GEFONAS / KoGeReC

Gemeinsame Forschung für Nachhaltige Stadtentwicklung

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft gemeinsam mit der SungKyunKwan Universität (SKKU) in Seoul/Suwon in Südkorea eine gemeinsame Forschungspräsenz auf. Unterstützt werden die Projektpartner von dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Seoul National University (SNU).

Die Forschungspräsenz adressiert die vier Themenschwerpunkte Stadtplanung, Mobilität, Energie- und Wassermanagement bzw. Klimaanpassung.

Die vier Themen sind eng miteinander verbunden, werden aber häufig zu isoliert betrachtet:

  • So hängt Mobilität in hohem Maße ab von Siedlungsformen, Siedlungsformen hängen wiederum ab von Mobilitätsoptionen.
  • Mobilitäts- und Siedlungsformen haben großen Einfluss auf den Energieträger und Energieverbrauch, Energieverfügbarkeit und Energiepreise wirken sich auf Siedlungsentwicklung und Mobilitätsverhalten aus.
  • Der Klimawandel erfordert massive Reaktionen auf in der Stadtplanung, der Verkehrsplanung auf dem Energiesektor.

Das Projekt GEFONAS hat zum Ziel

a) Forschung, Entwicklung und Lehre aus diesen Themenbereichen interdisziplinär zu vernetzen und
b) durch die Kooperation von deutschen und koreanischen Experten Synergien und einen internationalen Technologietransfer zu erzeugen.

Das Akronym GEFONAS baut auf den deutschen Worten „Gemeinsame Forschung für Nachhaltige Stadtentwicklung“ auf. Eine Erklärung des Akronyms im Englischen (geschweige denn im Koreanischen) ist damit jedoch kaum möglich.

Daher wurde gemeinsam mit den koreanischen Partnern das besser verständliche Akronym KoGeReC entwickelt, welches sich aus dem englischen Titel „Korean German Research Center“ ableitet. Eine vollständige Übersicht über die Forschungspräsenz finden Sie auf der gleichnamigen Webseite www.kogerec.org

Gemeinsame Forschungspräsenz

Neben der inhaltlichen Arbeit in Forschung, Entwicklung und Lehre werden in der Hochschule Karlsruhe sowie in der SKKU räumliche Präsenzen eingerichtet, die für Forscher aus dem jeweiligen Partnerland als Anlaufstelle und Arbeitsplatz während eines Auslandsaufenthaltes dienen.

Stadt- und Quartiersentwicklung

Das übergreifende Schwerpunktthema ist die Stadtplanung mit Fokus auf der behutsamen Entwicklung von Quartieren. Auf diesem Themengebiet gab es bereits im Rahmen des Projekts „Urban Voids“ Kooperationen der beteiligten Hochschulen, bei denen sich die Verknüpfungen zu den im Folgenden genannten weiteren Arbeitsfeldern herausstellen.

Stadtverträgliche Mobilität

Die Zusammenarbeit mit einem technologisch so hoch entwickelten Land wie Südkorea könnte dabei aus deutscher Sicht besondere Potenziale bergen, z.B. bei der Entwicklung von Systemen zur Organisation und Optimierung multi- und intermodaler Mobilitätsformen.
Bereits im Rahmen des Urban-Voids-Projektes zeichneten sich gemeinsame Interessen beim Themenkomplex Nahversorgung, Nahmobilität, Förderung von Rad- und Fußverkehr und der darauf abgestimmten Gestaltung von städtischen Straßenräumen ab.

Eine Sonderrolle kommt dabei dem Thema autonomes Fahren zu: Sowohl die koreanischen als auch die deutschen Kooperationspartner sind an Forschungsprojekten zum autonomen Fahren beteiligt. Über die technischen Fragestellungen hinausgehend sollen im Rahmen gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten jedoch auch die Auswirkungen des Autonomen Fahrens im Hinblick auf die Ziele der Stadt- und Verkehrsplanung betrachtet werden.

Klimaanpassung und Starkregenereignisse

Starkregenereignisse nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland und Korea stellt sich die Frage, nach dem geeigneten Umgang mit den Wassermassen, die von der bestehenden Kanalisation nicht mehr abgeführt werden können. Bereits im Rahmen des Urban-Voids-Projektes hat diese Fragestellung die Teilnehmer des Workshops bei den Planungen für die Sanierung des Stadtviertels Sangdo-Sa-Dong beschäftigt und zu verschiedenen Entwurfsansätze für die Straßenräume geführt. Eine gemeinsame Erprobung und Evaluierung der verschiedenen Ansätze in beiden Ländern im Rahmen von FuE-Projekten wird angestrebt.

Energieversorgung

Die Energieversorgung und deren nachhaltige Gestaltung ist in beiden Ländern ein Thema von hoher Priorität. Neben der Versorgung von Gebäuden mit Heiz- und elektrischer rückt dabei auch zunehmend die Energie für den Mobilitätsbereich in das Blickfeld ebenso wie die dezentrale Erzeugung und Nutzung von regenerativer Energie.

Im Mobilitätsbereich werden batterieelektrische Antriebe derzeit stark gefördert, sind aber aufgrund der noch begrenzten Reichweiten, der langen Ladezeiten sowie der ungelösten Frage nach der Ladeinfrastruktur durchaus noch umstritten. In wasserstoff- bzw. brennstoffzellenbasierten Antrieben wird ebenfalls ein großes Potenzial gesehen, aber auch hier ist die Akzeptanz bei Kunden noch überschaubar.
Eine integrative Betrachtung der regenerativen, dezentralen Energieerzeugung im Kontext von Stadtplanung und Mobilität ist daher ein weiterer Arbeitsschwerpunkt von GEFONAS.

Vorläuferprojekt Urban Voids

Das Projekt GEFONAS bzw. KoGeReC baut auf eine vorhergehende Kooperation zwischen der Seoul National University (SNU) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf. Unter dem Titel „Urban Voids“ (Städtische Lücken) wurde der Austausch auf dem Gebiet Stadtplanung initiiert. Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt "Urban Voids"

 

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Jan Riel
Institutsleiter

Gebäude B, Raum 308
Moltkestr. 30, 76133 Karlsruhe

Tel.: +49 (0)721 925-2626
Fax: +49 (0)721 925-2645
E-Mail: jan.rielspam prevention@hs-karlsruhe.de

 

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