Dr. Michael Betz, Absolvent Masterstudiengang Elektro- und Informationstechnik

In welcher Branche sind Sie jetzt tätig und welche Position besetzen Sie nun?

Zurzeit arbeite ich für die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) und bin dort in der Instrumentierungsgruppe tätig. Dabei geht es um die Messung verschiedener Maschinen und Strahlparameter an mehreren Teilchenbeschleunigern.
Das ist wichtig, da z.B. am LHC der Protonenstrahl nur wenige μm Durchmesser hat und dessen Position mit entsprechender Genauigkeit gemessen und korrigiert werden muss. Nur dann können die beiden Strahlen erfolgreich zur Kollision gebracht werden.

Wie sind Sie Mitarbeiter bei CERN geworden? Wie gelang der Erstkontakt/Einstieg?

Als ich auf der Suche nach einem Thema für die Masterthesis war, bin ich auf das `Baden Württemberg Programm` gestoßen. Die Hochschule Karlsruhe nimmt daran Teil, steht dadurch in engem Kontakt mit CERN und fördert aktiv den Austausch von Studenten für ein Praxissemester oder die Thesis.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Dafür ist hier definitiv nicht genug Platz ;) aber unter anderem sind es die technischen Herausforderungen, die oft ein breit gefächertes (Fach)wissen erfordern und einen dadurch auf Trab halten. Das geht manchmal von der Hochfrequenztechnik über Beschleunigerphysik bis hin zur Software Entwicklung.
CERN ist außerdem ziemlich einzigartig was die kulturelle Vielfalt angeht: Man trifft Menschen aus der ganzen Welt (> 21 Mitgliedsstaaten) und arbeitet in einer lockeren und entspannten Atmosphäre an gemeinsamen Projekten.

Welche Qualifikationen, die Sie bereits während des Studiums erworben haben, erweisen sich jetzt im Berufsleben als besonders hilfreich?

Manchmal ist es wichtig hartnäckig zu sein und Dingen die man nicht versteht auf den Grund zu gehen -- das kann oft zu Überraschungen und neuen Erkenntnissen führen. Außerdem ist es hilfreich wenn man sich nicht scheut selbstständig Wissen aus Fachbüchern anzueignen.

Wie wichtig war das Masterstudium an der Hochschule Karlsruhe für Ihren weiteren Weg?


Das Studium hat meine Interesse an der Hochfrequenztechnik erst so richtig geweckt.
Außerdem wäre, ohne die exzellente Kooperation zwischen der Hochschule und CERN mir garnicht bewusst gewesen, dass dort die Nachfrage nach Ingenieuren recht hoch ist und es so viele Möglichkeiten für Praktika und Abschlussarbeiten gibt.

Zu welchem Thema haben Sie promoviert und wo? Was waren die entscheidenden Gründe, die sie zu einer Doktorarbeit motiviert haben?

Promoviert habe ich am KIT in Zusammenarbeit mit CERN. Das Thema ging in die Richtung experimentelle Physik und Mikrowellentechnik. Ich fand vor allem die Zusammenarbeit mit theoretischen Physikern sehr spannend. Zum einen habe ich viel über den jetzigen Stand der Grundlagenforschung und über die Probleme im Standardmodell gelernt. Zum anderen konnte ich als Ingenieur mit praktischem, angewandtem Wissen viel zur Realisierung von verschiedenen Experimenten beitragen. Beide Felder haben sich also wunderbar ergänzt.

Welche Beweggründe führten sie zum Studium an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule in Karlsruhe?

Ein für mich persönlich interessanter Inhalt des Studiengangs (der Mix aus Analog, Hochfrequenz und Digital), die praktische Orientierung und natürlich die wunderschöne Lage im sonnigen Karlsruhe ;)

Was würden Sie an Ihrem Studium, der Fakultät und der Hochschule besonders positiv hervorheben?

Vor allem die vielen Laborversuche blieben mir deutlich in Erinnerung. Diese tragen also wirklich zum nachhaltigen Lernen bei.

Was war für Sie in den ersten Semestern Ihres Studiums überraschend? Was war anders als erwartet?

Im Masterstudiengang waren wir eine überraschend kleine Gruppe. Das war angenehm, denn es machte die Vorlesungen sehr familiär und vor allem interaktiv.

Welchen Tipp haben Sie für zukünftige Studentinnen und Studenten?

Findet etwas was euch Spass macht und kniet euch rein ;)

Persönliches Fazit:

Hochschule Karlsruhe, gerne wieder! Nach dem Studium stehen einem unglaublich viele Türen offen und die Aussichten einen passenden Job zu finden, in der Industrie oder auch in der Wissenschaft, sind erstklassig.
 

Kontakt:

Michael Betz
E-Mail: Michael.Betz[ät]cern.ch