Leistungsschau der Forschung

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zeigen beeindruckende Stärke ihrer Forschung

 

1. August 2018

Unter dem Motto „Neuland gestalten“ trafen sich vergangene Woche die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, und die erfolgreichsten Forscherinnen und Forscher der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) Baden-Württembergs zu einer Leistungsschau in Stuttgart. Von der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft waren Prof. Dr. Maurice Kettner vom Institut für Kälte-, Klima- und Umweltschutz, Prof. Dr. Reiner Jäger vom Institut für Angewandte Forschung, Prof. Dr. Steffen Kinkel vom Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken sowie Dr. Manuela Lexen als Leiterin des Center of Applied Research vertreten.

Seit etwa fünf Jahren organisieren die HAW in Baden-Württemberg ihre erfolgreichsten Forscherinnen und Forscher in einer landesweit kooperierenden Struktur, um aus der engen Zusammenarbeit zusätzliche Vorteile für die Forscher, über 200 junge Doktoranden, die Forschungspartner aus der Wirtschaft und das Land zu generieren. Dieses Baden-Württemberg Center of Applied Research (BW-CAR) bündelt die landesweite Spitzenforschung an HAW in Baden-Württemberg auch mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für die Angewandte Forschung weiterzuentwickeln, zu gestalten und zu verbessern. So ist BW-CAR kreatives Forschungsumfeld und Schmiede für neue, gemeinsame Forschungsideen, qualitätsgesicherte Plattform für Betreuung und Qualifizierung der an HAW betreuten Promovenden mit eigenen, promotionsbegleitenden Qualifizierungsangeboten und hat Leuchtturmfunktion für die Angewandte Forschung weit über Baden-Württemberg hinaus. Die Idee, ihre Umsetzung sowie die im BW-CAR etablierten und anerkannten Mechanismen der Qualitätssicherung sind beispielgebend und werden inzwischen von anderen Bundesländern übernommen.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer war vergangene Woche Gast des BW-CAR-Forschungstags in Stuttgart, einer Leistungsschau und Austauschplattform für über 200 äußerst erfolgreiche Forscher der HAW in Baden-Württemberg. Sie zeigte sich beeindruckt von der Fülle relevanter Themen, die sich im BW-CAR bündeln und die Schlüsselfragen der Zukunft abbilden, und stellte in der Podiumsdiskussion der Veranstaltung fest: „Wir brauchen Sie, Ihre Ideen und Ihre Praxiserfahrung!“ Die Dynamik und Agilität des Netzwerkes sei enorm und schaffe gleichzeitig qualitätssichernde Strukturen für Promovenden mit dem Forschungsumfeld in BW-CAR.

Prof. Dr. Maurice Kettner präsentierte verschiedene umwelttechnisch innovative Projekte aus dem Bereich der Motorentechnik, die eine Reduktion der Schadstoffemissionen von Verbrennungsmotoren bei gleichzeitiger Erhöhung des Wirkungsgrads zum Ziel haben. Außerdem stellte er ein neuartiges Bio-Gerätebenzin für Kleinmotoren vor. Prof. Dr. Reiner Jäger, stellvertretender Sprecher des BW-CAR Forschungsschwerpunkts Technologien für Intelligente Syteme (iTIS), präsentierte verschiedene Projekte und Doktorarbeitsthemen aus der Geomatik, so beispielsweise ein spezielles Zenitkamerasystem, mit dem astrogeodätische Lotabweichungen bestimmt werden können. Am Beispiel des Stuttgarter Fernsehturms erläuterte er zudem die Früherkennung von Gefährdungspotenzialen baulicher Anlagen: Mittels des sogenannten Structural-Health-Monitorings kann gemessen werden, ob sich eine solche Anlage in einem „kranken“ oder einem „gesunden“ Zustand befindet. Darüber hinaus berichtete er über neueste Entwicklungen in der Robotik zur automatisierten Gebäudeerfassung, in der Flugkontrolle und der Multisensorik unbemannter Luftfahrzeuge. Des Weiteren stellte er ein Projekt vor, mit dem Geoinformations- und Navigationssysteme mobil, also auf einem Smartphone, genutzt werden können.

Beeindruckt zeigten sich die Ministerin und die ebenfalls anwesenden Landtagabgeordneten Sabine Kurtz (CDU, Vizepräsidentin des Landtags), Alexander Salomon (Grüne), Stefanie Seemann (Grüne) und Ramazan Selcuk (SPD) auch von der hohen Relevanz der vorgestellten sieben Forschungsschwerpunkte des BW CAR für die Innovationsfähigkeit vieler Unternehmen im Land. Die HAW übernehmen in dieser Zusammenarbeit wichtige wissenschaftliche Aufgaben, sie beteiligen sich an Erprobungs- und Entwicklungsschritten und der Markteinführung neuer Lösungen. Die thematischen Schwerpunkte der Forschung sind dabei breit gefächert. So decken die derzeitigen BW-CAR-Themenfelder die gesellschafts- und wirtschaftspolitisch wichtigen Herausforderungen der Digitalisierung, Energieversorgung, Mobilität, Materialentwicklung und Produktionstechnik sowie des Gesundheitssektors ab. Die Leistungen der erfolgreichsten HAW-Professoren sind – hinsichtlich der eingeworbenen Forschungsgelder – dabei die jetzt noch deutlicher sichtbar gewordene Spitze der insgesamt wichtigen Forschungsleistungen aller rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen an den HAW im Land, die in zahlreichen Projekt- und Forschungsformaten im täglichen Kontakt mit ihren Praxispartnern stehen und ihre neuen Erkenntnisse und Lösungsansätze bis zur Umsetzung in Fertigungsprozesse und Markteinführungen einfließen lassen.

BW-CAR und die damit verknüpften Leistungskriterien sollen in Zukunft dazu dienen, eine gezieltere Förderung der Forschung an HAW zu ermöglichen. Ein zentraler Punkt wird dabei – auf Basis des etablierten Qualitätssystems, das die HAWs in den letzten Jahren entwickelt haben – ein offener Zugang zum Promotionsrecht für forschungsstarke HAW-Professoren sein.

Zur vollständigen Presseinformation der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften e. V. (HAW BW e. V.)

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