Gemeinsame Projekte in der Signalverarbeitung mit Studierenden aus Temeswar

15. Februar 2013

Internationalization@home

Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und aus der Karlsruher Partnerstadt Temeswar bearbeiten gemeinsam Projekte in der Signalverarbeitung

Hörbar 19.03.2013 (*.mp3)

Ingenieure finden heute oftmals ihren Arbeitsplatz in multinationalen Konzernen. Auslandserfahrung und interkulturelle Kompetenz sind daher zu wichtigen Komponenten in der Hochschulausbildung geworden. Um möglichst vielen Studierenden einer Semesterstufe die Chance zu geben, internationale Erfahrung zu sammeln, bieten die Studiengänge Elektrotechnik – Informationstechnik und Elektrotechnik – Automatisierungstechnik der Hochschule Karlsruhe das Projekt ProKaTim (Signal Processing Karlsruhe-Timişoara) an. In diesem wird die Vorlesung Digitale Signalprozessoren gemeinsam mit dem Studiengang Elektronik und Telekommunikation der Polytechnischen Universität im rumänischen Temeswar durchgeführt. ProKaTim wird mit rund 140 000 Euro im Rahmen des „Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus“, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung, unterstützt. Mit dem im September 2011 gestarteten Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM „plus“ unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Für drei Jahre können so alle Reise- und Aufenthaltskosten für alle beteiligten Studierenden und Betreuer abgedeckt werden.

Zu Projektbeginn im September 2012 waren 20 Studierende der Hochschule Karlsruhe für eine Woche nach Temeswar gereist, um zusammen mit 20 Studierenden der Partnerhochschule eine Einführung in die Programmierung von Signalverarbeitungsalgorithmen auf eingebetteten Systemen zu besuchen. Neben theoretischen Grundlagen haben die Studenten auch den praktischen Umgang mit Signalprozessoren und Werkzeugen zu ihrer Programmierung erlernt. Die Vormittage blieben der Arbeit im Hörsaal und im Labor vorbehalten, nachmittags besichtigten die Projektteilnehmer die Temeswarer Niederlassungen der Unternehmen Continental Automotive und Flextronics und erhielten Einblicke in die Entwicklung von Motorsteuergeräten und die Fertigung hochkomplexer elektronischer Baugruppen. Zudem lernten sie die Forschungslabore der Universität kennen, besuchten aber auch kulturelle und landschaftliche „Highlights“ der Region.

Zum Ende der Vorbereitungswoche bildeten die Studierenden gemischte Teams aus je zwei rumänischen und zwei deutschen Teilnehmern, die gemeinsam ein Thema bearbeiteten. Dabei handelte es sich um typische Aufgaben der Signalverarbeitung aus der Praxis, die auf Signalprozessoren im Verlauf des Semesters zu implementieren sind. Durch eine großzügige Spende aus dem Texas Instruments University Program konnte dazu auch an der Temeswarer Universität eine gemeinsame Hardwarebasis geschaffen werden. So können die Projekte an beiden Standorten während des Semesters parallel weiterentwickelt und getestet werden. Zur Kommunikation wird im Web über ein E-Learningsystem eine gemeinsame Plattform eingerichtet. Während des Semesters werden die Studierenden von ihren Dozenten an beiden Hochschulen betreut.

Zum Semesterabschluss treffen sich alle Beteiligten im Februar 2013 an der Hochschule Karlsruhe, um die Projekte abzuschließen und in einer eigenen Studierendenkonferenz der Öffentlichkeit vorzustellen.

Dazu kommen auch 20 weitere Studierende aus Temeswar, die mit 20 neuen Karlsruher Studierenden die Projektteams für das kommende Sommersemester bilden werden. Wie zuvor in Temeswar werden vormittags Vorlesungen und praktische Arbeiten mit den Signalprozessoren stattfinden, während nachmittags ein Empfang im Karlsruher Rathaus, Firmenbesichtigungen, Stadtrundgang, Museumsbesuche und Ausflüge in die Region auf dem Programm stehen.

„Im Verlauf des dreijährigen Förderzeitraums kann so ein internationaler Austausch von über 240 Studierenden stattfinden“, erläutert Prof. Dr. Franz Quint, Projektinitiator und -betreuer auf Seiten der Hochschule Karlsruhe. „Damit ist dies kein punktueller Austausch einzelner Studierender mehr, sondern ein modellhafter Beitrag zu der im Struktur- und Entwicklungsplan der Hochschule verankerten Strategie der weiteren Internationalisierung des Bildungsangebots unserer Hochschule.“

Projekt „ProKaTim“: Deutsche und rumänische Studierende arbeiten in gemischten Teams mit Signalprozessoren. Foto: Niclas Zeller Projekt „ProKaTim“: Deutsche und rumänische Studierende arbeiten in gemischten Teams mit Signalprozessoren. Foto: Niclas Zeller
Prof. Dr. Franz Quint mit Studierenden beider Hochschulen bei der Präsentation der Projekte. Foto: Geyer/Christ Prof. Dr. Franz Quint mit Studierenden beider Hochschulen bei der Präsentation der Projekte. Foto: Geyer/Christ
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