modellierungen von zeitabhängigen Transportprozessen. Dazu sollen in diesem Projekt Proben aus Zisternen verschiedener Siedlungen im Mittelmeerraum entnommen und werkstoffanalytisch untersucht werden. Mit diesen Ergebnissen wird ein numerisches Modell aufgestellt, dass die zeitabhängige Auslaugung der antiken Mörtel beschreibt. Aus dem Vergleich der analytisch bestimmten mit den numerisch berechneten Auslaugprofilen sollen Hinweise auf die Nutzungsdauer der Zisternen und damit auf die Geschichte der Siedlungen gefunden werden. Weiterhin sollen durch den Vergleich der Werkstoffeigenschaften und des Langzeitverhaltens antiker hydraulischer Mörtel die Faktoren identifiziert werden, welche die Dauerhaftigkeit dieser Werkstoffe maßgeblich bestimmen um so neue Impulse für die moderne Werkstoffentwicklung zu liefern.
