22.08.2017 | Für Master-Thesen im Bereich Biodiversitätsforschung nach Kenia

Nicht jeder bekommt die Chance, für seine Abschlussarbeit nach Kenia zu reisen. Zwei Studierende des Internationalen Geomatics-Master waren die Glücklichen.

Im März konnte Anne Maier an einer Begehung eines anvisierten Untersuchungsgebiets an der südöstlichen Flanke des Mt. Elgon teilnehmen. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Bayreuth sowie JOOUST in Bondo (Kenia) wurden auf rund 3500 m die Zelte aufgeschlagen. Nachts war es empfindlich kalt und die dünne Luft ermöglichte nur einen leichten Schlaf. Auch lernten die Teilnehmenden, dass Nudeln in dieser Höhe zwar etwas länger brauchen und schmecken, Reis aber nie gar wird. Dafür wird die Vegetation immer ungewöhnlicher, je höher man aufsteigt. Märchenwälder aus Schopfbäumen (Dendrosenecio), deren Blätter am Kraterrand (in 4000 m Höhe) haarig werden und silbrig glänzen, sind in der Caldera dann schließlich dicht mit Moospaketen behangen. Frau Maier hat fleißig Photos geschossen, sich von den Biologen die Vegetation erklären lassen und Notizen zu Lage und Vegetationszusammensetzung vorgenommen. Diese Informationen zieht sie nun zu Rate beim Auswerten eines Sentinel-2 Satellitenbilds. Das Ganze dient der Vorbereitung eines Projektantrags. Es wäre ein Traum, in dieser weitgehend unberührten Natur ein logistisch sicherlich herausforderndes Forschungsprojekt in einem multidisziplinären Team zu bearbeiten.

Jan Jedersbrger ist erst kürzlich von einem dreimonatigen Aufenthalt in Kenia zurückgekehrt. Für die NGO Action for Cheetahs (ACK) hat er mittels AppStudio und Qt/QML mobile Kartenanwendungen entwickelt, die es vor Ort zu testen und implementieren galt. Eine seiner Apps ist für den Kenia-weiten Survey zum Bestand der Geparde vorgesehen. Getestet und Personal geschult wurde jedoch in den beiden Hauptuntersuchungsgebieten in Salama und Samburu, die beide ein semiarides Klima aufweisen. Ob er dabei Geparden zu sehen bekommen hat, hat er noch nicht verraten. Auf alle Fälle aber funktionieren die Apps. Damit können nun erstmalig die vielen, regelmäßig erhobenen Felddaten samt Raumbezug vom Gelände aus in eine Datenbank geladen werden. Ergänzt werden die Apps durch ein Web-Frontend, welches es ermöglicht, Photos von Geparden aus dem Gelände auf einer Karte darzustellen. Damit erhofft sich die von Spendengeldern abhängige NGO, mehr Geldgeber zu gewinnen. Für die Abschlussarbeit hat Herr Jedersberger außerdem noch Interviews zur Usability der Apps geführt, die er jetzt noch auswerten muss. Sobald die Erhebung der Geparde in ganz Kenia abgeschlossen ist, wird die Hochschule Karlsruhe auch in die räumliche Modellierung zur Gepardenverbreitung und Abschätzung des Bestands eingebunden sein.