LifeAid - Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung seheingeschränkter Personen

Ein Forschungsprojekt gefördert vom BMBF im Programm „Mensch-Technik Interaktion für den demografischen Wandel“

Blinde sowie sehbehinderte Personen sind zur sicheren Navigation in bekannten und unbekannten Umgebungen auf Hilfsmittel angewiesen. Bisher sind die am weitesten verbreiteten Hilfsmittel der Blindenstock und der Blindenhund. Alternativ oder unterstützend können auch sogenannte elektronische Bewegungsassistenzsysteme (ETAs) zum Einsatz kommen. Bisher verfügbare Systeme verwenden hauptsächlich Abstandssensoren zur Hinderniserkennung. Dadurch bekommt die blinde Person jedoch keine räumliche Wahrnehmung vermittelt, sondern sie wird lediglich vor Hindernissen gewarnt.


Im Projekt LifeAid wird ein bildverarbeitendes System entwickelt, welches ältere oder sehbehinderte Personen nicht nur vor Hindernissen warnt, sondern ihnen auch eine räumliche Wahrnehmung der Umgebung vermittelt. Somit wird es ihnen möglich sein, sich in ihrer Umgebung zu orientieren ohne auf zusätzliche, meist nicht vorhandene Infrastruktur angewiesen zu sein.


Als bildgebender Sensor wird eine plenoptische Kamera (auch Lichtfeldkamera) verwendet. Mit ihr kann dank eines Mikrolinsenarrays zwischen Hauptlinse und CCD-Chip (Abb. 1) 3D-Information aus einem Bild gewonnen werden. Wissenschaftliches Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Algorithmen zur Gewinnung von verbesserter, dichter Tiefeninformation aus Bildfolgen der plenoptischen Kamera („structure from motion“) und zur dreidimensionalen Rekonstruktion der der eigenen Position und der Objekte aus der Umgebung („simultaneous localization and mapping“). Diese Informationen werden den sehbehinderten Personen in geeigneter Art akustisch übermittelt.

 

Ansprechpartner: Prof. Franz Quint, E-Mail:  franz.quintspam prevention@hs-karlsruhe.de