Ute Klingelhöfer

Technische Redaktion 2007 – 2012

 

  • Dozentin für Social Media Management
  • Digitale Nomadin in Brasilien im Winter 2015/16
  • Quartiersleitung Karlsruhe, Digital Media Women e.V.

  • Seit 2012
    Gründerin und Inhaberin von contentwerk

„Erfolg ist, nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben.“

Ute Klingelhöfer ist Gründerin und Inhaberin von contentwerk. Die studierte technische Redakteurin machte sich gleich nach dem Studium als Content Strategin selbstständig und bietet Beratung und Dienstleistungen rund um Content und Social Media Marketing an. Als Dozentin für Social Media Management ist sie auch an Universitäten tätig. Im Winter 2015/2016 reiste sie mit ihrem Laptop-Business als digitale Nomadin nach Brasilien und lernte das ortsunabhängige Arbeiten kennen.


Ein Interview mit Ute Klingelhöfer:

Berufliche Meilensteine

Sechs Monate nach ihrem Studienabschluss im Fach Technische Redaktion wagte Ute Klingelhöfer den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete contentwerk. Mit ihrer Beratungsagentur unterstützt sie Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Content Strategien, mit denen die Kundenbindung gestärkt und neue Interessenten gewonnen werden. Ihr Wissen verkauft sie außerdem in Online-Trainings und universitären Online-Seminaren.
Geplant war der schnelle Weg in die Selbstständigkeit nicht. Der Wunsch, eines Tages selbstständig zu sein, kam zwar schon während des Studiums auf, doch wollte Ute Klingelhöfer erst einmal mit einer Festanstellung in das Arbeitsleben starten. Ein Job für ein großes deutsches Kommunikationsunternehmen bestärkte sie dann, sich selbstständig zu machen. „Ich gehe gern Risiken ein und ich war zugleich auch euphorisch, endlich so arbeiten zu können, wie ich es immer vorhatte.“
Als selbstständige Unternehmerin musste sie dann lernen, mit Ungewissheit umzugehen, eigene Entscheidungen zu treffen und mit den eigenen Ressourcen zu haushalten. Angestellte mögen das als Freiheit bezeichnen, Ute Klingelhöfer nennt es Verantwortung, vor allem sich selbst gegenüber. Dazu gehört, seine Grenzen zu kennen und auch in der Alltagspraxis und im Kundenkontakt Grenzen zu ziehen. Man muss also lernen, durchzuhalten. „Selbstständigkeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“

Ende 2015 war es Zeit für eine neue Herausforderung: Als digitale Nomadin machte sich Ute Klingelhöfer auf nach Brasilien, arbeitete dort und traf sich mit anderen sogenannten Internet- oder Büronomaden. „Ich wollte mir eine Auszeit nehmen, in der ich mehr Zeit habe, ‘am‘ statt ‘im‘ Business zu arbeiten.“ Ihr Ziel war es, drei Monate durch Brasilien zu reisen, an eigenen Projekten zu arbeiten und das ortsunabhängige Arbeitsleben kennenzulernen. „Nicht jedem meiner Kunden gefiel, dass ich in Südamerika war. Einige konnten ein fernes Land wie Brasilien nicht mit Arbeit in Verbindung bringen.“ Was jedoch die Kritiker des digitalen Nomadentums nicht sehen: Jedes Abenteuer hat seinen Preis. Sei es, dass man sich bereits vor der Reise finanziell einschränkt oder besonders viel arbeitet, um sich entsprechende Reisezeiten, in denen man Land und Leute erkundet, leisten zu können. Oder sei es der Zeitverlust, der mit jedem Ortswechsel durch die Neuorientierung einhergeht. Die Einrichtung eines Arbeitsplatzes mit guter Internetverbindung kann da schon hürdenreich sein.
Auch wenn das dauerhafte Digitalnomadentum für Ute Klingelhöfer keine Option ist, möchte sie die Erfahrung auf keinen Fall missen. „Ich erinnere mich gerne an einen Morgen, als wir um fünf Uhr vom Strand hinaus schwammen und eine kleine Gruppe von Delfinen neben uns auftauchte.“
Die Zeit im Ausland war nicht nur reich an eindrücklichen Momenten, sie brachte auch Klarheit über die eigene Ausrichtung: „Ich habe mein Portfolio nun um Online-Beratung und Online-Kurse erweitert, da kann ich ortsunabhängig arbeiten und muss nicht im Büro sein.“

Erfolgsrezept

Zu Studienzeiten glaubte sie, Erfolg sei ausschließlich etwas, das im Außen messbar ist, erzählt Ute Klingelhöfer. Wie etwa gute Noten und ein Beruf mit hohem Gehaltszettel. Heute sagt sie: „Erfolg ist, wenn ich es geschafft habe, mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu leben. Wenn ich die Ziele, die ich mir gesetzt habe, erreiche und mich dabei gut fühle.“ Bisher ist ihr das gelungen. Nicht immer zum gewünschten Zeitpunkt, manchmal später, manchmal sogar früher als erwartet.
Ute Klingelhöfer empfiehlt jedem, persönliche Ziele aufzuschreiben. Daraus ensteht Fokussierung und das führt wiederum zu Handlungen, die den Weg zur Zielerreichung bereiten. „Wenn Walt Disney also sagt ‘If you can dream it, you can do it‘, würde ich gerne mal mit den Worten ‘Alles, was du dir aufschreibst, wird wahr werden‘ zitiert werden wollen.“
Studierenden und Berufseinsteigern rät sie: Erstens, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen – der Ernst des Lebens kommt noch früh genug. Zweitens, in jedem Fall die Chance zu nutzen, ein Auslandssemester oder -praktikum zu machen. „Hier gewinnt man nicht nur Freunde fürs Leben, sondern lernt auch, dass die für Deutsche typische Beschlussfreude nicht in jeder Kultur gut ankommt.“ Und drittens, zu netzwerken und bereits im Studium damit anzufangen, berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder Xing zu nutzen. „Man kann nicht früh genug damit beginnen, sich online ein Profil aufzubauen.

Gründungserfahrungen

Ihre Gründungserfahrungen gibt Ute Klingelhöfer gerne weiter. Als Mentorin in der Alumni-Mentorengalerie der HsKA steht sie Studierenden und Absolventen bei Fragen rund um Existenzgründung mit Rat und Tat zur Seite. Sie arbeitet gern mit Studierenden und Alumni der Hochschule zusammen. „Hier werden schließlich gute Kräfte ausgebildet. Wer also nicht davor zurückscheut, ortsunabhängig zu arbeiten, darf sich gerne bei mir melden.“ Besonders gern hilft sie jenen, die sich noch nicht für mutig genug halten für den Schritt in die Selbstständigkeit. „Über mutige Menschen wird oft gesagt, sie hätten keine Angst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Doch, wir haben Angst, aber wir ziehen das Glücklichsein der Sicherheit vor.“ Jeden Gründungsinteressierten ermutigt sie daher: „Just do it! Es lohnt sich, den eigenen Weg zu verfolgen und mutig zu sein.“
Für junge Menschen möchte sie ein Buch über ihre Gründungserfahrungen schreiben. „Ich glaube, aus meinen Fehlern und Erlebnissen können andere einiges mitnehmen.“

Studiumserinnerungen

Ute Klingelhöfer denkt gerne an ihr Studium zurück. Sie konnte viel machen, was ihr Spaß bereitete und worin sie gut war. „Ich würde auch sagen, dass ich ziemlich viel Glück mit den Professoren und Dozenten in der Technischen Redaktion hatte – was ich vielleicht nicht immer so geschätzt bzw. gezeigt habe, denn mit Kommilitonen  gab es immer was zu besprechen“, sagt sie zwinkernd. Als sie 2013 das erste Mal selbst vor Studierenden in der Rolle als Dozentin stand, wurde ihr schlagartig bewusst, welche Verantwortung und welcher Aufwand mit einer guten Vorlesung verbunden ist. „Bei dieser Erkenntnis musste ich ein wenig schmunzeln. Es hilft manchmal, die Schuhe des Gegenübers anzuziehen, um die andere Position besser nachzuvollziehen.“

Das Porträt erstellte Jasmin Just im August 2017
Porträtfoto: Heiko Wirth

Das Porträt zum Download.

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