Thorsten Schmiady

Studium Wirtschaftsinformatik 1994 – 1999

  • Studium Business & Applied Computing, Waterford Institute of Technology
  • IT-Support, German-British Chamber of Industry & Commerce IT-Consultant, EnBW
  • Vertriebsbeauftragter Deutscher Sparkassen Verlag (DSV)
  • Key Account Manager, DATALOG Software AG
  • Enterprise Relationship Manager Sparkassen Finanzgruppe, Citrix Systems
  • Lehrbeauftragter für IT-Führungskompetenz an der HsKA
  • Geschäftsführer der Makro Factory GmbH & Co. KG
  • Area Director DACH, Lakeside Software
  • Chief Operating Officer, Expert Systems GmbH

Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.

Es war ein gewagter Schritt kurz nach der globalen Wirtschaftskrise 2008/09. Aber Thorsten Schmiady hat es nicht bereut. Eine solche Gelegenheit bekommt man nicht mehr so oft nach zehn Jahren Berufstätigkeit im Angestelltenverhältnis, dachte er sich als er 2010 als Geschäftsführer bei dem IT-Dienstleister Makro Factory einstieg. Das Karlsruher Unternehmen, das sich auf automatisierte IT-Infrastruktur-Lösungen spezialisiert hat, ist eines der führenden IT-Beratungshäuser in Deutschland. Der Wirtschaftsinformatiker kannte die Firma bereits. Makro Factory war der wichtigste Partner in seiner vorangegangenen Tätigkeit bei Citrix Systems, wo er für die Sparkassen-Finanzgruppe, die größte Bankengruppe weltweit, verantwortlich war.

Er habe sich schon immer unternehmerisch gefühlt und gerne unternehmerisch verantwortlich gearbeitet, sagt Schmiady. Dennoch war der Sprung ins Unternehmertum nicht einfach, bekennt der gebürtige Karlsruher ohne Umschweife. Manchmal hat er sich schon gefragt: Auf was habe ich mich da eingelassen? Es war ein Gefühl, als Kreisligafußballer plötzlich in der Champions League zu spielen, beschreibt er den Wechsel vom angestellten Mitarbeiter zum selbstständigen Geschäftsführer einer etablierten Firma. Die vielen Anforderungen, denen Unternehmen und Unternehmer gerecht werden müssen, sind eine große Herausforderung. Er ist oft desillusioniert worden, wie das Leben eines Unternehmers eben so ist, sagt er.

Innerhalb des dreiköpfigen Führungsteams der Makro Factory ist Schmiady für die Entwicklung des Unternehmens im Hinblick auf Vertrieb, Marketing, Business Development und strategische Partnerschaften verantwortlich. Schmiady ist stolz auf die Errungenschaften der Makro Factory in den letzten Jahren. Acht Mitarbeiter waren es bei seinem Einstieg, mittlerweile sind es 45 Fachkräfte an fünf Standorten. Das beachtliche Wachstum ging mit einer strategischen Neuausrichtung einher, die er wesentlich mitgestaltete. Der ganzheitliche Beratungsansatz durch hochqualifizierte Fachkräfte steht mittlerweile mehr denn je im Fokus des Firmenportfolios. Mit zahlreichen Kunden aus dem Mittelstand, dem öffentlichen Sektor und aus dem Gesundheitsbereich ist es Schmiady zudem gelungen, völlig neue Märkte für das Unternehmen zu erschließen, das zuvor nur in der Finanzbranche aktiv war. Es ist diese Gestaltungsfreiheit, Möglichkeiten zu ergreifen und zu schaffen, die er so sehr schätzt in seinem Job als selbständiger Unternehmer. Die Möglichkeit, das Unternehmen neu auszurichten und die Unternehmenskultur zu modernisieren, beschreibt Schmiady als eine sehr verantwortungsvolle und zugleich erfüllende Aufgabe.

Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe. Das ist Schmiadys Lebensmotto. Dieser von dm-Gründer Götz Werner geprägte Satz ist auch sein Leitgedanke, an dem er die Unternehmenskultur der Firma ausrichtet. Nur wer begeistert ist von dem, was er tut, kann erfolgreich sein, weiß Schmiady. Er möchte Begeisterung wecken und mit Menschen arbeiten, die ihre Arbeit interessiert und die sie mit Leidenschaft ausführen. Neue Mitarbeiter gewinnt die Makro Factory daher auf eine dem Motto entsprechende, innovative Weise: Das Unternehmen agiert so, dass es Menschen findet, die von ihrem Aufgabenprofil und ihrer Persönlichkeit interessant und passend sind. Klassische Stellenausschreibungen gibt es in dem Sinne nur selten. Wichtiger ist der Aspekt des Networkings und ob diese Menschen zum Unternehmen passen. Die Makro Factory will auf diese Weise wachsen und nicht durch Stellenanzeigen, erklärt Schmiady. Oft kam es vor, sagt er, dass die Bewerber auf Stellenausschreibungen nicht zum Unternehmen gepasst haben.

Karrieretipp? Netzwerken! Netzwerken, wo immer sich die Möglichkeit dafür ergibt, das ist der wichtigste Tipp für Schmiady. Ob im Studium mit Kommilitonen und Dozenten, im Berufsleben oder in Verbänden und Vereinen. Man sollte sein Netzwerk immer weiter ausbauen und es pflegen. Mit den heutigen Social Networks ist das wesentlich einfacher als früher. All jenen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen, rät er, dies bereits während des Studiums in Angriff zu nehmen. Fehler kann man sich da noch leichter erlauben und auch die Anforderungen sind niedriger. Danach wird es schwieriger, weiß er aus eigener Erfahrung. Später sind da die höheren Ansprüche, aber auch mehr Verpflichtungen, z.B. familiärer Art, die den Schritt erschweren.

Thorsten Schmiady ist regelmäßig an der HsKA. Bei der Erstsemesterbegrüßung versucht er bei den Studienanfängern den Funken der Begeisterung für ihr Fach zu entfachen. Als Lehrbeauftragter an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik unterrichtet er jedes Semester das Wahlpflichtfach „Führungskompetenz“, das sich mittlerweile zu „Führungspersönlichkeit“ entwickelt hat. Dort vermittelt er nicht nur klassische Methodenkompetenzen einer Führungskraft, sondern auch sein aus der beruflichen Praxis gewonnenes Know-how. Ausgehend von den ersten beruflichen Erfahrungen der Studierenden, arbeitet er mit ihnen gemeinsam die für erfolgreiche Führung relevanten Punkte und Informationen heraus. Dazu lädt er auch interessante Führungspersönlichkeiten, z.B. von Adidas oder Microsoft ein. Im kommenden Wintersemester ist der Oberbürgermeister von Karlsruhe in seiner Lehrveranstaltung zu Gast. Die Arbeit mit den Studierenden bereitet ihm großen Spaß. Er genießt diesen Gegensatz zu seinem beruflichen Alltag, wo ihn die Menschen stets in der Funktion des Chefs wahrnehmen – eine Darstellung, die er nicht mag, denn er sieht sich selbst als Kollege.

„Das Studium an der HsKA hat mir eine sehr breite Ausbildung zu allen IT-Themen vermittelt. Dadurch habe ich noch heute einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten von IT in Summe.“

In seinen Studientagen war Schmiady in der Fachschaft als Fachschaftssprecher aktiv. Mit großem Eifer, so erzählt er, organisierten sie damals die alljährliche WI-Party. Nach einem Jahr Auslandsaufenthalt in England, musste er mit Verwunderung und Bedauern feststellen, dass sich in der Zwischenzeit die Fachschaft komplett aufgelöst hatte. Sie waren wohl zu sehr damit beschäftigt, gute Partys zu organisieren anstatt sich mit der Nachhaltigkeit des Fachschafts-teams auseinanderzusetzen, gesteht er freimütig. Die Fachschaftsauflösung war ihm eine Lehre in Sachen Nachhaltigkeit. Zusammen mit Kommilitonen engagierte er sich daraufhin für den nachhaltigen Wiederaufbau der Fachschaft. Der Fachschaftsraum, damals im Keller des K-Gebäudes, wurde zu einem wichtigen Anlaufpunkt, vor allem zur Zeit der Studentenproteste gegen Studiengebühren. Eine durch die gemeinsamen Streiks auf den Straßen und das besondere Gemeinschaftsgefühl prägende Zeit, sagt Schmiady. Er freut sich, bei der Fachschaftsgründung mitgewirkt zu haben, und es macht ihn stolz zu sehen, dass es bis heute eine Fachschaft für Wirtschaftsinformatik gibt.

Das Interview zum Porträt führte Jasmin Just im Mai 2014.
Foto: privat

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