Wasserwirtschaft

Der globale Wasserkreislauf sowie die Verteilung des Wassers auf der Erde sind, soweit keine großräumigen klimatischen Änderungen auftreten, von Natur aus vorgegeben. Der Mensch versucht durch vielfältige Eingriffe das Wasserdargebot, das die Grundlage für seine Existenz darstellt, zu nutzen und gleichzeitig Gefahren, die vom Wasser ausgehen, zu beseitigen oder abzuwehren. Historiker gehen sogar davon aus, dass das Bestreben, Wasser gezielt zu nutzen und zu verteilen, ein Grund für die zivilisatorische und staatliche Entwicklung in der Menschheitsgeschichte ist.

Die Bauwerke und Maßnahmen des Wasserbaus verfolgen daher sehr vielfältige Zwecke, so dass eine Großzahl der Bauwerke einer Mehrzwecknutzung dienen:

  • Sammeln, Speichern und Verteilen des Wassers zum direkten Nutzen von Mensch, Tier und Pflanze (Trinkwasserversorgung, Bewässerung, Grundwasser) und als Nutzwasser für Gewerbe und Industrie.
  • Ableiten und Reinigen von genutztem und verschmutztem Wasser (Entwässerung, Abwasserreinigung, Erhaltung der Gewässergüte)
  • Ableiten bzw. Rückhalten eines Zuviel an Wasser (Hochwasserschutz, Entwässerung)
  • Nutzung des Wassers als Verkehrs- und Energieträger (Schifffahrt, Wasserkraft als regenerative Energieform)
  • Nutzung des Wassers zur Freizeit und zur Erholung
  • Erhaltung des Wassers in Natur und Landschaft (Ökosystem Wasser, Gewässergüte, naturnaher Wasserbau)

Wasserbauliche Maßnahmen wirken nur in den seltensten Fällen punktuell. In der Regel haben sie linienförmige ( z.B. Änderung der Wasserspiegellage in einem Fließgewässer) oder flächige (z.B. Änderung von Grundwasserständen) Auswirkungen.

Wasserbauliche Planung bedeutet daher heute in erster Linie wasserwirtschaftliche Planung, die in Wechselbeziehung mit der Umwelt und sozio-ökonomischen Gegebenheiten steht. Die konstruktive, wasserbauliche Planung von Einzelbauwerken, die neben der Erfüllung der gewünschten Funktionen auch ökologische, ökonomische, landschaftliche und städtebauliche Aspekte berücksichtigen muss, steht daneben.

Grundlage des Wasserbaus sind die Hydromechanik und die Hydrologie. Durch die Vielfältigkeit der Aufgaben im Wasserbau haben sich zwei Hauptzweige herausgebildet: die Siedlungswasserwirtschaft (SWW) und der (‚große‘) Wasserbau (WB). Wie der Name andeutet liegt die Hautaufgabe der SWW in der Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser, sowie der Abwasserreinigung und der Stadtentwässerung. Der Wasserbau deckt die restlichen Aufgabenfelder (Hochwasserschutz (siehe Bild), Wasserkraftnutzung, Schifffahrt, Bewässerung, Renaturierung) ab.

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