Karl Langensteiner-Schönborn

Architektur und Städtebau 1989 – 1994

  • Gesamtentwicklung der Universitätskliniken beim Universitätsbauamt FreiburgStadtbaumeister der Stadt Herbolzheim
  • Freiberuflicher Architekt und Stadtplaner in Freiburg
  • Bürgermeister und Baudezernent der Stadt Lahr
  • Seit 2014
    Bürgermeister und Baudezernent der Stadt Konstanz

„Erfolg ist das Zusammenspiel aus Spaß, Fleiß, Kreativität und Kommunikation.“

Der berufliche Werdegang von Karl Langensteiner-Schönborn hat mit 15 Jahren in der Stadtsanierung und Denkmalpflege von Rottweil begonnen. Der heutige Bürgermeister und Baudezernent von Konstanz am Bodensee und HsKA-Alumnus engagierte sich bereits als Jugendlicher im Stadtjugendring in der Sanierungsgruppe sowie in einem Architektur- und Stadtplanungsbüro mit Schwerpunkt Konversion. Dass er nach dem Abitur ein Studium der Architektur mit der Vertiefung im Städtebau aufnahm, war so gesehen der natürliche nächste Schritt.
Durch das Studium an der HsKA war seine fachliche Expertise in Verbindung mit der studienbe-gleitenden Praxis so gut, dass ihm direkt mit dem Studienabschluss in Freiburg die Fortschreibung der Gesamtentwicklung der Universitätskliniken übertragen wurde. Karl Langensteiner-Schönborn war mit Leidenschaft bei der Arbeit und bewies Kompetenz.

Als jüngster Stadtbaumeister Baden-Württembergs war er drei Jahre nach Studienabschluss in Herbolzheim für den gesamten Infrastrukturbereich der Stadt zuständig. Die anschließende fünfjährige Freiberuflichkeit in Freiburg, bei der er größere Stadtentwicklungsmaßnahmen begleitete, war eine gute Erfahrung, Vorhaben aus Sicht des Projektentwicklers zu sehen und zu  verstehen. Der Interessensausgleich zwischen Stadtverwaltung und Privatwirtschaft ist bei Beibehaltung der Qualitätskriterien problemlos machbar, so der erfahrene Stadtplaner. Zahlreiche Auszeichnungen von der Architektenkammer, des Bundes Deutscher Architekten und des Landes Baden-Württemberg bestätigen Karl Langensteiner-Schönborns qualitätsvolle Arbeit.

Mit der beruflichen Vorerfahrung und einem weiteren Architektur- und Städtebau Diplomabschluss der Universität Kassel war die folgende, knapp 10-jährige Aufgabe als Bürgermeister und Baudezernent von Lahr eine Freude. In Lahr hat er das Stadtbild nachhaltig verändert und mit der erfolgreichen Bewerbung für die Landesgartenschau Lahr 2018 einen wichtigen Meilenstein in der Lahrer Stadtentwicklung gesetzt. Dass die Stadt am südlichen Oberrhein den Zuschlag erhielt, geht wesentlich auf seine federführende Vorarbeit zurück. Nach Fertigstellung der Planung konnte er das Projekt an die Landesgartenschau GmbH übergeben. So ein Projekt gibt es nur einmal im Leben, sagt er. Nach seiner überzeugenden Wiederwahl in Lahr ohne Gegenkandidat mit 27 von 30 Stimmen kam mit der Stellenausschreibung der Ruf an die Bodensee-Stadt Konstanz für Karl Langensteiner-Schönborn überraschend. Als entscheidungsfreudiger Mensch war jedoch die Wahl schnell getroffen. Das klare Ergebnis bei seiner Wahl zum Baubürgermeister von Konstanz mit 35 von 41 Stimmen im November 2013 war daraufhin eine Bestätigung und zugleich ein Ansporn, die Weichen für die Bodensee-Stadt zusammen mit der Verwaltung und den politischen Vertretern im Sinne der Menschen von Konstanz nachhaltig zu stellen.

Sein Amt als Bürgermeister und Baudezernent für die Infrastruktur und Stadtentwicklung von Konstanz trat Karl Langensteiner-Schönborn mit 48 Jahren Anfang 2014 an. Als Beigeordneter leitet er in der Konzilstadt seitdem das Baudezernat mit den Bereichen Stadtentwicklung, Planung, Bau, Technik, Umwelt, Entsorgungsbetriebe und Technische Betriebe mit insgesamt acht Ämtern und 360 Mitarbeitern.

Karl Langensteiner-Schönborn ist mit Herz und Seele bei der Arbeit. Stadtentwicklung ist für mich persönlich, als Architekt und Stadtplaner, die schönste Aufgabe, der man sich stellen kann, sagt er voller Überzeugung und ergänzt: Sie dient der Zukunft der Städte und damit den Menschen. Stadtentwicklung bedeutet, Impulse für eine nachhaltige Zukunft zu erarbeiten und umzusetzen. Eine verantwortungsvolle und zugleich sehr reizvolle Aufgabe. Die Infrastrukturplanung für eine Stadt ist von großer Bedeutung für die soziale, kulturelle, ökologische und ökonomische Entwicklung über viele Jahre. In der Stadtentwicklungsarbeit besteht die zentrale Herausforderung stets darin, die natürlichen Interessenkonflikte zwischen all diesen Aspekten herauszuarbeiten und eine tragfähige Lösung zu entwickeln. Karl Langensteiner-Schönborn stellt sich dieser Herausforderung mit Beharrlichkeit, Risikobereitschaft und unkonventionellen Denkansätzen. Das ist sein Erfolgsrezept. Ich mag das Wort „Problem“ nicht, sagt er, ich nenne es „Aufgabenstellung“.

„Stadtentwicklung ist für mich persönlich die schönste Aufgabe, der man sich stellen kann. Sie dient der Zukunft der Städte und damit den Menschen.

 

In der Konstanzer Stadtentwicklung gibt es viele „Aufgabenstellungen“, wie es Karl Langensteiner-Schönborn umschreibt. Als größte Stadt am Bodensee ist Konstanz seit vielen Jahrzehnten das  wirtschaftliche Zentrum für Handel, Dienstleistung und Gewerbe. Strukturelle Veränderungen wie die zunehmende Urbanisierung bringen auch am Bodensee neue Herausforderungen mit sich. Weltweit entwickeln sich die Städte mehr und mehr zu den zentralen Orten, an denen sich die Menschen in Zukunft bündeln, ob gewollt oder nicht. Die Verlagerung in die Städte wird bis zum
Jahr 2050 von aktuell 50 % auf 70 % ansteigen, weiß Karl Langensteiner-Schönborn.

Schwarmstädte wie Konstanz stellen sich dieser Entwicklung mit langfristigen Konzepten für bezahlbaren Wohnraum und einer nachhaltigen Mobilität. Die Mobilität wird sich in den kommenden Jahrzehnten, insbesondere durch neue Mobilitätsangebote und Smart City, deutlich verändern, sofern die Verantwortlichen heute schon darauf eingehen, erklärt er. Der Individualverkehr wird langfristig zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs zurückgehen. Als Baubürgermeister erarbeitet er aus diesem Grund Konzepte, die die Attraktivität dieser Mobilitätssysteme steigern. In Konstanz ist die Lage aufgrund von nur zwei Brückenanbindungen für den motorisierten Verkehr besonders prekär. An über 120 Spitzentagen im Jahr bricht der Verkehr zusammen und der ÖPNV Busverkehr leidet mit. Daher sollten alternative Verkehrskonzepte entwickelt werden wie zum Beispiel eine urbane Seilbahn, die die wichtigen Punkte in der Stadt als Schnellbahnlinie verknüpft. Diese Option wird derzeit geprüft, erzählt Karl Langensteiner-Schönborn. Was sich in Lateinamerika schon bewährt hat, könnte auch für Europa in vielen Städten eine Lösung unabhängig von bestehenden Straßenführungen sein.

„Die Offenheit der Verantwortlichen in der Fakultät für Architektur und Bauwesen, reale Aufgaben anzugehen und mit innovativen Lösungen den Horizont zu erweitern, ist an der HsKA beispielhaft für die Lehre an Hochschulen.“

 

Mit der HsKA verbindet mich, auch nach dem Studium, eine langjährige Zusammenarbeit, sagt Karl Langensteiner-Schönborn. Zahlreiche Entwürfe von Studierenden halfen ihm im Zuge seiner Arbeit als Stadtplaner im Vorfeld von Projekten, die Spielräume für die Wettbewerbsaufgaben zu erweitern. So entwickelten Architektur-Studierende der HsKA beispielsweise gelungene Entwürfe für eine am Landesgartenschaugelände und der Innenstadt prominent gelegene Sporthalle in Lahr.
Die Fakultät für Architektur und Bauwesen an der HsKA leistet mit der Einbindung von solchen realen Projekten in die Lehre einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für den frühzeitigen Projektdialog, lobt Karl Langensteiner-Schönborn. Die Studierenden der Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind motiviert und interessiert an aktuellen Aufgaben der Stadtentwicklung, das hat ihm seine Arbeit als Lehrbeauftragter an der HTWG Konstanz bestätigt. Erfolg ist das Zusammenspiel aus Spaß, Fleiß, Kreativität und Kommunikation – dies lernt man im Team an der Hochschule und das ist auch die Grundlage für den beruflichen Erfolg, schließt Karl Langensteiner-Schönborn.

Das Porträt erstellte Jasmin Just im Februar 2016.
Foto: privat

Das Porträt zum Download.

 

 

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