Marc Fengel (M.Eng.), Masterstudiengang Elektrotechnik


Wie sind Sie darauf gekommen und was waren die Beweggründe an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule in Karlsruhe zu studieren?

Nach meiner Ausbildung zum Elektroinstallateur wollte ich unbedingt mehr über das Fachgebiet Elektrotechnik wissen. Im Rahmen meiner Berufsausbildung wurde mir beigebracht wie die Zusammenhänge der Elektrotechnik funktionieren. Die Frage warum die Zusammenhänge der Elektrotechnik funktionieren blieb dabei offen. Nach meiner Ausbildung stellte sich deshalb nicht die Frage ob ich auf dem Gebiet weiterarbeiten möchte, sondern wie ich mich weiterbilden kann. Da mein Focus besonders auf den Bereich der Elektrische Energietechnik lag aber dieser Fachbereich nicht in den umliegenden Hochschulen in diesem Maße angeboten lag es auf der Hand ein Studium an der Hochschule Karlsruhe ein Studium anzustreben, zumal ich in Karlsruhe wohne.

Was gefällt Ihnen besonders am Fach Elektro- und Informationstechnik?


Ich besuchte nach der Grundschule die Hauptschule. Dort musste ich mich sehr früh mit dem Thema Berufsfindung auseinandersetzen. Zu dieser Zeit habe ich mich besonders für Elektronik interessiert. Dieses Interesse wandelte sich im Laufe meiner Berufsausbildung in Richtung höherer Spannungsebenen.
Die Elektrotechnik hatte für mich schon immer einen besonderen Reiz. Aus der Spielerei mit einfachen Halbleiterschaltungen und Modelleinbahnen entwickelte sich das Interesse und die Leidenschaft für diesen Fachbereich wie von selbst. Aus Hobby wurde einfach Beruf.

Was hat Ihnen besonders am Studium an der Hochschule an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik gefallen?

Bereits im Grundstudium wurden uns die Kenntnisse und Fertigkeiten der Mathematik als universelles Werkzeug für die Lösung technischer Probleme vermittelt. Die Professoren schafften es uns die Zusammenhänge zwischen Technik und Mathematik auf eine unterhaltsame Weise zu vermitteln.
Neben der Elektrotechnik wurden uns weitere interessante technische Zusammenhänge aufgezeigt. Dadurch bekam ich als zukünftiger Ingenieur einen umfassenden Blick auch für andere Fachbereiche.

Was möchten Sie nach dem Studium beruflich machen bzw. wo sind Sie nach dem Abschluss beruflich gestartet?

Nach erfolgreichem Abschluss als einer der letzten Dipl.-Ing.(FH) im Jahre 2009 sah ich mich aufgrund des damaligen dünnen Arbeitsplatzangebotes gezwungen weiter zu studieren. Hier bot sich das Masterstudium Elektrotechnik mit der Vertiefungsrichtung Erneuerbare Energien an
Dieses habe ich Anfang 2011 erfolgreich abgeschlossen.
Im Rahmen meiner Masterthesis beschäftigte ich mich mit Fehlererkennung und technischer Betriebsführung von Photovoltaikanlagen bei einem mittelständischen PV-Projektierer.
Nach Abschluss des Masterstudiums wurde ich dort direkt in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.
Mein Hauptaufgabengebiet war die technische Betriebsführung von Photovoltaikanlagen. Es handelte sich dabei überwiegend um Freiflächenanlagen mit installierten Leistungen zwischen 1 MW bis zu 30MW.
Dazu gehörte neben der Wartungsplanung auch u.a. das Optimieren bestehender Anlagen sowie die Beratung und Kundenbetreuung von Großkunden. Dabei bin ich auch überwiegend mit Gutachten aller Art und vertraglichen Gestaltungen in Kontakt gekommen. Diese umfassende Tätigkeit weckte neben meinen Interessen an der Technik und den damit verbunden organisatorischen Aufgaben das Interesse an Gesetzen, Richtlinien und Normen. In dieser Zeit bildete ich mich zum Gutachter für Photovoltaikanlagen weiter.
Dabei wurde mein Interesse für das Sachverständigenwesen geweckt. Dies war dann der Beweggrund mich beruflich neu zu orientieren.

In welcher Branche sind Sie jetzt tätig und welche Position besetzen Sie nun?

Seit Oktober 2012 bin ich als Sachverständiger bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH in Karlsruhe tätig.
Im Rahmen meiner Tätigkeit wurde ich weiter zum Sachverständigen im Bereich Maschinensicherheit ausgebildet. Zudem habe ich beim VdS die Anerkennung als Sachverständiger für die Prüfung Elektrischer Anlagen erworben.
Dazu zählen neben Begehungen und Prüfungen auch das Erstellen von Gutachten sowie die Klärung technischer Sachverhalte in den Bereichen Maschinensicherheit, elektrische Anlagen und Photovoltaikanlagen. Besonders interessant an dieser Tätigkeit sind neben den technischen Sachverhalten auch die rechtlichen Aspekte über die sich jeder Sachverständiger im Klaren sein muss.
Neben meiner Tätigkeit als Sachverständiger bin ich in zwei Normen- und Richtlinienarbeitskreisen vertreten. Dort bringe ich mein Wissen aus dem Aspekt der technischen Sicherheit mit ein.

Welchen Tipp haben Sie für zukünftige Studentinnen und Studenten?

Wer ein Studium beginnt sollte sich im Klaren darüber sein, dass das Lernen auch nach dem erfolgreichen Abschluss nie vorbei sein wird.
Wichtig ist die Beherrschung der technischen und mathematischen Grundlagen der ersten Semester, denn alle weiteren Vorlesungen und auch beruflichen Tätigkeiten bauen auf diesem Fundament auf.
Als Student beweist man, dass man in der Lage ist sich innerhalb kürzester Zeit Dinge anzueignen und anzuwenden. Doch ein langfristiger Erfolg besteht darin erlerntes Wissen und Fertigkeiten auf neue Sachverhalte und Problemstellungen anzuwenden. Deshalb rate ich jedem Studenten nicht nur kurzfristig für das Bestehen der Klausuren zu lernen, sondern sich kontinuierlich während des Semesters damit zu beschäftigen.

Ein reines Sammeln von Scheinen sollte ein Studium nicht sein. Aufgrund meiner Tätigkeit als Sachverständiger treffe ich immer wieder auf Hersteller und junge Entwickler, die sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen und normativen Anforderungen ihrer Tätigkeit nicht bewusst sind. Die fehlende Vermittlung der rechtlichen Sachverhalte sowie der Umgang mit Normen ist jedoch ein grundlegendes Problem in jeder Ingenieursausbildung.

Hierfür empfehle ich jedem sich auch Fachgebietsübergreifend zu informieren. Mir haben zum Beispiel während meines Studiums die Angebote der Zertifikatsprogramme „Recht in Technik und Wirtschaft“ sehr geholfen mich im Sachverständigenwesen zurechtzufinden.

Persönliches Fazit:

An meine Zeit als Student der Fakultät EIT denke immer wieder gerne zurück.

Ich gebe zu, ein Studium ist nicht immer einfach. Der Hürdenlauf jedes Semester die Klausuren zu bestehen wurde das eine oder andere Mal schon zur Zitterpartie. Doch für mich ging es immer darum sich den Herausforderung zu stellen. Mit Hilfe der Kommilitonen, denen es genauso ging, dem guten Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden und dem interessanten Fachgebiet war es unterm Strich eine gute Entscheidung an der Hochschule Karlsruhe Fakultät EIT zu studieren.

Wenn es einfach gewesen wäre, wäre es doch langweilig gewesen!