Neues StartUp-Semester

Wie ist es, Teil einer Unternehmensgründung zu sein? G-Lab der Hochschule Karlsruhe bietet Studierenden die Möglichkeit, ein Semester in einem Start-up mitzuwirken

22. August 2019

Wie ist es, in einem StartUp zu arbeiten? Was ist notwendig, um aus einer Idee ein Unternehmen zu machen? Hab´ ich selbst das Zeug zum Gründer? Für alle Studierenden, die sich diese Fragen stellen, hat das G-Lab (Gründer-Labor) der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft das Konzept eines „StartUp-Semesters“ entwickelt.

Die Idee ist eigentlich simpel: Wie lässt sich die eigene StartUp-Kompatibilität besser testen, als durch die Mitarbeit in einem jungen Unternehmen? Und das Beste: Dafür gibt es auch noch ECTS-Punkte, das Semester zählt also für das eigene Studium.

Ziel des Formats StartUp-Semester ist es, dass Studierende ohne Risiko innerhalb des normalen Lehrplans für ein Semester Teil einer Unternehmensgründung werden und dabei in interdisziplinären Teams lernen unternehmerisch zu denken und zu handeln.

Das Konzept verfolgt verschiedene Schwerpunkte:

  • Eigene Ideen: Kommilitonen verschiedener Fakultäten für die eigene Idee begeistern und diese gemeinsam weiterentwickeln.
  • Forschungstransfer: Rund um ein Forschungsergebnis, das aus einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Forschungsprojekt hervorgegangen ist, ein Geschäftsmodell entwickeln.
  • Start-up: Bei einem jungen Unternehmen eine strategisch wichtige Aufgabe übernehmen und diese selbstständig in Abstimmung mit den Kollegen dort bewältigen

Im Sommersemester 2019 gab es zwei Projekte mit Unternehmen, bei denen Studierende verschiedener Fakultäten in den Alltag von Start-ups hineinschnuppern konnten. Professoren der Fakultäten für Elektro- und Informationstechnik (EIT), Informatik und Wirtschaftsinformatik (IWI), Informationsmanagement und Medien (IMM) sowie Wirtschaftswissenschaften (W) hatten ihre Vorlesung für das Experiment geöffnet und ließen Studierende über anwendungsorientierte Aufgabenstellungen an den unternehmerischen Herausforderungen der Start-ups arbeiten.

Eines dieser beiden Unternehmen ist apic.ai, das als Karlsruher Start-up ein Monitoringsystem für Bienenstöcke entwickelt, mit dessen Hilfe die Ursachen und Zusammenhänge des Insektensterbens untersucht werden können. Gleich sechs Studierende unterstützen über das StartUp-Semester das Team des jungen Unternehmens:

  • Drei Studentinnen aus IMM konzipierten über die Vorlesung von Prof. Sissi Closs eine Content-Strategie für Unterstützer des Vorhabens. Sie sprachen mit verschiedenen Unternehmen, analysierten deren Motive und setzten ein skalierbares Konzept um, das die Inhalte verschiedener Ausgabemedien wie Flyer oder Website entsprechend den Motiven der Kunden individuell gestaltet. Zum Aufbau der dahinterliegenden strukturierten Informationsarchitektur setzten sie den Standard DITA ein, zur Umsetzung den XML-Editor Oxygen.
  • Eine Medieninformatikerin und ein Informatiker aus IWI entwickelten unter Anleitung von Prof. Dr. Mathias Philipp eine Webapp, mit deren Hilfe Imker zukünftig Daten direkt aus ihren Bienenstöcken abrufen können.
  • Eine Studentin des Masterstudiengangs Technologie-Entrepreneurship in W entwickelte, betreut von Prof. Dr. Christian Braun, eine Customer Journey mit komplementärem, skalierbaren Kommunikationskonzept für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerunternehmen.

Und wie ist das neue StartUp-Semester bei den Studierenden angekommen? „Ich erhielt Einblicke in neue und spannende Themenfelder. Durch die interdisziplinare Zusammenarbeit innerhalb meines Teams wurden tolle Ideen auf Basis ganz unterschiedlicher Sichtweisen entwickelt, was das Projekt lebendig und besonders macht. Ich kann die Teilnahme jedem empfehlen, der einmal ‚Gründerluft‘ schnuppern und gemeinsam im Team etwas bewegen möchte“, so Lena Fies aus dem Masterstudiengang Technologie-Entrepreneurship. „Der Gedanke, dass das, was wir erarbeiten, am Ende auch tatsächlich genutzt wird, ist sehr motivierend“, betont Christina Salwitzeck aus dem Masterstudiengang Kommunikation und Medienmanagement. „Am besten hat mir die Arbeitsatmosphäre und das Teamwork gefallen. Das war schon eine ganz andere Arbeitsweise, als ich sie aus meinen bisherigen Werkstudentenjobs kannte. Außerdem fand ich gut, dass wir immer direkt Feedback für unsere Arbeit erhielten, was wiederum sehr gut zum agilen Projektmanagement passte“, so Jana Frisch aus dem gleichen Masterstudiengang.

Auch im kommenden Wintersemester werden sich Studierende im StartUp-Semester wieder neuen Projektthemen in jungen Unternehmen widmen. Wer Lust hat selbst Teilnehmer eines StartUp-Semesters zu werden, findet die neuen Projekte für das Wintersemester 2019/20 auf www.g-lab.one/start-up-semester/.