Balanceakt

Werkraum für Theater, Tanz und Akrobatik im Kreativpark Alter Schlachthof

Ziel ist es, die Geschichte des Ortes zu bewahren. Veränderungen in der Bausubstanz werden mittels des Materialkonzeptes deutlich gemacht. Der Bestand aus Sandstein bleibt weitgehend unverändert. Aufgesetzte Elemente aus Cortenstahl kennzeichnen äußerlich die Bereiche, die im Laufe der Geschichte Veränderungen durchlaufen haben oder aufgrund von maroder Substanz erneuert werden. Die perforierte Oberfläche lässt die Aufbauten mit einer gewissen Leichtigkeit auf dem massiven Bestand sitzen.

Im Innenraum sind Veränderungen durch Holzoberflächen gekennzeichnet. Neben einer geringen Anzahl neuer Wände werden verschiedene neukonzipierte Einbauten eingefügt.

Die jeweiligen Nutzungseinheiten erhalten Multifunktionselemente, sogenannte MUFU‘s, denen verschiedene Funktionen zugeteilt sind. Verschlossen oder zusammengeschoben bilden diese Elemente ebene und ruhige Oberflächen. Auf diese Weise entstehen leere und klare Räume, die vielseitig und flexibel genutzt werden können und die Nutzer in keiner Weise in ihrer Arbeit ablenken. Bei Bedarf können die Elemente aktiviert werden: Sitzelemente können unter Tischen hervorgeholt, Küchen, Theken oder Arbeitsplätze geöffnet oder Räume erweitert werden. Bei Bedarf kann die minimalistische, lose Möblierung verstaut werden.

Jeder Raum kann und soll zum Schauplatz werden. Durch die Option Elemente zu verschließen ergeben sich vielseitige Möglichkeiten die Nutzungseinheiten zu vermieten oder für Veranstaltungen zu nutzen. Die einzelnen Nutzungseinheiten werden durch die überdachte Fläche auf der Südseite erschlossen. Das Café ist über den Hof oder das reaktivierte Tor an der Durlacher Allee erreichbar. Jeder Bereich funktioniert eigenständig und ist eine in sich abgeschlossene Einheit.

Die räumliche Verbindung des Probezentrums, des Werkraums und des Theaters im Innenraum ermöglicht zusätzlich eine enge Kooperation der Nutzer im Gebäude.

(Auszug aus der Entwurfserläuterung)