WILDPARK

Neubau Wildparkstadion und Sportcampus


Dem Entwurf geht die Haltung voraus, dass der Karlsruher Sportclub, gemessen an seinen zahlreichen Erfolgen, ein traditionsreicher Verein ist. Diesbezüglich ist das zentrale Thema des Entwurfs, der Neubau eines Stadionkörpers, welcher den Anforderungen für internationale Partien entspricht, sowie die Neugestaltung des Areals am Adenauerring mit einem Sportpark. Der Stadionneubau hat eine Kapazität von 35.000 Zuschauer und wird durch ein Sportleistungszentrum, ein Jugendinternat und ein neues Vereinsheim abgerundet.

Im Zuge der Nachhaltigkeit wird beim Bau des Stadionkörpers zum größten Teil auf den Baustoff Holz zurückgegriffen. Der ehemalige Stadionkörper zog sich mit seiner Länge über alle drei Strahlen im Grundstücksgrundriss hinweg. So wurde das an allen Seiten von Bäumen umschlossene Grundstück als introvertiert angesehen und hat sich nach innen durch freie Formen dem alten Baumbestand angepasst. Durch seine zahlreichen Zugänge ist das Grundstück über jede Seite gut zu erreichen
und im Haveriefall schnell zu räumen. Hier wurde als Beispiel der Olympiapark in München als Referenz herangezogen. Mit seiner großzügigen und in der Fläche verlaufenden Landschaft, ist es ein Paradebeispiel für das Konzept eines Stadionkörpers in Kombination mit der Landschaft und einem Sportpark. Der Olympiapark wirkt mit seinen großzügigen und verwundenen Wegen und Grünflächen der Aggressionsbereitschaft der Fußballfans entgegen. So wurde im hiesigen Entwurf großer Wert auf das Durchwegungskonzept über das gesamte Grundstück gelegt. Durch eine Art Baumwipfelpfad werden alle Eingangssituationen, das Stadion, das Jugendzentrum, das Sportleistungszentrum, das Vereinsheim und die zahlreichen Trainingsplätze miteinander verbunden. Durch die Teilung auf zwei Ebenen bietet der Pfad dem Zuschauer sowohl Unterstand als auch Aussichtspunkt auf die Trainingsplätze. Zudem erhalten die Gäste einen neuen Einblick durch die Baumwipfel über das gesamte Areal. Zudem entstehen durch die verwundenen Pfade Räume, an denen nie ein Stau entstehen soll, sondern die Emotionen der Fans langsam abgebaut werden. So bewegt man sich über eine lange Rampe dem Ziel entgegen und kann davon ausgehen, dass der anfangs energiegeladene Zuschauer, auf dem Weg einen Großteil seiner Energie abbaut.
Über die Pfade am Ziel angelangt, erreicht man einen Stadionkörper der sich an die rechteckige Form des Spielfelds anlehnt und nach außen hin die ovale Form des bestehenden Walls aufnimmt. Auf der bestehenden Wallkrone befinden sich drei Ringe. Ein Äußerer Ring, welcher als Promenade um das gesamte Stadion dient und ohne Ticket für jeden Nutzer zur Verfügung steht. Ein weiterer Ring ist durch Eingänge auf den vier Seiten mit einem Ticket zu erreichen. Dieser Ring dient der Erschließung des gesamten Stadions und ist zur Außenhaut orientiert. Über weitere Durchbrüche gelangt man auf einen inneren Ring, der über den der Unterrang erschlossen wird.