"Balanceakt"

Werkraum für Theater, Tanz und Akrobatik im Kreativpark Alter Schlachthof

Der Karlsruher Schlachthof hatte schon verschiedene Standorte innerhalb Karlsruhes. 1887 erfolgte die Verlegung an den heutigen Standort an der Durlacher Allee. Lage, Größe und architektonische Gestaltung gehen auf Vorschläge des Veterinärs August Lydtin zurück, den die Stadt 1883 mit einem Gutachten hinsichtlich der Errichtung eines neuen Schlachtbetriebs beauftragt hatte. Lydtins Empfehlungen bildeten die Grundlage für die Entwürfe des Stadtbaumeisters Wilhelm Strieder (1848- 1913). Um dem „Widerlichen", das hinter den Schlachthofmauern passierte, zu begegnen, wurde viel Wert auf repräsentative, schmuckvolle Gebäude mit sorgfältig ausgearbeiteten Details gelegt.

Die Gesamtanlage des Schlacht- und Viehhofes einschließlich der umfassenden Mauern ist als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal. Zum Ende des Jahres 2006 wurde der Betrieb endgültig stillgelegt. Das Gelände stand damit für neue Nutzungen zur Verfügung und wurde, nach dem, in einem Wettbewerb ermittelten Entwurf des Büros Astoc, unter Leitung der Fächer GmbH schrittweise zu dem heute sicht- und erlebbaren Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt.

Für den letzten, noch nicht sanierten Baustein an der Nordwestecke wurde lange nach einer geeigneten Nutzung gesucht. Nun soll ein Teil der freien Karlsruher Kunstszene in den historischen Gebäudekomplex aus Schlacht-, Kessel- und Maschinenhaus einziehen: Der Kulturverein Werkraum, die Zirkusakademie des Trägers Tollhaus sowie ein Tanzstudio.

Ergänzt werden diese Funktionen durch ein Café, das auch den Freibereich an der denkmalgeschützten Mauer bespielen wird. Für diese Nutzer soll das komplexe Bau-und Raumgefüge saniert und umgebaut, mit variablen Einbauten versehen und ggf. erweitert werden. Dabei spielen, neben den Aspekten des Bauens im bzw. mit Bestand und des Denkmalschutzes, auch die Integration in den Gesamtkomplex des Kreativparks sowie die städtebaulich markante Position an der Durlacher Allee eine wichtige Rolle.

Im Rahmen der an die Thesis angegliederten Fächer Bestandsanalyse, Einführungsseminar, Entwurfstheorie, Tragwerksentwurf, Stegreif im Bestand sowie Architekturkommunikation wird schrittweise und unter verschiedenen Blickwinkeln in die Aufgabe eingeführt.

Auszug aus der Aufgabenstellung (Prof. Florian Burgstaller)