Feierliche Übergabe des Rektoramts

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer übergibt an der Hochschule Karlsruhe offiziell das Amt des Rektors von Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel an Prof. Dr. Frank Artinger


22. März 2018

In einem Festakt an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft am heutigen Donnerstag, 22. März 2018, übergab Theresia Bauer MdL, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, feierlich das Amt des Rektors der Hochschule von Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel an Prof. Dr. Frank Artinger. Im Juli 2017 war Prof. Dr.-Ing. Frank Artinger in den Sitzungen von Hochschulrat und -senat zum neuen Rektor der Hochschule Karlsruhe gewählt worden.

„Prof. Dr. Frank Artinger ist mit seinem bisherigen beruflichen Werdegang – der jahrelangen Tätigkeit in der freien Wirtschaft und als Hochschullehrer, auch in Leitungsfunktionen – bestens darauf vorbereitet, die Hochschule Karlsruhe in den kommenden Jahren zu leiten und weiterzuentwickeln. Ich bin mir sicher, dass er sein Ziel erreichen wird: Den Beitrag der Hochschule Karlsruhe als Impulsgeber und Begleiter des technologischen, digitalen und gesellschaftlichen Wandels zu verstärken und dabei die Zusammenarbeit mit Partnern aus Unternehmen und der Wissenschaftswelt zu intensivieren. Dafür wünsche ich ihm viel Erfolg“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

„Ich freue mich darauf, als Rektor gemeinsam mit den Verantwortlichen und Mitarbeitern die Hochschule weiterzuentwickeln und ihre großen Potenziale in all ihren Leistungsbereichen auszubauen“, so Prof. Artinger in seiner Ansprache während des Festakts nach der Begrüßung durch den Hochschulratsvorsitzenden Prof. Dr. Peter Elsner und den Grußworten von Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Bernd Bechtold, geschäftsführender Gesellschafter der b.i.g. bechtold ingenieurgesellschaft mbH, Ehrensenator und ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrats der Hochschule Karlsruhe, Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident der Hochschule Darmstadt, Georg Reinhardt, Vorsitzender des Personalrats der Hochschule Karlsruhe sowie der Ansprache seines Vorgängers im Amt des Rektors Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel. „Die technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in unserer Zeit der digitalen Transformation – geprägt auch vom Begriff ‚Industrie 4.0‘ – benötigen ein hohes Maß an Flexibilität und interdisziplinärer Zusammenarbeit“, betonte Rektor Prof. Dr. Frank Artinger. „Für die Hochschule gilt es insbesondere die hervorragenden Berufsaussichten unserer Absolventen zu erhalten und durch innovative Lehrformen und -inhalte weiter zu stärken.“ Besondere Bedeutung messe er dabei den Forschungsaktivitäten der Hochschule bei: „Über die enge Verknüpfung von angewandter Forschung und Hochschullehre und die Möglichkeit für die Studierenden, selbst in solchen Projekten mitzuarbeiten, gelingt es uns, sie an aktuellste Fragestellungen heranzuführen und sie mit den neuesten Technologien vertraut zu machen“, so der Rektor. „In enger Kooperation mit Wirtschaft und Industrie werden wir so die volkswirtschaftliche Verantwortung für den zukünftigen akademischen Nachwuchs übernehmen, die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung mit den Unternehmen weiter ausbauen und auch über den Technologietransfer dafür Sorge tragen, dass innovative Methoden und Produkte zielgerichtet entwickelt und schneller bis zur Marktreife geführt werden.“

Frank Artinger wurde 1967 in München geboren und lebt heute mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Bad Bergzabern. Sein Abitur hatte er 1986 am Goethe Gymnasium Germersheim abgelegt. Im Anschluss wurde er Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr. 1988 nahm er das Studium der Elektrotechnik (Schwerpunkt Nachrichtentechnik) an der Universität der Bundeswehr München auf, das er 1992 als Diplom-Ingenieur erfolgreich abschließen konnte. Zwischen 1992 und 1998 übernahm er bei der Bundeswehr verschiedene Positionen mit Leitungsfunktion: als Projektverantwortlicher für Hochfrequenz- und Richtfunktechnik im Elektronikwerk in Bad Bergzabern, als Projektverantwortlicher für die Entwicklung und Beschaffung von Systemen der Informationstechnik im Heeresunterstützungskommando Köln und Mönchengladbach und als Leiter des Teams „Programm Management“ und stellvertretender Technischer Werkleiter im Systeminstandsetzungszentrum Darmstadt. Von 1993 bis 1995 studierte er berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen, bevor er noch im gleichen Jahr als externer Doktorand am Institut für Nachrichten- und Informationstechnik an der Universität der Bundeswehr in München angenommen wurde. 1998 wurde er dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und konnte im Jahr 2000 seine Promotion mit hervorragendem Ergebnis abschließen.

Ab 2000 setzte er seine berufliche Karriere in der Automatisierungstechnik bei der Siemens AG im Geschäftsbereich Automation & Drives an den Standorten Karlsruhe und Nürnberg fort, zunächst im technischen Consulting zum Einsatz eines HMI-Systems (Human Machine Interface) in der Automatisierungstechnik, ab 2003 als Gruppenleiter Systemtechnische Entwicklung, u. a. mit dem Aufbau der Arbeitsgruppe „Security in Networks“.

2004 war Dr.-Ing. Frank Artinger zum Professor für Technische Informatik und Programmieren an der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule Karlsruhe berufen worden. An dieser Fakultät wurde er 2009 zum Prodekan, 2012 zum stellvertretenden Dekan und 2013 zum Dekan gewählt. Seit 2014 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der cjt Systemsoftware AG mit Sitz in Karlsruhe und seit 2017 Mitglied des Kuratoriums des CyberForums.

Prof. Dr. Frank Artinger tritt das Amt des Rektors in der Nachfolge von Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel an, der altersbedingt zum 1. März 2017 in den Ruhestand getreten war. Im Vorfeld war das reguläre Wahlverfahren für eine Neubesetzung des Amts eingeleitet worden. Die Findungskommission unter Leitung des Vorsitzenden des Hochschulrats Prof. Dr. Peter Elsner hatte drei externe Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen. Diese hatten jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Kandidatur zurückgezogen, sodass an der Hochschule zum vorgesehenen Termin Anfang Februar 2017 kein neuer Rektor gewählt werden konnte und die Stelle neu ausgeschrieben wurde.

Am 1. März 2005 hatte Prof. Dr. rer. nat. Karl-Heinz Meisel das Amt des Rektors an der Hochschule Karlsruhe angetreten und im Mai 2010 wurde er von Hochschulrat und -senat in diesem Amt bestätigt. Zum 1. März 2017 war Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel durch Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getreten.

In seiner Ansprache würdigte Prof. Dr. Frank Artinger auch die vielfältigen Verdienste seines Vorgängers im Amt, in dessen Ägide die Hochschule Karlsruhe einen großen Ausbau erlebte: So stieg die Zahl der Studierenden von 6 150 im Wintersemester 2005/06 auf 8 650 im Wintersemester 2015/16. Die Zahl der Studierenden hat sich seit dem Jahr 2000 damit nahezu verdoppelt. Analog dazu erfolgte ein großer räumlicher Ausbau der Hochschule mit Zweigstellen in der Karlsruher Amalien- und Hoffstraße sowie der Gründung des Instituts für Energieeffiziente Mobilität auf dem Forschungscampus Bruchsal. Zum Ende der Dienstzeit des Rektors begannen für das ökonomisch nicht mehr sanierungsfähige Gebäude P auf dem Campus die Bauarbeiten für ein Ersatzgebäude mit einer Hauptnutzfläche von 3 800 qm. Mit diesem Neubau erhält die Hochschule moderne Institutsflächen für einen zukunftsfähigen Hochschulbetrieb, die auch energetisch auf dem neuesten Stand sind. Das Bauvolumen beträgt 21 Mio. €, zu dem die Hochschule einen erheblichen Eigenbeitrag leisten muss. Das Gebäude soll zum Sommersemester 2017 bezugsfertig sein. Gemeinsam mit dem 5 000 qm großen Neubau des KMU-Innovationszentrums der Steinbeis-Stiftung, das im Juni 2015 feierlich eingeweiht werden konnte und in dem die Hochschule Räumlichkeiten für den Lehr- und Forschungsbetrieb angemietet hat, wurden auf dem Campus Baumaßnahmen im Volumen von rund 40 Mio. € umgesetzt – die umfangreichsten Baumaßnahmen seit der Entstehung des heutigen Hochschulcampus an der Moltkestraße in den 1960er-Jahren.

Karl-Heinz Meisel hatte sein Informatikstudium an der Universität Karlsruhe 1975 und seine Promotion an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlands 1986 abgeschlossen. Von 1975 bis 1986 war er Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung (IITB) in Karlsruhe. Nach Abschluss seiner Promotion wechselte er in die Niederlassung Karlsruhe des Unternehmens Harms & Wende GmbH & Co. KG, Hamburg.

1989 wurde er zum Professor an der Fakultät für Informatik für das Fachgebiet „Rechnergestützte Automatisierung“ berufen. Von 1998 bis ins Jahr 2000 leitete er das fakultätsübergreifende Labor für Automatisierungstechnik an der Hochschule und von 1990 bis ins Jahr 2000 das Steinbeis-Technologie-Transferzentrum „Industrielle Datenverarbeitung und Automation“. Von 1999 bis ins Jahr 2000 bekleidete er das Amt des Prodekans an der Fakultät für Informatik und in diesem Millenniumsjahr wurde er zum Prorektor der Hochschule gewählt – ein Amt, das er bis zu seiner Wahl zum Rektor der Hochschule im Jahr 2005 bekleidete. Im gleichen Jahr wurde er auch in das Kuratorium des IITB Karlsruhe gewählt und 2007 zum Vorstandsmitglied der Fachhochschulrektoren Baden-Württembergs. Von 2013 bis 2015 war er Sprecher der HochschulAllianz für Angewandte Wissenschaften (HAWtech) und von 2014 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender der Regionalkonferenz in der TechnologieRegion Karlsruhe. 2015 wurde er zum Vorsitzenden des Hochschulrats der Hochschule Darmstadt gewählt.

Vor und nach dem Festakt präsentierten Studierende und Wissenschaftler der Hochschule den Gästen innovative Projektarbeiten in verschiedenen Gebäuden und auf den Außenflächen des Campus. So konnten die Besucher beispielsweise Einblick in Forschungsprojekte zum hochaktuellen Thema „Mobilität“ gewinnen. Einige Exponatgruppen erlaubten auch das Eintauchen in virtuelle Welten oder zeigten Anwendungen in der Robotik, wo Studierende an Lösungen für die Produktions- und Distributionslogistik arbeiten. Große Präsenz zeigte die Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, die u. a. mit einer Windkraftanlage und einem Solarhaus spannende Projekte aus den Feldern Energietechnik und Erneuerbare Energien vorstellte. Die Fakultät für Architektur und Bauwesen bereicherte die Veranstaltung mit einer Ausstellung aktueller Abschlussarbeiten von Studierenden.