Sensationeller Sieg in Spanien   

Das Team High Speed Karlsruhe der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft gewinnt in einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Universität Valencia die Formula Student in Spanien

Vor zwei Wochen noch kämpften sie mit massiven technischen Problemen. Die Studierenden der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft legten beim Konstruktionswettbewerb der Formula Student auf dem Hockenheimring zwar den besten Kostenplan vor, beim 22 km langen Hauptrennen jedoch bekamen sie Probleme mit der Airbox und verloren dadurch wertvolle Punkte für einen der vorderen Plätze. Viel Zeit blieb ihnen nicht bis zum nächsten Wettbewerb, der in der vergangenen Woche in Spanien stattfand. Doch ihre Mühen haben sich gelohnt:  In einem spannenden Finale am gestrigen Sonntag mit der Universität Valencia gewinnt das Team der Hochschule Karlsruhe den Wettbewerb auf dem Formel 1-Kurs des Barcelona-Catalunya Circuit. Die Studierenden der Hochschule Karlsruhe waren dabei nicht nur die schnellsten bei der Endurance (Ausdauer), dem Hauptrennen. Auch bei der Efficiency, also dem Spritverbrauch, erreichten sie einen wertvollen 2. Platz.  Wichtige Punkte für den Sieg erzielten sie außerdem über das Skid Pad, bei dem die Querbeschleunigung getestet wird. Das High Speed Karlsruhe Team erreicht so 863,4 Punkte von insgesamt 1000, auf Platz 2 knapp dahinter die Universität Valencia mit 860,3 Punkten.

Insgesamt nahmen am Wettbewerb 28 Teilnehmer in der Kategorie ‚Verbrennungsmotor‘ teil, darunter neun Teams aus Deutschland. Beim internationalen studentischen Konstruktionswettbewerb Formula Student geht es nicht nur darum, einen schnellen Rennwagen zu bauen. Geschwindigkeit ist nur ein Aspekt, der bewertet wird. Genauso wichtig sind Beschleunigungs- und Bremsleistung sowie Konstruktion, Gewicht und die kalkulierten Produktionskosten.

Der Gesamtsieg in Spanien ist der größte Erfolg für das Formula Student Team der Hochschule Karlsruhe während seiner 13-jährigen Teilnahme am Wettbewerb. „Das Rektorat und die gesamte Hochschule sind sehr stolz auf die Studierenden, die ihr gesamtes Können beim Wettbewerb eingesetzt und in entscheidenden Momenten die Ruhe bewahrt haben“, freut sich Rektor Prof. Dr. Frank Artinger über den Erfolg. „Der jedes Jahr weiterentwickelte Rennwagen der Studierenden ist für uns immer wieder aufs Neue ein beeindruckender Beleg für die Kombination von Fachwissen und ausgeprägtem Praxisbezug unserer Lehre und auch dafür, wie gut es unsere Studierenden schaffen, ein solch umfangreiches Projekt zu planen und umzusetzen."

„Wir sind unglaublich glücklich und erleichtert, dass unsere Anstrengungen am Ende belohnt wurden", so der studentische Teamcaptain Richard Herrmann vom Studiengang International Management. „Nach dem Pech in Hockenheim jetzt in Barcelona zu gewinnen, ist eine großartige Sache und ein tolles Gefühl. Das Team hat prima zusammengearbeitet und unsere Fahrer haben es dann am Schluss herausgerissen.“

Für diese Saison trat das Team mit einem neuen und gegenüber dem Vorjahr in einigen Punkten modifizierten Fahrzeug an: Zur Karosserie aus Kohlefasern (CFK) kam ein verbessertes Fahrwerk mit geänderten Feder-Dämpferelementen und Stoßdämpferaufnahmen an der Karosserie. Um die Strömungsverhältnisse am Fahrzeug zu optimieren, wurden viele zeitintensive rechnergestützte Simulationen durchgeführt, die – im Vergleich zum Vorjahresfahrzeug – zu einem aufwendigeren Aeropaket führten. Zur Steigerung der Motorleistung wird der Bolide statt mit Superbenzin mit E85 betrieben. Gleichzeitig wird dadurch die Brennraumtemperatur gesenkt und dadurch die Motorkühlung erleichtert. Die Umstellung auf den neuen Kraftstoff wurde durch einen eigens für diesen Motor an der Hochschule entwickelten Prüfstand ermöglicht. Über diese lassen sich alle Betriebszustände des Motors testen und so der Antriebsstrang optimieren.

Das Dash Panel, also die elektronischen Steuerelemente im Lenkrad, konnten um einige Funktionen erweitert werden. So kann nun etwa die Temperatur der einzelnen Reifen oder eine Blockierwarnung für die Räder angezeigt werden. Dem Fahrzeuglenker werden so direkt die Einflüsse seiner Fahrweise auf das Fahrzeug zurückgemeldet. Zusätzlich abrufbare Informationen über alle Zustände des Rennwagens sind vor allem in den Testphasen hilfreich, da die Daten nicht mehr über einen PC ausgelesen werden müssen.

Wie in jedem modernen Entwicklung- und Produktionsprozess wurde das komplette Fahrzeug mithilfe von CAD-Systemen als Modell im Rechner erzeugt. So entstanden nicht nur die benötigten Fertigungsdaten, sondern auch die Simulation und Berechnung der verschiedenen Bauteile und Funktionen wurde ermöglicht. Im Anschluss wurden die Bauteile individuell hergestellt und getestet.

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