Preisträgerprojekt im campusWELTbewerb

Bis 31.10.2018: „Fremdsein 4.0 – zwischen Heimat und Fremde“ – multimediale und interaktive Ausstellung von Studierenden und Lehrenden an der Hochschule Karlsruhe

10. Oktober 2018

Bis 31. Oktober 2018 kann im 1. OG (Ostseite) des Gebäudes A der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, Moltkestr. 30, 76133 Karlsruhe, Montag bis Freitag 6.00 bis 24.00 Uhr und samstags 8.00 bis 18.00 Uhr die Ausstellung „Fremdsein 4.0“ besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Eine Gruppe von 14 internationalen Studierenden sowie sechs Angehörigen der Hochschule hat sich in mehrtägigen Workshops an der Fakultät für Informationsmanagement und Medien mit der Erarbeitung multimedialer Inhalte rund um das Thema „Fremdsein 4.0“ befasst. Zu einem dieser Workshops war auch die Vizekonsulin der Republik Südafrika, Lehlogonolo Sibisi, zu Gast.

„An der Hochschule Karlsruhe versuchen wir unsere Studierenden bestmöglich auf den globalisierten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Daher ist der internationale Ausbau einer der zentralen strategischen Ziele unserer Hochschule“, so Prorektorin Prof. Dr. Angelika Altmann-Dieses bei der Ausstellungseröffnung. An der Hochschule Karlsruhe begegnet man zunehmend Studierenden aus den verschiedensten Ländern, während es gleichzeitig in Deutschland aufgewachsene Studierende im Zuge ihrer Hochschulausbildung immer stärker ins Ausland zieht. Beide Gruppen erleben dabei Kontraste, was für sie Heimat und Fremdsein ausmachen.

Unter der Leitung von Dekan Prof. Dr. Michael Tewes und Prodekanin Prof. Dr. Gertrud Schaab hatten sich in interdisziplinären Workshops Hochschulangehörige und Studierende aus Bangladesch, Deutschland, Iran, Kenia, Südafrika, Sudan, Turkmenistan und Uganda mit den vielfältigen Erfahrungen und Auswirkungen des Fremdseins befasst: Was bedeutet Fremde, was bedeutet Heimat? Was treibt Studierende in fremde Länder und wie verändert sie die Erfahrung, fremd zu sein? Dabei kristallisierten sich zentrale Themen wie Familie und Freunde, Sprache und Kultur, Gefühle und Lebensweisen heraus, die die Teilnehmenden anschließend in den drei Arbeitsgruppen „Geo-Daten“, „Foto & Film“ und „Text“ kreativ ausarbeiteten. „Die unterschiedliche Wahrnehmung spiegelt sich oft in ganz alltagskulturellen Dingen wie Essen, Wetter oder dem Lärmpegel in öffentlichen Verkehrsmitteln wider“, so Prof. Dr. Gertrud Schaab, „besonders oft wurde Sprache als Faktor benannt, der das Gefühl von Heimat oder Fremdsein maßgeblich beeinflusst.“

Mit Unterstützung von Experten aus den Fachbereichen Geomatik, KulturMediaTechnologie und Kommunikation- und Medienmanagement konzipierten die Studierenden dann Textbeiträge, Fotoportraits, Filmclips (eingebettet in multimediale Inhalte) sowie interaktive Kartenapps, die zur multimedialen und interaktiven Ausstellung „Fremdsein 4.0“ zusammengeführt wurden. Porträts und Videoaufnahmen zeigen die vielfältigen Muttersprachen und Karlsruher Lieblingsorte der Projektteilnehmer sowie die erlebten Kontraste zwischen Heimat und Fremde. Mit den beiden interaktiven Applikationen „Ideal Home Finder“ und „Emotional Foreignness Ranking“ können die Ausstellungsbesucher ausgehend von einer Weltkarte selbst personalisierten Kartendarstellungen gestalten und ermitteln bzw. nachspüren, welche Länder ihnen kulturell nah oder fern sind. Begleitende Texte geben Einblick in die Erlebnisse und Wahrnehmungen von Heimat und Fremde.

„Das Projekt ermöglichte eine persönliche Perspektive auf die gegenseitige Wahrnehmung des ‚Fremden‘“ und des Eigenen, bilanziert Dekan Prof. Dr. Michael Tewes. „In einer Zeit verstärkter Migration von Süd nach Nord schaffen die Beiträge ein Bewusstsein für den Umgang mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen und unterstützen die Mitglieder der Hochschule, die Studierenden in ihrer Lebenswelt abzuholen, um ihnen den Einstieg in Deutschland zu erleichtern. Ergänzt um die Perspektive der deutschen Teilnehmer regt die Ausstellung zur Selbstreflexion im alltäglichen Umgang mit ’der eigenen und anderen Kultur(en) an der Hochschule und darüber hinaus an.“

Das Projekt wurde im Dezember 2017 als einer der Preisträger des campusWELTbewerbs ausgezeichnet. Der von den Landesministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderte Preis unterstützt Projekte an Hochschulen, die die Vernetzung und Weiterentwicklung der globalen Nachhaltigkeit in den Blick nehmen. Betreut werden die Projekte durch das forum für internationale entwicklung + planung (finep).