Jugendzentrum - Altes Heizwerk

Bachelor-Thesis von Alina Merkel

Ziel des Entwurfs ist es, das Areal um das alte Heizwerk hinterm Hauptbahnhof Karlsruhe vielfältig wiederzubeleben. Hauptaugenmerk wird dabei auf junge, lebhafte Menschen gelegt, die das Kesselhaus als Jugendzentrum nutzen können. Um die Kreativität der Jugendlichen widerzuspiegeln und zu fördern, wird der Innenraum des Kesselhauses aufgewertet. Von der Ecke herabhängende Räume, die wie Blätter wirken und zusammen mit integrierten Baumstämmen einen Wald darstellen, der durchlaufen werden kann, ergibt sich ein interessantes Raumgefühl, das auch auf die Nebenräume übertragen wird. Hier gibt es viele verschiedene Räume zu entdecken, die zum Kochen, Lesen, Entspannen, Malen, Basteln oder als Werkstatt genutzt werden können/einladen.

Der Bestand wird durch fünfeckige Gebäude ergänzt. Hierbei soll auch das Fünfeck Vielfältigkeit darstellen, indem sowohl im Innen- als auch im Außenraum verwinkelte Räume und Wege entstehen, die immer wieder interessante Blickbeziehungen ermöglichen. Die EG-Zone ist für die Öffentlichkeit bestimmt und kann durchlaufen werden. Hier befinden sich verschiedene Läden, Ärzte und Cafés, die die Nahversorgung abdecken und als Begegnungs- und Aufenthaltsorte dienen. In den oberen Geschossen entstehen Wohnungen, die in ihrer Größe variieren, um Wohnmöglichkeiten für verschiedene Lebenssituationen zu bieten. So finden hier sowohl Studenten als auch Familien Platz.

Städtebaulich gliedern sich die Neubauten respektvoll an den Bestand an, indem Abstand gehalten und die Höhen an die des Heizwerks und des Stellwerks staffelartig angepasst werden. Durch die ungewöhnliche Gebäudeform und die gegeneinander versetzte Anordnung der Neubauten in Zusammenspiel mit dem entstehenden Außenraum, hebt sich dieser dennoch bewusst ab und schafft eine neue, verspielte städtebauliche Situation. Die Fassade ist so konzipiert, dass sie bewusst die Geschossteilung zeigt. Im Erdgeschoss kommt Sichtbeton zum Einsatz, der mit Graffiti übersprüht wird, um zum einen den Industriecharme wiederzugeben und zum anderen lehnt diese Gestaltung an das Jugendzentrum an. Die oberen Geschosse erhalten eine hinterlüftete Verkleidung mit perforierten Faserzementplatten in Anthrazit. Mit der Kombination von Neu und Alt entsteht ein neues urbanes Areal, das durch viele verschiedene Menschen lebendig gemacht wird und ein neues Zuhause schafft.

(Auszug aus der Entwurfserläuterung)