Gerald Lanzenberger

Bauingenieurwesen, Baubetrieb, 1975 – 1979

  • Vertiefende Studien an der HsKA und der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute KIT)
  • Inhouse-Trainee bei Züblin
  • Bauleiter und Oberbauleiter bei Züblin
  • Seit 1997
    Technischer Direktionsleiter der Ed. Züblin AG, Karlsruhe
  • Seit 2014
    Bau-Vizepräsident Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V. neben Mitgliedschaften in verschiedenen Gremien

„The only way to do great work is to love what you do.“

Die Direktion Karlsruhe der Ed. Züblin AG ist eine von sechs regionalen Direktionen des Bauunternehmens, das heute die Nummer Eins im Hoch- und Ingenieurbau in Deutschland ist. Seit 1997 führt Gerald Lanzenberger, Alumnus der Hochschule aus dem Bereich Bau-ingenieurwesen, als technischer Direktionsleiter den seit über 80 Jahren in Karlsruhe beheimateten Baupartner. Mit ca. 140 Millionen Euro Jahresumsatz, 300 Mitarbeitern in fünf Bereichen und einem Fertigteilwerk in Karlsruhe ist die Direktion Karlsruhe zuständig für die Region Baden, Teile von Rheinland-Pfalz und das Saarland. Das Fertigteilwerk ist überregional tätig.

Seine Karriere bei Züblin begann Gerald Lanzenberger als Trainee in der Kalkulation und der Arbeitsvorbereitung. Es folgten Stationen als Bauleiter zuerst kleinerer, dann größerer Projekte. Darüber gelangte er alsdann in die Position des Oberbauleiters. Schließlich erwarteten ihn in der Managementposition des Bereichsleiters viele verantwortungsvolle Aufgaben und die Beförderung zum Direktionsleiter. Für einen solchen Werdegang braucht es Herzblut. „The only way to do great work is to love what you do”, zitiert Gerald Lanzenberger den Apple Gründer Steve Jobs. Das ist das Erfolgsrezept. Im Idealfall macht uns die Arbeit Freude, schenkt uns Erfolgserlebnisse und ebnet so den Weg zu einer erfolgreichen, befriedigenden Arbeit, so drückt es Gerald Lanzenberger in seinen Worten aus. Das Streben nach optimalen Lösungen und die Bereitschaft dazuzulernen und sich hin und wieder selbst zu hinterfragen, stehen einer Weiterentwicklung im Beruf natürlich auch nicht im Wege, fügt er hinzu.

Unternehmerisch tätig zu sein und Verantwortung zu übernehmen, das ist das reizvollste an seinem Job.  Lösungsorientiert zu denken, zu motivieren und zu führen, Mitarbeiter zu binden und in ihrer Entwicklung zu fördern, Teams zu formen sowie Teamgeist und Spirit zu wecken. Das ist für ihn eine wertvolle und lohnenswerte Aufgabe. Aus alldem zieht er seine Kraft und Motivation.

Nach persönlichen Highlights gefragt, sinniert Gerald Lanzenberger: Ich weiß nicht, ob es immer die Highlights sein müssen, die uns prägen. Natürlich erinnert man sich lieber an Herausforderungen, denen man sich gestellt hat und die man erfolgreich gemeistert hat, als an Misserfolge, bekennt er. Misserfolge gibt es natürlich auch, sie gehören dazu. Zu seinen biographischen Meilensteinen zählt er Wegmarken in seiner beruflichen Laufbahn. Seine erste erfolgreiche Kalkulation, die Auftrag wurde, gehört dazu. Später die Leitung einer Papierfabrik-Baustelle als erster, d.h. verantwortlicher, Bauleiter einer großen Arbeitsgemeinschaft. Auch die Übernahme der Zweigstelle in Freiburg mit der damit einhergehenden Herausforderung, nicht nur als Ingenieur gefragt zu sein, sondern auch in Bezug auf die soziale und emotionale Kompetenz bei der Führung unterschiedlichster Menschen, war ein entscheidender Augenblick. Ein besonders einprägsamer Moment, sagt er, war auch der erste Tag als Direktionsleiter – wohlwissend, dass immer eine Menge Erwartungen beim Start in einer neuen Position mit einhergehen.

Sein Interesse für die Baubranche entwickelte sich schon früh durch seine Mitarbeit beim Hausbau seiner Eltern. Die Erfahrung, morgens mit der Arbeit zu beginnen und abends das Ergebnis beispielsweise in Form einer Mauer zu sehen, hat ihn fasziniert. Etwas Greifbares zu erschaffen, begeisterte ihn. Der Baubereich ist ein sehr kreativer und lohnender Berufszweig, sagt Gerald Lanzenberger. Oft machen wir uns im Alltag die Bedeutung und die Dimension der permanenten Bautätigkeiten in unseren Städten nicht bewusst. Der Bedarf für Bauarbeiten ist immer da: Straßen, Brücken, Krankenhäuser müssen unablässig gebaut und in Stand gehalten werden. So entschied er sich zunächst für eine Maurerlehre, an die er das Studium Bauingenieurwesen, Fachbereich Baubetrieb, an der HsKA anschloss.

Er habe nur die besten Erinnerungen an seine Studienzeit, sagt Gerald Lanzenberger. Nicht zuletzt deshalb fühlt er sich der HsKA bis heute sehr verbunden. Er ist überzeugt, dass „seine“ Hochschule nicht nur ihn persönlich gut ausgebildet hat, sondern dass die HsKA bis heute ausschließlich gut ausgebildete Absolventen auf den Markt entlässt. Aufgrund seiner Verbundenheit unterstützt er den engen Austausch zwischen Züblin und der Hochschule. Die Züblin AG Karlsruhe ist Freund und Förderer der HsKA, so betont Gerald Lanzen-berger. Der mittelständisch geprägte Baukonzern ist Stipendium-Geber im Rahmen des Deutschland-Stipendiums und ist seit vielen Jahren auch auf der Firmenkontaktmesse Kontakta des studentischen Vereins SEINT e.V. vertreten. Züblin bietet außerdem für Studierende der HsKA zahlreiche Praktikumsplätze an und genehmigt regelmäßig Exkursionen zu den Baustellen. An der HsKA weiß man diese Verbindung zu schätzen und nutzt die Chance, Praxis in die Lehre einzubinden. Auf Wunsch der Hochschule hielt Gerald Lanzenberger im Sommersemester 2011 vertretungsweise die Vorlesung Baubetriebslehre. 

„Heute kann ich sagen: Wir wurden gut ausgebildet und waren gut auf dieHerausforderungen als Ingenieur, inmeinem Fall bei einem großen Konzernder Branche, vorbereitet. Ich weiß auchvon Studienkollegen, die an andererStelle ihre Laufbahn begonnen haben,dass sie ihren Weg gemacht haben.“

Damals, zu Studienzeiten… Wir waren fleißige Studenten, erinnert sich der HsKA-Alumnus. Viele der Kommilitonen hatten schon erste berufliche Erfahrungen gesammelt. Vielleicht hat das manche daran gehindert, das studentische Leben und die Freiräume ausgiebiger zu genießen. Schon während des Studiums war auch sein Fokus beruflich ausgerichtet in Richtung Bauunternehmung und weniger auf das Studentenleben.

Das Studium an der HsKA hat mir viel gegeben, auch noch heute, sagt er. In den vielen Vorstellungsgesprächen, die er führt, erklärt er den Bewerbern: „Ein erfolgreicher Studienabschluss bedeutet nicht, dass Ihr alles könnt – das erwartet niemand – sondern, dass Ihr in der Lage seid, „dicke Bretter“ zu bohren“. Damit möchte er den jungen Menschen an der Eintrittsschwelle ins Berufsleben sagen, dass sie in der Lage sein müssen, große Herausforderungen anzunehmen. Das Rüstzeug, sich einer neuen Aufgabe zu stellen und falls erforderlich mit wissenschaftlichem Background heranzugehen und mit Fleiß, Inspiration und Neugier die Aufgabe zu lösen – das ist es, was das Studium einem mitgibt. Früher sowie, auf die jüngeren Kolleginnen und Kollegen bei Züblin blickend, auch heute noch, resümiert Gerald Lanzenberger.

Das Interview zum Porträt führte Jasmin Just im Sommer 2014.
Foto: privat

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