Freunde und Förderer


Erfinder und Stifter Artur Fischer


Die derzeitige Reihe der Erfindungen von Artur Fischer reicht vom „Glühzünder“ als Streichholzersatz bis zur „fischerform C“ und ist – wie ich Artur Fischer kenne - noch längst nicht abgeschlossen. Er ist mittlerweile über 90 Jahre alt und beobachtet seine Umwelt noch immer mit wachem Geist und kindlicher Neugierde, die er glücklicherweise nie verloren hat.

 

Artur Fischer

Hier geht es nicht um die Darstellung des Lebenswerkes von Artur Fischer oder die Würdigung seiner vielfältigen Erfindungen und Patente. Es geht vielmehr darum, die segensreiche Zusammenarbeit unserer Hochschule und des Stifterverbundes mit dem „Dübelkönig“ Artur Fischer zu veranschaulichen.

In der Zwischenzeit gehen auf sein Innovationskonto über 1100 als Patent bzw. als Gebrauchsmuster angemeldete Erfindungen, d. h. im Mittel erarbeitete sich Artur Fischer jeden Monat ein neues Patent, eine ungeheure Leistung.

Ich selbst wurde 1990 Rektor der Fachhochschule Karlsruhe und sah nun eine Chance, Artur Fischer persönlich kennen zu lernen. Wir hatten eine Vortragsreihe: „Erfolgreiche Unternehmer berichten aus ihrem Leben“ eingeführt. Für diese wollte ich Artur Fischer gewinnen.

Im November 1995 fand in Karlsruhe ein Existenzgründungskongress statt. Er stand unter dem Leitmotto: „Ich werde mein eigener Chef“. Veranstalter waren die IHK Karlsruhe, die Handwerkskammer Karlsruhe und das baden-württembergische Staatsministerium, das zur Schaffung neuer Arbeitsplätze auf die Forcierung von Existenzgründungen setzte.

Glücklicherweise war Artur Fischer zu der Podiumsdiskussion eingeladen worden. Schon ein halbes Jahr später hielt Artur Fischer in der erwähnten Vortragsreihe einen begeisternden Vortrag. Er berichtete nicht nur über seine Erfolge sondern auch über Misserfolge. Mir ist der „Eierköpfer“ noch gut in Erinnerung.

Es macht nur Sinn etwas zu erfinden, was man auch brauchen kann“, meinte Artur Fischer damals. Heute würde man sagen, man muss etwas erfinden, was „Marktpotential“ hat. Artur Fischer brachte es bei der Überreichung des Deutschen Gründerpreises im letzten Jahr auf die klare Formel: „Entweder man braucht´s oder man braucht´s nicht“. Seine Technik braucht man!

Imm wieder stellte Artur Fischer die Bedeutung der Kreativität in den Mittelpunkt. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Deutschland mehr Lizenzen gibt als kauft. Artur Fischer hatte auf alle Fragen kurze, klare Antworten. Er beeindruckte die Teilnehmer zutiefst. Es ging immer wieder darum, woher die Impulse für neue Entwicklungen, die Ideen für Problemlösungen und Innovationen kommen.

Aber für den Erfolg ist nicht nur das gute Produkt sondern auch die Vermarktung notwendig. Als der Dübel, das kleine graue Würmchen, auf dem Markt nicht so ankam, wie er es erwartet hatte, hängte er kurzerhand medienwirksam seinen Firmenwagen an einem Dübel auf. Damit meinte man, der Durchbruch sei geschafft. Das Beispiel war aber leider schlecht gewählt, denn die Handwerker waren der Meinung, dass sie in ihrem Bereich kein Auto an einem Dübel aufhängen müssten. Dies war für Artur Fischer, wie er sagte, unvergesslich aber lehrreich.

Bei seinem Lebensweg ist es nicht verwunderlich, dass er immer wieder gefragt wird: „Was soll ich denn machen?“ Hierzu hat er 8 W-Fragen formuliert:

Wer bin ich?
Was kann ich?
Was will ich?
Was will ich wofür?
Was habe ich?
Was brauche ich noch?
Was gewinne ich für mein Leben?
Wem habe ich zu danken?


Als ich von der Wanderausstellung Blauer Kreis hörte, in der künstlerische Werke von 6 Erfinderunternehmern, unter ihnen Artur Fischer, gezeigt worden waren, fragte ich an, ob wir einige seiner Bilder ausstellen dürften. Er sagte sofort zu.

Am 28. 11. 2000 eröffneten wir die Ausstellung. Wir waren beeindruckt von der Aussagekraft der Bilder. Das einzige Bild, das einen Titel trug, war „Der Taler und der Neid“. Dieses kam auf das Werbeplakat für die Ausstellung. Das gerahmte Werbeplakat hängt noch heute im Arbeitszimmer des Pressereferenten der Hochschule.

Die Ausstellung wurde von etlichen Wandtafeln begleitet, die die Besucher mit dem Leben Artur Fischers und seinen größten Erfindungen bekannt machten. Die Gäste konnten auch das neue Produkt TIP testen, das die Kreativität der Kinder ideal fördert und von meinen Enkeln sehr geliebt wird.

Als wir 2005 die Stiftung Verbund der Stifter an der Hochschule Karlsruhe gründeten, benötigten wir das erforderliche Stiftungskapital. Dies war das erste und einzige Mal, dass ich Artur Fischer um finanzielle Unterstützung bat. Dies fiel mir schwer, da ich wusste, wie häufig er um Hilfe angegangen wird. Der Wunsch, ihn mit in die Reihe der Gründungsstifter aufzunehmen, ließ mich die Hemmungen überwinden. Er sagte damals sofort zu und fördert seither unsere Stiftung regelmäßig.

Artur Fischer hat viel Neues entwickelt. Dies entsteht nicht durch den Intellekt sondern die offene aufnahmefähige Betrachtung der Umwelt und den Willen diese zu verbessern.

Artur Fischer hat um 1980 eine Sammlung erfahrener Lebensweisheiten an Freunde verschenkt. Darunter findet sich der Aphorismus:

„Die Größe eines menschlichen Lebens besteht nicht darin, dass es Belohnung sieht, sondern dass es wirksam ist.“

Ich hoffe es ist mir ansatzweise gelungen, ihnen darzustellen wie wirksam das Leben von Artur Fischer auch für unsere Hochschule war und ist.


von Werner Fischer, 23. 04 .2010

  

Bildergalerie Artur Fischer

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