Endress+Hauser - Ausgebildet in Theorie und Praxis

Mit seinem Talent-Förderungs-Programm geht Endress+Hauser in Maulburg erfolgreich neue Wege bei der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. Das 1998 eingeführte Programm verbindet Ausbildung und Hochschulstudium. Die Absolventen haben den Vorteil, gleichzeitig eine IHK-Prüfung in einem Ausbildungsberuf und einen Hochschulabschluss zu haben. Ab dem Wintersemester 2006/2007 werden an der Hochschule Karlsruhe keine Diplom-Studiengänge mehr angeboten. Dies bedeutet, dass anstelle des Diploms ein Bachelor-Abschlussgrad verliehen wird.

Dieser doppelte Abschluss ist die Besonderheit der Ausbildungsform, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe entstand. Die Integrierte Ausbildung schaltet dem „normalen“ HS-Studium ein Jahr Lehre im Betrieb vor und schließt die Lehre nach einem Jahr an der Hochschule im Rahmen eines Urlaubssemsters mit dem Facharbeiterbrief ab. Im Anschluss folgen zweieinhalb Jahre Hochschulstudium inklusive der Bachelor-Thesis.

Der erfolgreiche Abschluss der ersten beiden ‚Lehrlingsstudenten‘ Thorsten Springmann und Thomas Lützel im Frühjahr 2004 zeigt die Realisierbarkeit des Modells. Beide sind Kommunikationselektroniker und Diplomingenieure für Sensorsystemtechnik, und seit dem 01.03.04 bei Endress+Hauser fest angestellt. Zu den Reizen und Vorteilen der Integrierten Ausbildung befragt, betonten beide: „Wir haben einen fachlichen Vorsprung im gesamten Studium gehabt, die Suche nach Betrieben für die Praxissemester ist entfallen und durch die finanzielle Unterstützung von Endress+Hauser konnten wir uns voll auf das Studium konzentrieren.“ Klar fordert diese Förderung auch eine ganze Menge, wie z.B. Ersatz der langen Semesterferien durch 30 Tage Urlaub. Dennoch lautet das Resümee der Absolventen: „Die Vorteile überwiegen bei weitem, die Ausbildung ist absolut empfehlenswert, und wir würden sie jederzeit wieder machen!“ Ein Highlight für die Absolventen war der von Endress+Hauser organisierte Auslandsaufenthalt im zweiten Praxissemester. Die beiden Absolventen waren in Manchester, und ein anderer ‚Lehrlingsstudent‘ wird dieses Jahr vier Monate nach Südafrika gehen.

Die Vorteile für den Ausbildungsbetrieb Endress+Hauser liegen in der konsequenten Personalentwicklung, die in einer Zeit des Fachkräftemangels sehr guten Ingenieur-Nachwuchs hervorbringt. Dadurch sichert sich das Unternehmen seine Marktführerschaft und umgeht die aufwendige Akquisition, weil nur wenige Spitzenkräfte extern gesucht werden müssen. Die beider-seitigen Vorteile des Modells haben bereits andere Firmen zur Nachahmung angeregt, und tragen bestimmt auch in Zukunft Früchte.

Voraussetzungen für eine Lehrstelle im Rahmen der Integrierten Ausbildung sind ein gutes Abitur, Ausdauer und eine gute Portion Leistungsbereitschaft. Dagegen steht dann allerdings eine Ausbildung, die Theorie und Praxis in idealer Weise verbindet. Die Absolventen erfüllen bereits heute die Anforderungen, die von der Wirtschaft an zukünftige Fach- und Führungskräfte gestellt werden.

Sehen sie hierzu auch auf http://www.dive-blue.de/


Im vorgestellten Programm werden derzeit 12 Studierende gefördert. Parallel hierzu gibt es noch ein kooperatives Förderprogramm, in dem Endress+Hauser weitere 15 Studenten fördert. Dabei handelt es sich um ehemalige Auszubildende.

Betrachten wir nun das Talent-Förderungs-Programm der Firma Endress+Hauser aus der Sicht der Hochschule Karlsruhe, im Besonderen aus der Sicht der Studiengänge Sensorik (Bachelor) und Master of Science (Sensorsystemtechnik). Seit vielen Jahren gibt es bereits enge Kontakte zwischen der Sensorsystemtechnik und Endress+Hauser. Dies liegt darin begründet, dass die fachliche Ausrichtung der Sensorsystemtechnik in idealer Weise mit dem Firmenprofil von Endress+Hauser harmoniert. Auf diese Weise kamen zahlreiche Studienprojekte zustande, wodurch die Zusammenarbeit stets weiter vertieft wurde. Ein Beispiel hierfür ist die im folgenden Bild dargestellte Messboje, bei der die Sensorik-Ausrüstung von Endress+Hauser stammt.

Inzwischen sind zahlreiche Studierende aus dem Förderungs-Programm bei uns eingeschrieben. Dabei zeigt sich, dass diese Studierenden eine besonders hohe Motivation besitzen.

Dies liegt zum einen sicherlich daran, dass die Firma Endress+Hauser bei der Bewerberauswahl die Möglichkeit besitzt, hohe Maßstäbe an Aspekte wie Leistungsbereitschaft usw. anzulegen. Andererseits ist aber auch klar, dass durch die Förderung und die damit verbundene enge Kooperation zwischen den Studierenden und Endress+Hausser die beruflichen Ziele bereits klarer vor Augen sind. Salopp formuliert bedeutet dies: „Man weiß schon frühzeitig, für was man schuftet.“ Darüber hinaus bietet das Studium der Sensorsystemtechnik selbst bereits herausragende  Berufsaussichten.

Als einen gewichtigen Vorteil sehen wir die starke Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. Obwohl wir selbstverständlich im Rahmen der Vorlesungen sehr praxisorientiert ausbilden, bedeutet – entsprechend der oben beschriebenen Ausbildungsform – der regelmäßige Aufenthalt in einer Industrieunternehmung die engst möglich Verzahnung, sozusagen das „Sahnehäubchen“. Hier wird die Theorie mit Leben erfüllt, mit Produkten, die auf dem international hart umkämpften Weltmarkt bestehen müssen.

Durch die im ersten Jahr des Förder-Programms vorgesehene betriebliche Lehre werden praktische Tätigkeiten vermittelt, die bereits zu Beginn des Studiums zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz innerhalb der an der Hochschule durchgeführten Labore, z.B. dem Messtechnik-Labor, führt. Das eigenständige Studieren sowie die notwendigen Vor- und Nacharbeiten von Vorlesungen und Laboren und somit die Möglichkeit, letztlich seine ganze Konzentration auf Ausbildung und Studium zu legen, kann innerhalb des Programms auch optimaler gestaltet werden, weil die entsprechenden zeitlichen Freiräume möglich sind. Dies resultiert durch die finanzielle Förderung der Studierenden, wodurch die sonst doch häufig notwendigen „Nebenjobs“ nicht erforderlich sind.

Insgesamt gesehen ergibt sich somit ein hohes Leistungspotential in allen Bereichen, wodurch auch auf hohem Niveau gelehrt werden kann. Dies wirkt sich auch auf die anderen Studierenden positiv aus, da häufig durch die in der Gruppendynamik üblichen Mechanismen des „Mitgezogen-Werdens“ wirksam werden. Wir können also feststellen, dass durch das Talent-Förderungs-Programm alle Beteiligten, nämlich die Firma Endress+Hauser, die Studierenden und somit auch die im Prozess beteiligten Dozenten, einen großen Nutzen haben.

Abschließend bedanken wir uns sehr herzlich für die vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Firma Endress+Hauser.