Balanceakt

Werkraum für Theater, Tanz und Akrobatik im Kreativpark Alter Schlachthof

Mein Entwurf basiert zunächst darauf, die vorhandene Struktur beizubehalten und zu nutzen, sie aber durch direkte Zugänge und Sichtbezüge im Inneren zu einem Ganzen zusammenzufügen. Hierfür greife ich ehemals bestehende Öffnungen im Innen- und Außenraum auf oder schaffe respektvoll neue.

So bilden die ehemaligen Rundbogenfenster an der Durlacher Allee jetzt den Haupteingang zu einem hinter der Mauer entstehenden Vorplatz. An diesen gliedern sich die öffentlichen Bereiche an: das Veranstaltungshaus im Kesselhaus und das Cafe im Schlachthaus, sowie der alte Brühraum mit gelegentlich stattfindenden Veranstaltungen. So werden alle für den externen Nutzer relevanten Bereiche zentral von einem Platz erschlossen.

Dort, wo einmal das Kesselhaus weiter geführt wurde, befindet sich heute das Maschinenhaus. Ich nehme mit meinem Anbau die ehemaligen Fluchten wieder auf. Der Anbau fügt sich über das Maschinenhaus an das Kesselhaus an und integriert die Außenwände der beiden Gebäude. An die Stelle der ehemals bestehenden Fassaden treten neue, die ich durch ein bewusst sich abhebendes Material identifiziere. Der Anbau fügt sich ruhig in den Komplex ein und bleibt doch deutlich erkennbar.

Eine Holzfassade legt sich als umschließende Haut um das Gebäude und verschafft diesem besonders im geschlossenen Zustand einen ruhenden Charakter. Gleichzeitig ermöglichen die Lamellen Einblicke durch die dahinter liegenden Öffnungen in das Innere. Die Verglasungen mit Schiebe- und Faltläden schaffen die Möglichkeit diese Einblicke zu verstärken, oder sich hinter ihnen zurückzuziehen und somit ein sich immer wieder veränderndes Fassadenbild. Horizontale Stöße greifen die Fluchten des alten Maschinenhauses sowie des Kesselhauses auf.

Die neu entstehenden Fassaden am Vorplatz werden ebenfalls mit Holzlamellen versehen und greifen so mit den Bestandswänden ineinander. Sie werden am Schlachthaus vor die bestehenden Säulen gesetzt, sodass auch hier das Neue das Alte integriert und umschließt. Die teilweise stark beschädigte Ostfassade wird mit den Holzlamellen ergänzt. Ehemalige Öffnungen werden verglast und bilden direkte Blickbezüge ins Innere. So vernetze ich nicht nur den Innen- und Außenraum miteinander, sondern auch die Fassaden stehen in Bezug zueinander.

(Auszug aus der Entwurfserläuterung)