Auenzustandsbericht 2021 zeigt dringenden Handlungsbedarf bei Flussauen in Deutschland

Der Studiengang Geoinformationsmanagement an der Hochschule Karlsruhe liefert über das dreijährige Forschungsprojekt „Flussauenbilanzierung und -bewertung 2.0“ wissenschaftliche Datenbasis für den Auenzustandsbericht 2021 des Bundesumweltministeriums

25. März 2021

Der am heutigen Donnerstag durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze und der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, vorgestellte Auenzustandsbericht 2021 basiert auf dem dreijährigen Forschungsprojekt „Flussauenbilanzierung und -bewertung 2.0“, das unter der Projektleitung von Prof. Dr. Detlef Günther-Diringer, Studiendekan des Bachelorstudiengangs Geoinformationsmanagement an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit dem Ing.-Büro Koenzen (Hilden) in den letzten drei Jahren durchgeführt worden ist.

Beim Zustand der Auen in Deutschland gibt es nach wie vor dringenden Handlungsbedarf: Zwar hat sich der Auenzustand in den letzten zehn Jahren nicht gravierend verschlechtert, aber mehr als die Hälfte der Flussauen in Deutschland sind durch Flussbegradigungen, Deichbau und intensive Nutzung der Flächen stark verändert. Zwei Drittel der Flussauen stehen bei Hochwasser nicht als Überschwemmungsflächen zur Verfügung. Der zweite Auenzustandsbericht seit 2009 dokumentiert den Zustand der Auen an Deutschlands Flüssen, den Verlust von Überschwemmungsflächen und den Stand der Auenrenaturierung. Der Auenzustandsbericht ist eine wertvolle Informationsquelle und eine Entscheidungsgrundlage, den Auenschutz im Bund und in den Ländern voranzubringen.

Forschungsarbeiten zur Ermittlung des Auenzustands

Auf Basis aktueller Geoinformationstechnologie konnten von der Hochschule Karlsruhe bundesweit umfangreiche und detailreiche Geodaten zusammengeführt und analysiert werden. An über 10.000 km Flusslänge wurden die Auengebiete dokumentiert und auf Basis von Hochwassermodellierungen, Landnutzungsdaten sowie Schutzgebietsinformationen bilanziert. Die ökologische Bewertung des Auenzustands wurde darauf aufbauend in einem vom Büro Koenzen entwickelten Bewertungsverfahren durchgeführt. „Durch das an der Hochschule Karlsruhe durchgeführte Vorhaben konnten viele Studierende im Studiengang Geoinformationsmanagement Einblick in realistische Geo-Projekte gewinnen. In Form von Studien- und Abschlussarbeiten konnten Methoden für einzelne Bausteine des Projektes entwickelt werden,“ erläutert Prof. Dr. Detlef Günther-Diringer.

Der große, aktuelle Bedarf an Umweltanwendungen im Geoinformationsbereich hat zu einer Weiterentwicklung des Studiengangs geführt, der ab Wintersemester 2021/22 unter der Bezeichnung „Umwelt- und Geoinformationsmanagement“ an der Hochschule Karlsruhe an den Start gehen wird.

Weitere Informationen

Pressemitteilung BMU_BfN

https://www.bmu.de/pressemitteilung/auenzustandsbericht-2021-zeigt-dringenden-handlungsbedarf-bei-flussauen-in-deutschland/

Vollständiger Auenzustandsbericht

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/wasser/Dokumente/AZB_2021/AZB_2021_bf.pdf

Die an der Hochschule entwickelte Auenzustandskarte und Verlustkarte sind abrufbar unter

https://www.bfn.de/themen/gewaesser-und-auenschutz/bundesweiter-auenschutz/auenzustand.html

 

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