Exkursionen der Studiengänge im Bauingenieurwesen

Exkursionen bringen den Studierenden ihr künftiges Arbeitsgebiet zum anfassen nah. Regelmäßig organisieren die Mitarbeiter des Studiengangs für die Studierenden der unterschiedlichen Semester Exkursionen zu Projektpartnern, auf Baustellen oder in bauingenieurtechnisch interessante Städte. Immer Teil der Exkursionen ist eine intensive Vor- und Nachbereitung der besichtigten Bauwerke.

Im Folgenden finden Sie kurze Berichte zu den Exkursionen des aktuellen und der vergangenen Semster.

Wintersemester 2016/17

Ausstellung „Frei Otto. Denken in Modellen“ im ZKM

Im Rahmen der Vertiefervorlesung „Spezielle Themen des Konstruktiven Ingenieurbaus“ besuchten Mitte Dezember 2016 rund 40 Studierende des Studiengangs „Bauingenieurwesen Master“ zusammen mit den Modulverantwortlichen Prof. Dr.-Ing. Jan Akkermann und Prof. Dr.-Ing. Robert Pawlowski die aktuelle Ausstellung Frei Otto. Denken in Modellen im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM).

In einer sehr kurzweiligen Führung durch den Ko-Kurator der Ausstellung, Herrn Martin Kunz vom Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai), wurden den Studierenden Leben und Arbeitsweise des Architekten und Pritzker-Preisträgers Frei Otto sachkundig und anschaulich vermittelt. Mit von der Natur inspirierten Leichtbaukonstruktionen, wie dem Expo-Pavillon in Montreal 1967, dem Dach des Olympiastadions in München 1972 und aktuell dem Dach des Tiefbahnhofs Stuttgart, wurden die Ideen und Entwicklungen Frei Ottos weltberühmt.

Anhand von über 200 ausgestellten Modellen und Exponaten konnten sich die Studierenden der Vertiefungsrichtung „Konstruktiver Ingenieurbau“ einen motivierenden Überblick über die Vielfalt der Tragkonstruktionen verschaffen.

Text und Fotos: Prof. Dr.-Ing. Jan Akkermann

Sommersemester 2016

Besichtigung Zementwerk „HeidelbergCement AG“

Im Rahmen der Vorlesung „Baustofftechnologie“ haben die Studierenden des Bachelorstudiengangs „Bauingenieurwesen“ unter Leitung von Herr Professor Stefan Linsel am 24. Mai 2016 das Zementwerk der HeidelbergCement AG in Leimen besichtigt.

Ziel war es, einen Einblick in die Herstellung von Zement zu gewinnen. Frau Westermann von der HeidelbergCement AG hielt zunächst einen Vortrag über die Geschichte der HeidelbergCement AG und über zukunftsorientierte Entwicklungen und Anwendungen von Beton. Anschließend fand eine Führung durch das Werk in zwei Gruppen statt. Hierbei wurden die einzelnen Schritte der Zementherstellung gezeigt sowie die Ausgangsstoffe und deren Zusammensetzung genau erläutert. Beeindruckend waren die Größe der Anlage, die Mengen in der Produktion und die hohen Temperaturen, die man hautnah miterleben konnte.

Am Ende der Führung gab es eine Diskussionsrunde, in der über die Forschung und die weitere Entwicklung von HeidelbergCement diskutiert wurde. Durch die Besichtigung des Ablaufs vor Ort konnte ein Bezug zwischen Studium und Praxis hergestellt werden.

Wir danken Frau Westermann für die reibungslose Zusammenarbeit während der Werksbesichtigung.

Wintersemester 2014/15

Workshop in Waterloo, Kanada

Im Oktober vergangenen Jahres fand eine Exkursion nach Waterloo (Kanada) in den Studiengängen Bauingenieurwesen und Verkehrssystemmanagement statt. Vom 24. Oktober bis zum 01. November reisten 10 Studierende unter der Leitung der Professoren Dr.-Ing. Jan Riel, Dr.-Ing. Markus Stöckner sowie Dr.-Ing. Christoph Hupfer in die kanadische Universitätsstadt.

Am Ende der Reise nahmen die Studierenden an einem interdisziplinären Workshop teil. Zusammen mit Studierenden der Universität Waterloo und der McGill Universität Montreal widmeten sich die Studierenden aus Karlsruhe der Frage, wie ein intelligentes Verkehrsnetz in Anlehnung an das Straßenbahnnetz in Karlsruhe in Waterloo umgesetzt werden kann.

In Kanada herrscht ein hoher Motorisierungsgrad, da häufig große Distanzen im täglichen Leben zurückgelegt werden müssen, die durch den nur teilweise ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehr schlecht abgedeckt sind. Auch das Fahrrad – in deutschen Städten eine ernst zu nehmende Alternative – ist in kanadischen Städten kaum konkurrenzfähig. Vor allem die Innenstädte leiden unter dieser Verkehrssituation und Rufe nach „Revitalisierung“ und urbaner Qualität werden immer lauter.

Ziel für die Studierenden des Workshops war es nun, einen bereits bestehenden Rahmenplan für ein Straßenbahnsystem auf seine funktionale Tauglichkeit hin zu überprüfen und offene Punkte und Detailfragen zu klären. Die zu planende Strecke sollte dabei die Innenstadt mit ihren Läden, Arbeitsplätzen und der Gastronomie mit den übrigen Zentren des Lebens wie beispielsweise den Wohngebieten oder der Universität verbinden. Auch außerhalb gelegene Ziele wie ein großes Einkaufszentrum sollten erreichbar sein.

Die Teams wurden international durchgemischt – jeweils vier Studierende (zwei aus Deutschland und zwei aus Kanada) bildeten ein Team und bearbeiteten während der vier Tage je einen Themenschwerpunkt. So entstanden unter anderem Studien und Entwürfe für die funktionale Gliederung des Innenstadtbereichs von Waterloo im Zuge der Integration der Straßenbahn oder etwa ein Plan zur Verknüpfung von Fernzug, Stadtbahn, Bussen und P+R-Angeboten.
Insgesamt stellte der Workshop für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht nur eine ideale Plattform dar, ihr späteres Arbeitsumfeld in einer Simulation zu testen, sondern brachte durch die internationale Zusammenarbeit, die zweisprachige Kommunikation und die Zeit, die gemeinsam verlebt wurde, auch ein größeres Verständnis für Land und Leute der Gastgeber mit sich. Die Studierenden konnten in den interdisziplinaren „Kleinkooperationen“ den eigenen fachlichen Horizont erweitern und sich für die Denk- und Herangehensweise der jeweils anderen Fachrichtung sensibilisieren.

Die Lehrkräfte konnten mit diesem viertägigen Workshop die bereits bestehenden guten Verbindungen nach Kanada durch freundschaftliche Verknüpfungen weiter festigen und ausbauen.

 

Teilnehmer: Studierende der Studiengänge Bauingenieurwesen und Verkehrsmanagement der HsKA sowie Studierende der Universität Waterloo und der McGill Universität Montreal
Betreuung: Prof. Dr.-Ing. Jan Riel, Prof. Dr.-Ing. Markus Stöckner, Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer

Sommersemester 2014

Stockstadt am Main und Raunheim

Am 22. Mai 2014 unternahmen rund 20 Studierende des Bachelor- und Masterstudiengangs „Bauingenieurwesen“ unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. M. Aberle eine Exkursion nach Stockstadt am Main und Raunheim, um ein Fertigteilwerk und die Baustelle einer Schrägseilbrücke zu besichtigen.

Die Besichtigung des „Fertigteilwerks Dreßler“ in Stockstadt am Main war mit interessanten Einblicken in den Fertigteilbau verbunden. Während der Führung durch das gesamte Werk wurden den Studierenden alle Etappen der Herstellung von Fertigteilen gezeigt – von der Planung der Teile bis zur Oberflächenbehandlung. Die Studierenden erhielten neben der Führung sehr interessante Erläuterungen über die Vorteile, die Einsatzmöglichkeiten und die Vielfältigkeit der möglichen Bauteilgeometrie des Fertigteilbaus.

Im Anschluss daran besichtigten die Exkursionsteilnehmer die Baustelle einer Schrägseilbrücke in Raunheim, die zur Überquerung der zweigleisigen Eisenbahnstrecke „Mainz – Frankfurt“ errichtet wird. Auf diesem Weg soll zukünftig der nördliche Stadtteil Raunheim-Nord mit den südlich gelegenen Wohngebieten sowie dem benachbarten Naherholungsgebiet neu verbunden werden. Der vorhandene Bahnübergang ist nicht mehr für den heutigen Verkehr ausgelegt.

Während der Besichtigung der Baustelle konnten die Studierenden komplexe Bautechniken sehen, die beim Bau der Schrägseilbrücke zum Einsatz kommen. Zu sehen war die Befestigung der Seile an der Fahrbahn sowie die sehr komplexe Bewehrung der Fahrbahn und die beeindruckende Schalung über der Eisenbahnstrecke. Interessante Erläuterungen rundeten diese Besichtigung ab. Es wurde die Funktionsweise der Kletterschalung, die für das betonieren schräger Pylone benötigt wird, erklärt und welche Schwierigkeiten bei der Errichtung der Pylone auftraten. Deutlich wurde dabei, dass die Baustellenorganisation bei solchen Projekten ein wichtiger Aspekt ist.

Für die Zusammenarbeit während den Besichtigungen danken wir Herrn Dipl.-Ing. Werner Hochrein sowie Herrn Dipl.-Ing. Brugger.

Branichtunnel

Im Rahmen der Vorlesung „Spezial Tiefbau - Tunnelbau“ haben die Studierenden des Masterstudiengangs unter der Leitung des Lehrbeauftragten Dipl.-Ing. Ludger Dauwe, am 13.05.2014, eine Exkursion zur Tunnelbaustelle „Branichtunnel“ in Schriesheim durchgeführt.

Die Besichtigung des sich im Bau befindelichen Autotunnels, der als Ortsumfahrung für Schriesheim Entlastung auf den Straßen bringen soll, bot den Studierenden Einblicke in den Aufbau sowie die verschiedenen Bauabschnitte eines Tunnelbauwerks. Neben der Besichtigung der Baustelle selbst, wurde den Teilnehmern der Exkursion auch weiterführendes Hintergrundwissen vermittelt. Herr Eckerle vom Regierungspräsidium Karlsruhe erklärte anhand des vorliegenden Projekts "Branichtunnel" die einzelnen Projektetappen - von der Ausschreibung des Bauvorhabens bis zum Status quo. Dabei wurde den Studierenden die Möglichkeit geboten, mit den verantwortlichen Ingenieuren in Kontakt zu treten und praxisnahe Eindrücke an einem Großprojekt zu sammeln.

Wir danken Herrn Ralf Eckerle für die ausführlichen Erläuterungen und die unkomplizierte Zusammenarbeit.