Jährliche Sitzung der Gremien der Valerius-Füner-Stiftung

Am 14.03. 2019 fand bei der Firma „Peter Huber Kältemaschinenbau AG“ in Offenburg die jährliche Sitzung der Gremien der Valerius-Füner-Stiftung statt. Da die Stiftung mit ihrem Zweck einen besonderen Bezug zur Hochschule Karlsruhe hat, wird hier über ihre Zielsetzung und Aktivitäten sowie die Veränderungen in den Gremien berichtet.

1.    Rechtliche Gegebenheiten der Valerius-Füner-Stiftung

Die Valerius-Füner-Stiftung wurde 2001 zur Unterstützung des Studienschwerpunkts „Kälte-, Klima- und Umwelttechnik“ an der damaligen Fachhochschule Karlsruhe durch Prof. Dr.-Ing. Johannes Reichelt gegründet. Er vertrat von 1980 bis 2004 im Fachbereich Maschinenbau als Nachfolger von Valerius Füner die Kälte- und Klimatechnik. Letzterer war Schüler von Prof. Dr.-Ing. Rudolf Plank, der als „Kältepapst“ in die Geschichte einging.

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Ingenieuraus- und -weiterbildung im Bereich der Kälte- und Klimatechnik (einschließlich Wärmepumpen) an der Hochschule Karlsruhe und der langfristige Erhalt dieses Studienschwerpunkts. In den vergangenen Jahren unterstützte die Valerius-Füner-Stiftung zahlreiche Aktivitäten an der Hochschule auf diesem Gebiet mit einer insgesamt sechsstelligen Summe. Darüber hinaus werden jährlich die besten Bachelor- und Masterabsolventen dieses Schwerpunktes mit dem Valerius-Füner bzw. dem Peter Huber Preis ausgezeichnet.

Bereits 1952 startete Valerius Füner am Staatstechnikum eine kältetechnische Weiterbildung, die Johannes Reichelt nach seiner Berufung an die Fachhochschule 1980 weiter führte. Am 15.11.1997 gründete Johannes Reichelt schließlich die TWK (Test- und Weiterbildungszentrum Wärmepumpen und Kältetechnik GmbH). Diese ist auf dem Weiterbildungssektor im deutschsprachigen Raum führend. 2016 wurde in Stutensee ein Gebäude für die TWK mit ca. 2250 qm Nutzfläche eingeweiht. Das Besondere daran ist, dass Johannes Reichelt bereits 2004 eine unentgeltliche Übertragung von 70% der TWK GmbH-Anteile mit 100 % Dividendenbezugsrecht  an die Valerius-Füner-Stiftung vornahm. Die Stiftung ist somit Hauptgesellschafterin der GmbH.

2.    Gremien Struktur der Stiftung

Die Valerius-Füner-Stiftung hat zwei Organe, den Vorstand und den Stiftungsrat. Außerdem gibt es einen wissenschaftlichen Beirat. Einmal jährlich finden gemeinsame Sitzungen aller Gremien statt. In der Regel werden diese im steten Wechsel an der Hochschule und in einem Unternehmen der Kälte- Klima- und Umwelttechnik durchgeführt.

Dem Vorstand obliegen die Geschäftsführung der Stiftung, insbesondere die ordnungsgemäße Verwaltung des Stiftungsvermögens und die Vergabe der Stiftungsmittel. Er besteht aus bis zu drei Mitgliedern.

Der Stiftungsrat, dem drei bis sieben Mitglieder angehören, hat folgende Aufgaben:

-       Bestellung der Mitglieder des Vorstands,

-       Genehmigung der Jahresrechnung und Entlastung des Vorstands,

-       Beratung des Vorstands bei der Verfolgung des Stiftungszwecks,

-       Wahl und Abwahl der Stiftungsratsmitglieder.

Der wissenschaftliche Beirat besteht insbesondere aus den Professoren der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, Fakultät Maschinenbau und Mechatronik, die in der Vertiefung Kälte-, Klima- und Umwelttechnik unterrichten, sowie aus den Geschäftsführern der TWK GmbH. Er berät den Vorstand als fachwissenschaftliches Beratungsgremium.

 

3.    Sitzung der Gremien der Stiftung bei der Firma Huber in Offenburg

Die wichtigsten Beschlüsse betrafen den Jahresabschluss sowie die Veränderungen bei der Zusammensetzung der verschiedenen Gremien.

Der Steuerberater Bernd Maisenbacher, der seit 2002 für die Stiftung tätig ist, stellte den Jahresabschluss 2018 vor.

Die Stiftung konnte sich 2018 beim Spendenaufkommen über einen Zufluss von ca. 38 T€ freuen, dies ist 1/3 mehr als 2017 erzielt werden konnte. Der Bilanzgewinn betrug knapp 52 T€, die Bilanzsumme betrug ca. 540 T€.

Für Studentenexkursionen und studentische Begegnungsveranstaltungen und Preise konnten nahezu 4,3 T€ ausgegeben werden. Außerdem flossen Unterstützungsleistungen in die KKU-Labors der Hochschule von über 6 T€. Für ein Promotionsstipendium und die Modernisierung der Kältelabors wurde eine Rücklage von 33.550 € gebildet. Das Finanzamt Karlsruhe-Durlach bestätigte im Dezember 2018 für den Überprüfungszeitraum 2015 - 2017 die Gemeinnützigkeit der Stiftung.

Damit war im Berichtsjahr beim Stiftungsvermögen ein Zuwachs von 3.678,97 € zu verzeichnen. Auch der Wert der TWK GmbH-Anteile konnte durch deren gute wirtschaftliche Entwicklung in 2018 gesteigert werden.

Der Stiftungsrat und die Mitglieder des Beirats freuten sich über die positive Entwicklung und ersterer erteilte dem Vorstand einstimmig die Entlastung.

Aus dem Vorstand schied Prof. Dr.-Ing. Werner Fischer aus, der ab dem 15.03.2006 stellvertretender Vorsitzender der Stiftung war. Johannes Reichelt würdigte seine Verdienste mit einer Ehrenurkunde und einer Broschüre.

Der Vorstand schlug Rainer Große-Kracht, CTO der Fa. BITZER als neues Mitglied im Vorstand vor und empfahl dem Stiftungsrat, Matthäus Wollfahrt als stellvertretenden Vorstand für drei Jahre zu benennen. Der Stiftungsrat folgte einstimmig diesem Vorschlag.

Auch im Stiftungsrat gab es Veränderungen.

Thomas Hagenlocher, Fa. GEA Bock, schied aus dem Gremium aus. Neu hinzu kam der für Forschung zuständige Prorektor der Hochschule Karlsruhe, Prof. Dr.-Ing. Franz Quint. Außerdem wurde der Alumnus der Hochschule, Philipp Jehs, Geschäftsführer der Fa. CTS zum stellvertretenden Sprecher des Stiftungsrats bestellt.

Der Vorsitzende der Füner-Stiftung teilte dem Teilnehmerkreis mit, dass Prof. Dr.-Ing. Manfred Gottschalk aus dem Beirat ausschied und der Vorstand Dr. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Ulrich Stiebel, Mitglied im Aufsichtsrat der Fa. STIEBEL ELTRON, und  Prof. Dr.-Ing. Robin Langebach, Hochschule Karlsruhe, Inhaber einer Stiftungsprofessur der THE SCHAUFLER FOUNDATION, Sindelfingen neu im Beirat mitwirken werden. Er dankte Manfred Gottschalk für die vielen Impulse, die er im Beirat gegeben hat und dankte den beiden neuen Mitgliedern für ihre Bereitschaft zur Förderung der Kälte-, Klima- und Umwelttechnik in der Valerius-Füner-Stiftung mitzuarbeiten.

Die derzeitigen Mitglieder der verschiedenen Gremien der Stiftung finden Sie unter:

https://www.hs-karlsruhe.de/fuener/stiftungsorgane/

Nach einem Überblickt über den Studienschwerpunkt „Kälte- Klima- und Umwelttechnik“ durch Prof. Dr.-Ing. Jens Denecke folgte ein Bericht über die Geschäftstätigkeit der TWK durch die beiden Geschäftsführe Rainer Burger und Michael Stalter. Im Geschäftsjahr 2018 konnte der Gesamtgewinn um ca. 60.000 € gegenüber 2017 erhöht werden. Dadurch erfolgte eine Sondertilgung der Schulden, so dass eine Ausfallbürgschaft gelöscht werden konnte. Die Prüfstelle hat durch spezielle Messungen, die andere Prüflabors derzeit nicht durchführen können, derzeit eine gute Auslastung.

Die erfreulich positiven Entwicklungen wurden von den Gremien wohlwollend zur Kenntnis genommen.

 

4.    Besichtigung der Firma Peter Huber Kältemaschinenbau AG

Die Sitzungsteilnehmer und Studierende des Studienschwerpunkts Kälte-, Klima- und Umwelttechnik an der Hochschule Karlsruhe bekamen die Chance, die Firma Huber zu besichtigen, die 2018 ihr 50jähriges Bestehen feiern konnte. Die Firma hat eine imponierende Erfolgsgeschichte hinter sich. Sie ist ein familiengeführtes Unternehmen in der zweiten Generation und Technologieführer für hochgenaue Temperierlösungen in Forschung und Industrie.

Joachim Huber, Mitglied des vierköpfigen Vorstands, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und zuständig für die Technik, hatte keine Mühe, den Teilnehmern die dynamische Entwicklung der letzten Jahre näher zu bringen, denn überall waren ihnen die neuen Gebäude und die Umstrukturierung der Fertigung vor Augen. Das Produktionsprogramm bietet Lösungen für alle Temperieraufgaben von -125 bis +425°C.

Die Fa. Huber hat das Ziel, das weltweit führende Unternehmen für Temperiertechnik zu sein, welches durch moderne Arbeitsbedingungen und ein hervorragendes Betriebsklima überzeugt und sichere Arbeitsplätze für motivierte und begeisterte Mitarbeiter bietet.

Die Professoren der Hochschule Karlsruhe bedanken sich für die vielfältige Unterstützung durch die Firma Huber bei der Ausstattung der Labors in der Kälte- und Klimatechnik und freuten sich über die Begegnung mit ehemaligen Studierenden, die an vielversprechenden Arbeitsplätzen am Ziel der Firma mitarbeiten.

5.    Begegnung mit Studierenden der Hochschule

Am Abend fanden „Kamingespräche“ mit zehn Studierenden und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats sowie des Stiftungsrats statt.

Einführend stellte Prof. Dr.-Ing Johannes Reichelt anhand der Broschüre „Erinnerungen an Peter Huber“ den Lebensweg des Gründers dar. Er hatte die Broschüre anlässlich dessen Todes am 12.6.2018 verfasst. Hier wird er nur kurz skizziert, damit jeder Leser erkennt, weshalb an der Hochschule Karlsruhe jährlich ein Peter Huber Preis vergeben wird.

Peter Huber am 16.02.1941 ist in Elgersweier, einem Vorort von Offenburg, aufgewachsen. „Elgersweier war in meiner Kindheit das ärmste Dorf weit und breit“, sagte er einmal. Er wurde Maschinenbauschlosser und arbeitete in der Firma seines Vaters mit, einem kleinen Elektrofachhandel mit angeschlossener Reparaturwerkstatt. Schlitze klopfen und Kabel verlegen war auf Dauer nicht sein Metier. 1965 erfuhr er von den „Karlsruher Kältekursen“, übrigens die ersten und einzigen, die es zu dieser Zeit in Deutschland gab. Er bewarb sich, wurde zugelassen und hat vom 04.10. bis 04.12.1965 einen Kältekurs besucht. Er war laut Valerius Füner einer der besten Teilnehmer eines Kältekurses, den er je hatte.

Peter Huber wurde bei den Kursen nicht nur warm mit der Materie, nein, er fing richtig Feuer. Mit der Zeit wurde er ein exzellenter Fachmann, der die Thermodynamik des Kältemittelkreislaufs der Kompressionskältemaschine perfekt beherrschte. Dies zeigen nicht nur seine geschäftlichen Erfolge sondern z. B. auch das „Handbuch der Temperiertechnik“. Letzteres ist eine Fundgrube an Fachwissen, aufgelockert durch Anekdoten und Späße.

Am Abend hatten die zehn Studierenden viele Fragen insbesondere an die Firmenvertreter. Neben dem allgemeinen Informationsaustausch ging es besonders um Arbeitsbedingungen und Zukunftschancen, aber auch Anforderungen an die Mitarbeiter in der Kälte-, Klima- und Umwelttechnik.

Nach dem von Johannes Reichelt bestens organisiertem offiziellen Teil, mit regelmäßig wechselnden Gesprächsgruppen, ging der Gedankenaustauch bis spät in die Nacht weiter.

Text: Werner Fischer