(Foto: TOBIAS SCHWERDT)
B.Sc. Oskar Schütt, Student Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe und Mitarbeiter des KVV

Auftakt für das Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität an der Hochschule Karlsruhe

Die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft eröffnet heute mit einer Auftaktveranstaltung gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Verkehrsminister Winfried Hermann das landesweit einzigartige Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität (bwim). Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir einfach besser unterwegs!“ soll es künftig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und damit zum Klimaschutz im Land leisten.

27. Oktober 2020

„Der Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist engagierter Klimaschutz unabdingbar,“ so heißt es im Entwurf des neuen Klimaschutzgesetzes. Und Mobilität ist ein wesentlicher Teil davon. Nachhaltige Mobilität schafft Lebensräume, Aufenthaltsqualitäten, Gesundheit durch Aktivität, Kommunikation und lohnt sich auch volkswirtschaftlich. Die Verkehrswende ist eine Herausforderung, die alle Disziplinen, Ebenen und Akteure fordert.

„Die Herausforderungen des Klimawandels sind enorm – deshalb gilt es, die vielfältige Expertise, die Baden-Württemberg im Bereich Forschung, Entwicklung und Anwendung hat, zu bündeln“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer MdL. „Mit dem Institut für Nachhaltige Mobilität an der Hochschule Karlsruhe ist uns bereits ein erster großer und wichtiger Schritt gelungen. Ich freue mich, dass das Land hier unterstützt, um die Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus zu tragen.“

„Für eine lebenswerte und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft müssen wir heute gemeinsam die Herausforderungen der Mobilitätswende angehen. Dafür braucht es neue Ideen, für deren Umsetzung ein professioneller Rat der Schlüssel zum Erfolg sein kann“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL. Hermann weiter: „Um die Mobilitätswende erfolgreich zu meistern, ist eine enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft notwendig. Deshalb war es für mich ein besonders wichtiges Anliegen, dieses Institut als Nukleus eines Netzwerkes zu schaffen. Hier bringen wir die Kompetenzen der baden-württembergischen Hochschulen zusammen. Das Institut unterstützt mit seiner wissenschaftlichen Expertise zukünftig die zentralen Akteure im Land und vor Ort und trägt somit dazu bei, die nachhaltige Mobilität weiter voranzubringen.“

„Mit dem heute offiziell gestarteten Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität werden wir die Kompetenzen an den Hochschulen des Landes in Lehre, Forschung und Weiterbildung bündeln“, so Prof. Dr. Christoph Hupfer, Institutsleiter und Studiendekan des Bachelorstudiengangs Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe. „Wir werden nicht nur darüber reden, wie nachhaltige Mobilität geht, sondern diese auch auf die Straße bringen, auch in neuen Konstellationen und mit unkonventionellen Ideen. Und wir müssen jetzt etwas tun – für den Klimaschutz und die Lebensqualität in Stadt und auf dem Land.“

Das bwim wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg über einen Zeitraum von 18 Monaten mit insgesamt 650.000 Euro gefördert und vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg inhaltlich unterstützt. Seine Aufgabe ist es, Verantwortliche aus Verwaltung, Unternehmen und Politik mit der Wissenschaft zu vernetzen, Planungsbüros und Verkehrsentwickler mit fachlicher Weiterbildung zu stärken, für die Gesellschaft mit prägnanter und sympathischer Stimme präsent zu sein und Innovationen nachhaltiger Mobilität einen Startplatz zu geben.

Mit der heutigen Auftaktveranstaltung im Beisein u. a. von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Verkehrsminister Winfried Hermann, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Prof. Dr. Anke Karmann-Wössner, Leiterin des Stadtplanungsamts Karlsruhe, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Olaf Strotkötter vom Karlsruher Verkehrsverbund legten die geladenen Gäste und Akteure bereits einen ersten Grundstein für die Aktivitäten des Instituts. Die Veranstaltung konnte unter strengster Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen in Präsenz stattfinden.

Speed-Dating für nachhaltige Mobilitätsideen

Teil des Eröffnungsprogramms war neben einer gemeinsamen Stadtbahn-Fahrt vom Hauptbahnhof – dem zentralen Ausgangspunkt für intermodale Mobilität – zur Hochschule ein Speed-Dating für nachhaltige Mobilität. An mehreren Stationen konnten je zwei Partner aus ungewohnten „Paarungen“ ihre Ideen unter dem Motto: „Gemeinsam sind wir einfach besser unterwegs!“ diskutieren. In einem abschließenden Pitch stellte jeder Teilnehmer ein Projekt vor, das er oder sie mit Unterstützung des bwim umsetzen möchte. Zu den Teilnehmern des Speed-Dating gehörten Ministerin Theresia Bauer, Minister Winfried Hermann, Jan Büttner (Verwaltungsdirektor SWR), Sarina Pfründer (Bürgermeisterin Sulzfeld), Ralf Suikat (Aufsichtsratsvorsitzender fairantwortung), Anna Radlbeck (Studentin), Jürgen Christ (Professor), Ute Meyer (Professorin), Rektor Prof. Dr. Frank Artinger, Simon Baumgart (Aktivist fridays for future Baden-Württemberg), Jeannette Tremmel (Landeselternbeirat Baden-Württemberg) sowie Bernhard Standl (Professor). Moderiert wurde die Aktion von der Fernsehmoderatorin Barbara Scherle.

Mobilitätsideen aus dem Pitch

Minister Winfried Hermann: Zwischenräume, also Übergangsräume zwischen Stadt und dem ländlichem Raum durch nachhaltiges Mobilitätsmanagement verbinden, um die Basisversorgung sicherzustellen: „öffentliche Versorgung der kurzen Wege“; Schaffung von Co-Working-Stations im ländlichen Raum, um Berufspendeln zu verringern oder zu vermeiden: „führt zu weniger Emissionen und vermeidet Stress“

Sarina Pfründer: e-Carsharing stärken, Vorantreiben des autonomen ÖPNV sowie bessere Taktung des ÖPNV (drei bis viermal in der Stunde), um eine bessere Akzeptanz  bei der Bevölkerung zu erzielen; das Fahrrad, insbes. das e-Bike; als Transportmittel fördern

Ralf Suikat: Unternehmerinitiative unter dem Hashtag „Verkehrswender“ ins Leben rufen: mit dem Ziel, Unternehmen als Multiplikatoren (und damit ihre Mitarbeiter und Familien) zu motivieren, an der Verkehrswende teilzunehmen, z. B. durch Job-Tickets

Anna Radlbeck: Fahrrad (wie seit Jahrzehnten das Auto) als Designobjekt entdecken und den „Life-Style-Charakter“ des Fahrradfahrens mehr promoten; Attraktivität der Fahrradwege erhöhen

Simon Baumgart: Nachhaltigkeit fängt in der schulischen Bildung an: es muss erreicht werden (z. B. auch über den Landeselternbeirat), dass Nachhaltigkeit mehr in den Unterricht einfließt und auch praktisch gelebt wird durch das eigene Verhalten sowie durch Projekte

Prof. Ute Meyer: Modell der „Transformativen Zelle“, um die urban-ländliche Zweiteilung durch Transformationsprojekte zu überwinden; in diesem Kontext  Zwischenräume und urbane Ränder miteinbeziehen

Jürgen Christ: sieht Ansätze, in denen man Musik und Mobilität zusammenbringen kann: e-Fahrzeuge, wie z. B. e-Scooter, hört man nicht; man könnte sie mit durchdachten Sound-Elementen „hörbar“ machen; auch die Ampelanlagen könnte man mit Musik verbinden anstatt mit stupiden Klopfgeräuschen; diese fördere das Gemeinschaftsgefühl für die Umsetzung nachhaltiger Projekte

Jeannette Tremmel: Plädiert für eine für eine viel stärkere Anbindung des ÖPNV in sehr ländlichen Gebieten; ohne Auto könne man in diesen Gebieten derzeit als Familie mit schulpflichtigen Kindern nicht leben; wiederholt die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit in der Schule viel intensiver in den Lehrplan einfließen zu lassen und zu leben

Andreas Gottschalk: Idee, zusammen mit der Klima Arena (Sinsheim) den Gedanken der Nachhaltigkeit stärker zu promoten, auch hier  durch Verbindung von Musik und Mobilität; Wohnen und Arbeiten in Einklang bringen: Co-Working Spaces als Keimzelle der ökologischen Entwicklung in die Innen-Peripherie zu verlagern; Wohnbevölkerung und Arbeitsplätze in Balance bringen; auf diese Weise senkt man den Druck auf die Großstädte; man könne das Thema Mobilität nicht ohne Wohnen und Arbeiten betrachten

Ministerin Theresia Bauer: Im ländlichen Raum muss der Weg zur ÖPNV-Haltestelle und die Wartezeit deutlich geringer werden; sie träume davon, „dass wir individuellere, kleinere, sauberere Fahreinheiten auf die Straße bringen und diese werden wohl autonom sein müssen“, sie möchte, weitere Idee, „dass jeder Campus der über 50 Hochschulen in BW in Zukunft Vorzeigeräume emissionsfreier Mobilität werden, Zukunftslabore für emissionsfreie Mobilität, an denen man erleben kann, wie emissionsfreie Mobilität funktionieren kann, um Begeisterung bei der Bevölkerung zu wecken.“

Weitere Informationen sind über die Homepage des bwim verfügbar.

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