Mechatronik-Kolloquium

Industrie und Wissenschaft

   

mit dem Wintersemester 2016/17 startet an der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik eine Veranstaltungsreihe Mechatronik-Kolloquium – Industrie und Wissenschaft, mit dem Themenschwerpunkt „Industrie 4.0 – Von der Entwicklung bis zum Service“.

Ziel dieses neuen Veranstaltungs- und Dialogformats ist es, anhand ausgewählter Anwendungsbeispiele aus verschiedenen Unternehmen zu zeigen, welche Einflussgrößen das Fachgebiet der Mechatronik auf den gesamten Produktentstehungsprozess heute besitzt. Dies geschieht im Wintersemester 2016/2017 in fünf Themenblöcken.

Die Veranstaltungen mit jeweils zwei Vorträgen finden von 16:00-18:30 Uhr im Hörsaal Elektrotechnik (He) im Geb. LI an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft statt.

12. Oktober 2016

Entwicklungsprozesse für mechatronische Produkte

Lothar Hermann und Pierre Metz, Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG
„Mechatronik Entwicklung in Zeiten der Funktionalen Sicherheit – Die Praxis“

„Komplexität – Industrie 4.0 – Funktionale Sicherheit – virtuelle Entwicklung“ sind nur einige aus einer Reihe von Schlagwörtern, die auch in der Automobilindustrie für neue Trends sorgen. Doch was bedeutet es konkret im Kontext der Mechatronik Entwicklung überhaupt? Was sind die Herausforderungen und mit welchen Lösungen in der Praxis treten wir Ihnen entgegen? Konkrete Beispiele sollen hier einen nachhaltigen Eindruck geben, wie wir sogenannte „Systeme“ in der Praxis entwickeln und beherrschen. Gestern, heute und in der Zukunft…

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Andreas Brandauer, Siemens Industry Software GmbH
„Entwicklung mechatronischer Produkte in einer frühen Phase des Produktentstehungsprozesses“

Mit dem neuen Mechatronic Concept Designer (MCD) ermöglicht Siemens das Erstellen digitaler Zwillinge und damit das Schließen der Planungslücken zwischen der mechanischen Konstruktion, der Einbindung der Elektrik und der Entwicklung der Steuerungstechnik. Dabei liefert der MCD gleichzeitig die Datenbasis für eine optimierte virtuelle Inbetriebnahme neuer Maschinen.

02. November 2016

Mechatronik in der Produktionsplanung

Bernhard Seiler, LuK GmbH & Co. KG (Schaeffler Gruppe)
„Einsatz der „Digitalen Fabrik“ bei der Produktionsplanung von Antriebsstrang-Komponenten für die „Mobilität von morgen““

Die Produktlebenszyklen moderner Lösungen für den Antriebsstrang werden immer kürzer – dementgegen steht eine wachsende Produktvielfalt und –komplexität u.a. auch durch verstärkte Erweiterung von mechatronischen Systeme, bei anhaltend starkem Wettbewerb und Kostendruck. Die Planung von Produktionsanlagen verfolgt dabei die gesamte Wertschöpfungskette inkl. Fertigungstechnologie und Logistik vom Lieferanten über Komponentenfertigung bis zur Endmontage, Prüfung und Versand zum Kunden. Der Einsatz von Planungs- und Simulationstools aus der „digitalen Fabrik“ unterstützt hier wesentlich durch systematische Klärung und Beschreibung von Entscheidungswegen sowie durch Schaffung von Transparenz für unterschiedliche Lösungsansätze. Komplexe Zusammenhänge können dabei sowohl dem Management zur gezielten Entscheidung als auch dem Anwender auf dem Shopfloor für Training und kontinuierliche Optimierung verdeutlicht werden.

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Dr. Frank Schönung, SEW EURODRIVE GmbH & Co. KG
„Smart factory - Wieviel Planung braucht die Fabrik der Zukunft“

SEW Eurodrive zeigt in der Fabrik 4.0 im Werk in Graben-Neudorf einen großen Schritt zum Thema Industrie 4.0 und der Smart Factory. Die SEW Eurodrive setzt dabei auf die intelligente Kombination von Mensch und Technik. In diesem Zusammenwirken gelingt es die Kompetenz der Mitarbeiter optimal zu nutzen sowie ein störungsfreies Produktionssystem zu realisieren. Über die realisierten Smart-Factory-Ansätze hinaus werden die Gestaltungskriterien für wandelbare Produktionssysteme abgeleitet. Der Beitrag zeigt auf welche Konsequenzen sich für die Planung wandelbarer Fabriken ergeben müssen und welche Rolle „der Mechatroniker“ dabei spielt.

23. November 2016

Mechatronik in der Produktion und Logistik
Peter Kreusser, Siemens AG

„Mechatronische Lösungen in der Produktion und Logistik steigern die Produktivität“
In der Fertigung mit Werkzeugmaschinen ist das Zusammenspiel zwischen Steuerungs- und Antriebstechnik auf der einen und den mechanischen Komponenten auf der anderen Seite entscheidend. Mit dem von Siemens entwickelten Automatisierungssystem für Werkzeugmaschinen SINUMERIK wird durch die regelungstechnische Betrachtung des digitalen Abbilds der mechanischen Systeme der Betrieb von Maschinen effizienter. Funktionsbeispiele aus der spanenden Fertigung und der Logistik zeigen, dass der Nutzen der Digitalisierung heute schon messbar ist. So kann mit einer modellbasierten Vorsteuerung oder einer gezielten Kompensationen die Präzision am gefertigten Teil ohne Abstriche bei der Bearbeitungsgeschwindigkeit verbessert werden. Dabei ist die Abstimmung und Anpassung der Regelungstechnik an die mechatronischen Eigenschaften des Systems entscheidend.

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Dr. Wolfgang Stripf, PROFIBUS Nutzerorganisation e.V.

„Was ist Funktionale Sicherheit in der modernen Automatisierung und wie ist der Ingenieur der Mechatronik dabei gefordert?“
Es gibt kaum eine Maschine oder Anlage, die nicht die berühmten gelb/roten „Not-Aus“-Taster zeigt. Bis vor wenigen Jahren war die zugrundeliegende Technik noch ausschließlich relais-basiert und qualitativ bewertet. Im letzten Jahrzehnt hat sich jedoch ein revolutionierender Wandel vollzogen, der den Einzug modernster Elektronik in diesen Bereich ermöglicht hat. Der Vortrag gibt einen tieferen Einblick in diesen Wandel und zeigt die Konsequenzen von „Safety & Security“ für den modernen Ingenieur.

14. Dezember 2016

Konnektivität – Sichere Vernetzung von Produkten
Thomas Schramm, Hirschmann Automation and Control GmbH

„Moderne Cybersicherheit in der Automatisierung – weit mehr als eine Firewall“
Um die Kernaufgabe einer Applikation zu schützen, bedarf es besonderer Sorgfalt beim Design eines Steuerungsnetzwerks und bei der Auswahl der aktiven Komponenten. Schließlich ist das Netzwerk selbst einerseits ein Kommunikationsmedium, andererseits aber eine wichtige Verteidigungslinie gegen Angriffe von außen und innen. Damit diese Verteidigungslinie in einem Zeitalter der sich ständig ändernden Bedrohungen zu jedem Zeitpunkt effektiv arbeitet, muss das eigene Security-Konzept beständig überprüft und weiterentwickelt werden. In diesem Vortrag erfahren Sie, welche grundlegenden Techniken und Werkzeuge verwendet werden können, um moderne Security-Konzepte zu erstellen und diese im Rahmen eines Security-Lebenszyklus in die Zukunft zu führen. Denn nur ein Security-Konzept, das von vornherein eine kontinuierliche Weiterentwicklung vorsieht, wird langfristig Bestand haben.

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Sven Köhler, Robert Bosch GmbH
„Security in der Produktionsplanung“

Den kommenden Revolutionen Industrie 4.0, autonomes Fahren, Mobility und Connectivity liegt die Vernetzung von Produkten zugrunde. Auch die Automobilindustrie vernetzt ihre Produkte nach Kräften. Hier werden die Entwickler vor ganz neue Herausforderungen gestellt, denn Daten- und Netzwerksicherheit, Sicherheit der Produktions- und Produktdaten sowie die Produktnachverfolgung (Monitoring) müssen von Anfang an Bestandteil des Produktentstehungsprozesses sein. Hackerangriffe können großen wirtschaftlichen Schaden anrichten, wenn Sie, wie in der jüngsten Vergangenheit, die Internetfähigkeit großer Konzerne angreifen. Sie können aber auch die Sicherheit des Kunden gefährden, wenn der Angriff z.B. während der Fahrt in Lenk- oder Bremssysteme eines Autos eingreift. In diesem Zusammenhang wird Herr Köhler die Möglichkeiten vorstellen, neue Produkte von Beginn an sicher zu gestalten.

18. Januar 2017

Product Lifecycle Management

Philipp Hasenäcker, Bartscher & Hasenäcker Consulting GmbH
„PLM für Mechatronik: Neue Dimensionen der Komplexität“

Die heutige PLM-Welt ist aus der Historie heraus geprägt durch die Anforderungen des Managements von 2D/3D-Konstruktionsdaten. Mechatronische und E/E-geprägte Produkte hingegen haben aufgrund ihrer Komplexität einen weitaus höheren Anspruch an ein effizientes PLM. Wie kommt es zu dieser hohen PLM-Komplexität und wie schafft man es, diese Komplexität effizient und zukunftsfähig zu beherrschen? Die Beantwortung dieser Fragestellungen hat vor allem in der Automobilindustrie, die das Ziel des elektrifizierten, autonomen Fahrens vorgegeben hat, höchste Dringlichkeit und Relevanz.

  
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Prof. Jörg Fischer, Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft
„Warum Industrie 4.0 PLM braucht“

Individualisierung, Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie die jüngsten Technologiesprünge verändern die Märkte grundlegend. Produkte werden intelligenter, Prozesse komplexer, IT zieht in alle Bereiche von Unternehmen ein. Geschäftsmodelle ganzer Branchen ändern sich schlagartig. Dort wo die Veränderungen gegenwärtig spürbar sind, wird dies von aufmerksamen Personen bemerkt. Diese werden jedoch oft nicht gehört, die Dramatik der Veränderung nicht gesehen und Probleme kleingeredet. Dabei bieten sich im Rahmen des Product Lifecycle Management einfache Maßnahmen, wie sich Unternehmen sinnvoll auf die Veränderungen vorbereiten können.