Ute Jansing

Kartographie 1992 – 1997

  • Gründerin, Inhaberin und geschäftsführende Gesellschafterin der Bildagentur Pitopia.de
  • Autorin für das Fachmagazin „PICTORIAL – Art Buyer’s Digest“
  • Referentin zum Thema Bildermarkt und Stolperfallen beim Bilderkauf
  • Beraterin beim Nachwuchspreis „MEKAWARD“ für Kreativschaffende
  • Strategische Beratung rund um Bilder und Art Buying

„Eine Zeit lang war ich fast schon ein Networking-Junkie.“

Ute Jansing ist Gründerin, Inhaberin und geschäftsführende Gesellschafterin der Bildagentur Pitopia.de, die über das Internet lizenzfreie Bilder zu Festpreisen anbietet. Über die Online-Plattform können Bildkäufer Digitalfotos mit umfassendem Nutzungsrecht erwerben. Unter den Pitopia-Kunden sind namhafte Firmen vertreten wie beispielsweise Lufthansa und alltours flugreisen. Für das Unternehmenskonzept wurde Pitopia 2004 beim Gründerwettbewerb „Mit Multimedia erfolgreich starten“ ausgezeichnet und seit Unternehmensgründung mit weiteren Preisen und Awards geehrt.

Ein Interview mit Ute Jansing:


Berufliche Meilensteine

Alle meine beruflichen Stationen waren wichtig für meinen Werdegang und im Rückblick waren sie auch die Wegbereitung für meine Existenzgründung mit Pitopia. Bei jeder Station kam eine Herausforderung dazu, durch die ich Kenntnisse erworben habe, die mir heute als selbstständige Unternehmerin dienen. Meine Tätigkeiten in unterschiedlichen Firmen hatten alle eines gemeinsam: Ich war überall mit dem Aufbau eines neuen Themas betraut. Mal war es ein Internetauftritt, ein Kundenmagazin, ein Messekonzept, die Expansion in die USA oder mal ein exklusiver Intranetauftritt.
Sehr prägend war für mich die Zeit bei einer Film- und TV Produktionsfirma. Da konnte ich mein Talent für Bilder einsetzen und lernte technische Zusammenhänge zu verstehen. Das war eine gute Basis für mein späteres Ingenieurstudium an der HsKA. Auch sehr wichtig waren die Jobs, bei denen ich Kundenkontakte hatte. Das hat meine Persönlichkeit stark weiterentwickelt und diese Erfahrungen waren und sind für meine eigene Firma ein besonders wichtiger Erfolgsfaktor.
Omas Fotoapparat hatte es mir schon als Kind angetan. Was ich damals noch nicht wusste: Das war der erste Schritt in meine berufliche Zukunft. Die Bilderwelt liebe ich bis heute und ich lebe sie seit ich meine Berufserfahrung aus Film, PR, Eventmanagement, Grafik und Design sowie Web-Entwicklung in meine eigene Bildagentur Pitopia gesteckt habe, um den deutsch- sprachigen Bildermarkt voranzutreiben. Ein Lebenstraum hat sich damit für mich erfüllt: Eine eigene Firma.

Im Jahr 2005 haben mein Gründungs- und Geschäftspartner Michael Hubschneider und ich mit Pitopia Angebot und Nachfrage zusammengebracht: Fotografen bieten ihre digitalen Bilder auf der Pitopia-Plattform an und Bildkäufer wie Redakteure, Medienagenturen, Verlage und Unternehmen erwerben das umfassende Nutzungsrecht der lizenzfreien Bilder. Unser Bildangebot reicht von A wie Apfel bis Z wie Zypern und deckt sämtliche Bilderwelten ab. Ein besonderes Merkmal sind unsere themenbezogenen Bilder-Kollektionen, die als Inspiration bei der Bildersuche helfen. In der Kollektion „Titelbilder“ beispielsweise haben wir eine vielfältige und umfangreiche Auswahl an verschiedensten Covermotiven für Publikationen zusammengestellt. Das Titelbild ist das A und O eines jeden Buches oder einer jeden Zeitschrift. Mit dem Titelbild werden in Sekundenschnelle Informationen übermittelt und Kaufimpulse gesetzt. Das funktioniert global und unabhängig von der Sprache.
Meine Bereiche bei Pitopia sind Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb, Unternehmenskommunikation und Redaktion. In diesem Jahr werde ich beruflich einen neuen Schritt gehen, denn aufbauend auf vielen Jahren Erfahrung in der Bildagenturbranche steht zukünftig die strategische Beratung rund um Bilder und Art Buying für mich im Vordergrund. Der Markt ist für Bildkäufer in Bezug auf das Thema rechtliche Sicherheit bei Bildlizenzen problematisch geworden. Das Ziel wird sein, rechtliche Stolperfallen auf Websites und in sozialen Kanälen zu finden und damit ganz aktiv vor teuren Abmahnungen und Schlimmerem zu schützen.

Erfolgsrezept

Sowohl im Studium als auch bei der Arbeit sollte man Einblicke in andere Bereiche wagen, auch wenn es das Studium oder der Job nicht direkt erfordern. Über den Tellerrand schauen und auf Entdeckungsreise gehen erweitert den Horizont und bietet dann manchmal unerwartete Chancen. Darüber hinaus ist Networking wichtig. Für Erfolg sind Kontakte ein entscheidender Faktor. Wer niemanden kennt, erfährt nichts. Innerhalb des eigenen Netzwerks Informationen zu erhalten und weiterzugeben bietet viele Gelegenheiten der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Eine Zeit lang war ich fast schon ein Networking-Junkie. In der Gründungs- und Startphase von Pitopia war das wertvoll.
Mit Pitopia haben wir sehr erfolgreich an einigen Wett- bewerben teilgenommen und Auszeichnungen erhalten, beispielsweise als „Hauptpreisträger“ beim Mittelstandsprogramm 2009 sowie zuletzt im Rahmen der Initiative Mittelstand 2013 das Prädikat BEST OF 2013 in der Kategorie E-Business für unseren selbst entwickelten Story Illustrator. Solche Erfolge lassen sich sehr gut als Werbefaktor nutzen. Außerdem ist im Zuge einer Bewerbung um einen Preis eine Analyse des eigenen Unternehmens und ein objektiver Blick zurück und nach vorn notwendig. Dies fördert die Weiterentwicklung der eigenen Firma und damit den Unternehmenserfolg.

„Erfolg ist kein Glück, sondern hart erarbeitet und braucht Zeit. Erfolg braucht auch eine eigene Sichtweise, denn manch- mal sind es die kleinen Dinge, die den ganz persönlichen Erfolg ausmachen.“

Studiumserinnerungen

Meine Studienzeit an der HsKA im Fach Kartographie habe ich in sehr guter Erinnerung. Es wurde ein sehr breit gefächertes Wissen vermittelt von Professoren, die aus sehr unterschiedlichen Berufsbereichen kamen. Externe Lehrbeauftragte ergänzten das Spektrum und gaben einen Einblick in den Praxisalltag – eine Chance, die ich sehr geschätzt habe. Durch das Studium habe ich gelernt, mich tief in Themen einzuarbeiten, Lösungen zu suchen und Ergebnisse zu präsentieren. Im Studium habe ich gelernt zu lernen. Das war bei mir in der Schulzeit nicht passiert.
Über mein Engagement in Arbeitskreisen zusammen mit Professoren erhielt ich auch Einblicke in Hochschulabläufe und Hochschulbürokratie. Dadurch veränderte sich mein Blick auf die Professoren und ihre Arbeit. Die Möglichkeit, Impulse zur Verbesserung des Studiengangs einbringen zu können, hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern hat mich auch motiviert, mich später im Beruf außerhalb von meinen alltäglichen Arbeitsaufgaben zu engagieren.

Pitopia und die HsKA

Projekte in Zusammenarbeit mit realen Unternehmen sind wichtig, damit Studierende Berufserfahrung sammeln, ihre spezifischen Kenntnisse einbringen und durch ihre neuen Sichtweisen Innovationen entwickeln können. Genau deshalb hat Pitopia ein Marktforschungsprojekt zum Thema Buchcover im Rahmen der Vorlesung „Dienstleistungsmarketing“ im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der HsKA unterstützt. Die Studierenden haben interessante Aspekte erarbeitet und professionell präsentiert mit dem Ergebnis: Bücher verkaufen sich insbesondere über das Titelbild. Für Pitopia war es gut, unsere Vermutung durch das Projekt mit empirischen Ergebnissen untermauert zu haben.

Das Porträt erstellte Jasmin Just im März 2017.
Porträtfoto: wyynot


Das Porträt zum Download.



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