Sichere Schleusen für nachhaltige Wasserstraßen

Projektarbeit Infrastructure Engineering – Zustandsanalyse Schleuse Neckarsteinach

Regelmäßige Inspektionen und Zustandsanalysen sind wesentlicher Bestandteil im Erhaltungsmanagement der baulichen Infrastruktur. Gerade bei in die Jahre gekommenen Nachkriegsbauwerken spielen die Erfassung und Bewertung des IST-Zustandes eine entscheidende Rolle für etwaige Instandsetzungsmaßnahmen und die Restnutzungsdauer.

Im Sommersemester 2016 beschäftigte sich eine Gruppe Studierender des Studiengangs Infrastructure Engineering Bachelor im Rahmen ihrer Projektarbeit unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jan Akkermann und Prof. Dr.-Ing. Elke Petersson mit der Zustandsanalyse der Schleuse Neckarsteinach. Die Zweikammerschleuse ist ein wichtiger Bestandteil der Bundeswasserstraße Neckar.

In Kooperation mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Heidelberg sowie der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) wurde die landseitige, 1957 erbaute Schleusenkammer während der Revisions-Trockenlegung einer eingehenden Bauwerksinspektion unterzogen. Die Studierenden identifizierten in Gruppen Alters- und Nutzungsschäden an der Kammer, den Toren sowie an den zugehörigen baulichen Anlagen. In einem anschließenden Zustandsgutachten wurde der Bauwerkszustand dokumentiert und bewertet. Ferner wurden bauliche Instandsetzungskonzepte erarbeitet.

In ihrer Analyse konnten die Studierenden übereinstimmend mit den Bauwerksinspektoren des WSA feststellen, dass für den Fortbetrieb der Schleuse Erhaltungsmaßnahmen am Korrosionsschutz der Schleusentore notwendig waren. Diese waren entsprechend kurzfristig vor Wiederinbetriebnahme umzusetzen.

Gleichzeitig beschäftigten sich die Studierenden mit dem hydraulischen Risikofall einer unplanmäßigen Kammerbefüllung bei noch geöffnetem Tor, wie er beispielsweise infolge eines Torantriebsschadens auftreten könnte. Es konnte rechnerisch gezeigt werden, dass die Gefahr für Schiffe und deren Mannschaften hierdurch nicht erheblich ist.

Insgesamt konnten die Studierenden – nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung von WSA und BAW – sehr praxisnah einen Eindruck über ein Aufgabenfeld ihres späteren Berufes gewinnen und gleichzeitig bereits Erlerntes – getreu dem Motto der HsKA „näher dran“ – am realen Bauwerk erproben.

 

Bericht: Prof. Dr.-Ing. Jan Akkermann

Fotos: BAW | Prof. Dr.-Ing. Jan Akkermann