Praxissemesterbericht von Simon Reutter

Studiengang: Elektrotechnik – Automatisierungstechnik

 

Wo haben Sie Ihr Praxissemester absolviert?

Ich habe mein Praxissemester bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart-Feuerbach von April bis September 2015 absolviert. Dort war ich in der Abteilung PA-ATMO1-SGS32 tätig, diese vertreibt eine Familie von automatischen Produktionsassistentssysteme kurz „APAS Family“. Zur APAS Family gehört der APAS flexpress für automatische Fügeprozesse, der APAS inspector zur automatischen Sichtprüfung und der kollaborierende Roboter APAS assistant.

Auf der Webseite www.bosch-apas.com bzw. auf dem Youtube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UCRdXQhcn_R3b_rfEjYe_Tyg erhalten Sie weiterführende Informationen.



Wie kam der Kontakt zum Unternehmen zustande?

Ich hatte bereits eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart-Feuerbach absolviert, dadurch konnte ich mich bei ehemaligen Kollegen umhören, welche Arbeitsmöglichkeiten als Student bei Bosch möglich sind.

Letztendlich habe ich mich auf der Bosch-Karriereseite www.bosch-career.com nach offenen Stellen umgeschaut, dort hatte ich auch meine Praxissemesterstelle gefunden.

Bevor ich meine Bewerbungsunterlagen abgeschickt hatte, habe ich mich mit der angegebenen Kontaktperson der Abteilung in Verbindung gesetzt, um die Details der Bewerbung abzuklären.
Nachfolgend wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, im Anschluss wurde mir sofort die Praktikumsstelle angeboten.

 

Woran haben Sie gearbeitet?

Im Rahmen meines Praktikums habe ich mich mit einem kollaborierenden Robotersystem dem APAS assistant gearbeitet.

Aufgaben:

  • Einarbeitung in ein komplexes Robotersystem (APAS) und seine Programmstruktur
  • Aufbau einer Netzwerkkommunikation (TCP/IP) zwischen Roboter und PC
  • Anbindung einer Simulationsumgebung an realen Roboter (FANUC-Karel zu C#)
  • Bearbeitung von Schaltplänen (Eplan) zur Erweiterung des Robotersystems
  • Einarbeitung in sicherheitsrelevante Normen und Bereitstellung von Dokumenten zur Zertifizierung eines kollaborierenden Robotersystems
  • Abänderung von Programmen einer Sicherheitssteuerung (DINA)
  • Durchführung von Elektroinstallationen an einem Schaltschrank und Anbindung externer Sicherheitstechnik (SICK – Laserscanner)
  • Applikation und Parametrierung von neuen Entwicklungsmodulen zur Steuerung des Robotersystems
  • Eigenständige Lösungsfindung zur Optimierung des Bahnverhaltens des APAS
  • Auswertung und übersichtliche Darstellung verschiedener Messdaten

Eingesetzte Wissensbereiche:

  • Informatik 1+2
  • Grundlagen der Elektrotechnik
  • Bussysteme
  • Wissen aus meiner Mechatroniker Ausbildung
  • Analytisches und logisches Denken

 

Was war die spanneste Maschine mit der Sie in Berührung gekommen sind?

Der kollaborierende Roboter APAS assistant ist ein extrem interessantes Produkt. Die einzelnen Komponenten wie die Sensorhaut, das Kamerasystem, der sensitive Greifer usw. machen ihn hochkomplex. Besonders fasziniert hat mich die neu entwickelte HMI (Human Machine Interface), sie lässt sich intuitiv bedienen, alles wird durch grafische Elemente unterstützt. Durch die grafische Unterstützung ist ein schnelles Einlernen ohne Programmierkenntnisse möglich.

 

An welche Szene aus dem Studium haben Sie sich während dem Praxissemester insgeheim erinnert?

„Wenn Sie später in der Praxis arbeiten, dann müssen Sie sich die Dinge selber erarbeiten, da wird Ihnen niemand helfen.“ – Gedächtnisprotokoll eines Zitates im Rahmen des Labors Regelungstechnik bei Prof. Dr. Feßler.

 

Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit dort Freude bereitet?

Besonders gefallen hat mir, das eigenverantwortliche arbeiten im Rahmen meines Projektes APAS Speed Switch, siehe Video https://www.youtube.com/watch?v=1cwBI8bxea4. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde mir eine gewisse Verantwortung übertragen, da das Projekt bis zum Ende meines Praktikums unbedingt fertig werden musste. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist mir das Projekt persönlich sehr wichtig geworden, ich wollte das Projekt unbedingt rechtzeitig beenden, dies hat mir extrem viel Freude bereitet. Hierbei konnte ich eigene Entscheidungen treffen und das Projekt in einem gewissen Rahmen selbstständig koordinieren.

 

Wo lagen die Herausforderungen? Wo wurde es knifflig? Was hat für schlaflose Nächte gesorgt?

Besonders herausfordernd fand ich den Start in das Praktikum, da mein Anfangsprojekt, eine Simulationsanbindung zwischen dem Hauptprogrammcode und einer Robotersimulation, eine sehr monotone Arbeit war. Im Speziellen habe ich die ersten Wochen jeden Arbeitstag Programmcode nach Fehlern analysiert. Besonders anstrengend war hier, dass man die Fortschritte nicht gesehen hatte. Allerdings konnte ich mit viel Ausdauer und Durchhaltevermögen letztlich alle Fehler beseitigen und somit die Simulationsanbindung realisieren.

 

Welche Erlebnis hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

Beeindruckt hat mich vor allem die technische Umsetzung des APAS assistant, weiterhin fand ich es faszinierend wie schnell ein Industrieroboter bei höchster Präzision verfahren kann.

 

Wo haben Sie gewohnt?

Während des Praxissemester habe ich wieder bei meinen Eltern gewohnt, da dies nur 25km von meinem Arbeitsort entfernt liegt.

 

Was nehmen Sie aus dem Praxissemester für die Zukunft mit?

Das Praxissemester war eine große Motivationsspritze für mein restliches Studium. Ich habe gelernt, dass praktische Erfahrung das ist, was die Firmen am meisten fordern und was einem persönlich am meisten bringt. Daher möchte ich meine Fachkenntnisse im Bereich der Robotik, Informatik usw. weiter vertiefen.

 

Was könnten Sie anderen Studierenden für das Praxissemester empfehlen?

Ich kann allen Studierenden nur raten sich Ihre Praxissemesterstelle sehr sorgfältig auszuwählen, weiterhin sollte man immer versuchen sein Bestes zu geben. Das Praxissemester ist eine sehr große Chance in einer Firma Fuß zu fassen, die guten Praktikanten werden häufig als Werkstudenten oder als Angestellter übernommen.

 

Kontakt:
simon.reutter[ät]gmail.com

Praxissemsterbetreuer in der Hochschule Karlsruhe:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Köller
thomas.koeller[ät]hs-karlsruhe.de

Praxissemesterbetreuer im Unternehmen:
Dr. Frank Röthling
E-Mail: Frank.Roethling[ät]de.bosch.com