Praxissemesterbericht von Sara Giese

Studiengang: Elektrotechnik – Automatisierungstechnik

 

Wo haben Sie Ihr Praxissemester absolviert?

Ich war von März bis Ende April 2015 in der Design-Abteilung bei Chiron Machine Tools (Taicang) in China. Meine Aufgabe war vorranging, meinen Betreuer soweit zu unterstützen wie es mir möglich war.

Die Design-Abteilung ist verantwortlich für den technischen Entwurf. Diese Abteilung überträgt und verwaltet also Zeichnungen und Techniken. Insbesondere die Erprobung neuer Techniken und neuer Teile ist wichtig für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Bei allen Arbeitsschritten musste die Kommunikation mit der Deutschen Zentrale gewährleistet sein.

 

Wie kam der Kontakt zum Unternehmen zustande?
Der Praktikumsplatz bei Chiron in China wurde möglich durch eine persönliche Empfehlung meiner Person.


Woran haben Sie gearbeitet?

Meine Hauptaufgabe war es, ein Testgerät zu entwickeln, um die Laderschnittstelle zu überprüfen, bevor die Maschine an den Kunden geliefert wurde.

Als Ausgangspunkt habe ich ein Grobkonzept von meinem Mentor Herr Zhu bekommen. Zunächst musste ich mich mit den verschiedenen Themen befassen und das Grobkonzept der Maschine verstehen.

Dann war es an mir, ein detailliertes Konzept zu entwickeln. Folgend sollte ich eine Liste der Aufträge erstellen und definieren, was für die Schnittstelle Teststation benötigt wurde. Zusätzlich musste ich noch eine maßgeschneiderte Abdeckung der Test-Station entwickeln.

Neben dem Hauptprojekt habe ich mich auch mit kleineren Dingen beschäftigt:

  • Geplant: Produkteinführung der Scherer VDZ100
  • Maschinenverkabelung in der Produktion
  • Installierung eines Instrumentenkopfes
  • Bestelllistenerstellung
  • Übersetzungsarbeiten
  • Hauptaufgabe: Konstruktion der Schnittstellenüberprüfungsstation
  • Welche Wissensbereiche kamen zum Einsatz?


Wissensbereiche die ich während meines Praktikums angewendet habe:

  • Sprachkenntnisse
  • Regelungstechnik
  • Steuerungstechnik
  • Höhere Mathematik


Was war die tollste Maschine, mit der Sie in Berührung gekommen sind?

Hauptsächlich bin ich mit der Maschine FZ15 W in Berührung gekommen. Es war faszinierend wie hochpräzise und doch schnell die Fräsmaschine arbeitet.

 

Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit dort Freude bereitet?

Die Zeit in China war für mich eine persönliche Herausforderung. Das Praktikum sollte ursprünglich über ein Semester andauern, ich habe mich allerdings zu einem vorzeitigen Abbruch entschieden, da eine mangelnde Kapazität an Betreuung vorhanden war und meine ursprüngliche Aufgabe nicht durchführbar war.

 

Was hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

Beeindruckend war es für mich, wie die Bevölkerung Chinas westlichen Idealen nacheifern und dennoch versuchen ihre eigene Identität zu definieren. Das Konsumverhalten der Menschen hat mich extrem überrascht und ich war erstaunt wie sich die breite Masse durch Oberflächlichkeiten lenken lässt.

 

Wo haben Sie gewohnt?

Meine Firma hat mir eine Unterkunft im westlichen Stile zur Verfügung gestellt.

 

Wie war ihre Freizeitgestaltung während des Praxissemester? 

In Taicang gibt es eine Vielzahl an deutschen Unternehmen. Diese haben sich in einem „german round table“ organisiert und ausgetauscht. Diese Gemeinschaft traf sich einmal pro Woche und so lernte ich schnell andere deutsche Studenten kennen die ebenso eine längere Zeit in Taicang verbrachten. Mit diesen Leuten organisierte ich dann auch am Wochenende verschiedene Fahrten, sodass ich von Shanghai und der Umgebung viel erlebt habe. Unter der Woche traf man sich mehrmals um zusammen zu essen oder zum Sport.

 

Was nehmen Sie aus dem Praxissemester für die Zukunft mit?

Meine Zeit in China war facettenreich und für mich persönlich herausfordernd. Die Aufgabensituation in der Firma war frustrierend, aber mir ist eindeutig klar geworden, wie wichtig eine funktionierende Kommunikation ist. Zudem hat mir die Entscheidung zum Abbruch gezeigt, dass nicht jedes „Aufgeben“ eine negative Entwicklung sein muss. Für meine eigene Weiterentwicklung war diese Erkenntnis sehr prägend.

 

Was könnten Sie anderen Studierenden für das Praxissemester empfehlen?

Ich würde näher absprechen was meine Aufgaben konkret sind und wer mein Betreuer ist. Zudem würde ich der Firma genau erklären zu was ich fähig bin. Bei meinem Praktikum in China ist man mehr oder weniger davon ausgegangen einen fertigen Ingenieur mit wenig Einarbeitungszeit zu bekommen, was aber nicht möglich für mich war.

 

Kontakt:
gisa1011[ät]hs-karlsruhe.de

Praxissemsterbetreuer in der Hochschule Karlsruhe:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Köller
thomas.koeller[ät]hs-karlsruhe.de

Praxissemesterbetreuer im Unternehmen:
Mr. Dirk Zhu

Fotos aus dem Praxissemester:

Fotos: Sara Giese