Digitalisierung im Rettungswesen

Studierende der Hochschule Karlsruhe entwickeln in Kooperation mit dem Feuerwehrtechnik-Unternehmen Rosenbauer VR-Anwendungen für den Bau und Einsatz von Löschfahrzeugen

Virtual Reality (VR), also das Erleben einer künstlichen Realität mittels einer speziellen Brille, gehört zu den Schlüsseltechnologien der Digitalisierung. Bei der VHS-Veranstaltung „Business Thementag 2019: Augmented & Virtual Reality“ am 20. März 2019 in Esslingen zeigten Tim Kurz, Maschinenbaustudent an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, sowie seine Kommilitonen aus der Mechatronik Florian Gundermann, Johannes Hiltensberger und Philipp Ruffing, wie Löschfahrzeuge mittels VR-Technologie effektiver gefertigt und bedient werden können. Die angehenden Ingenieure führten dabei ihre Anwendungen live vor und berichteten dem Publikum über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung im industriellen Bereich.

Die gezeigten Lösungsansätze entstanden im Rahmen einer Kooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und dem Unternehmen Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG, einem führenden Hersteller für Feuerwehrtechnik im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz.

Das Kooperationsprojekt hatte zum Ziel, die Potenziale der VR-Technologie vor allem hinsichtlich ihres Einsatzes im Vertrieb zu untersuchen. Dazu wurden zwei Anwendungsfälle ausgewählt, bei denen spezielle VR-Anwendungen zum Einsatz kommen sollten. Für diese Anwendungen entwickelten die studentischen Teams im Rahmen von Projektarbeiten virtuelle Lösungen im VR-Labor der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik an der Hochschule Karlsruhe.

Bei der ersten Anwendung handelt es sich um einen VR-basierten Konfigurator für den Innenausbau eines Löschfahrzeugs. Durch den „virtuellen Baukasten“ können die Lagerorte der benötigten feuerwehrtechnischen Ausrüstung in den verschiedenen Gerätekästen individuell und unabhängig von der Fertigung für die jeweilige Feuerwehrstelle festgelegt werden. Die Löschwägen können so schneller ausgeliefert werden.

Im zweiten Anwendungsfall entwickelten die Studierenden eine virtuelle Drehleiter und Hubrettungsbühne. Deren sichere Bedienung im Ernstfall ist Voraussetzung, um Menschen schnell aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten. Dafür trainieren Feuerwehrleute normalerweise regelmäßig mit einer realen Drehleiter, vorausgesetzt eine solche ist verfügbar und der entsprechende Bediener ist vor Ort. Mit der virtuellen Simulation ist es nun möglich, unabhängig von diesen Voraussetzungen mithilfe einer VR-Brille zu trainieren.

Sowohl die Besucher der Veranstaltung als auch die Mitarbeiter von Rosenbauer waren vom Potenzial der VR-Technologie und vor allem von den studentisch entwickelten Anwendungen beeindruckt. Daher sind in Zukunft weitere Kooperationsvorhaben geplant.

„Projektarbeiten wie diese sind integraler Bestandteil unseres Studiums“, erläutert Prof. Dr. Fahmi Bellalouna. „Die Studierenden sind stets mit Begeisterung dabei, wenn sie ihr erworbenes Wissen in der Praxis anwenden und dabei auch noch einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten können.“

Die Rosenbauer International AG ist weltweit der führende Hersteller für Feuerwehrtechnik im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz. Das Unternehmen entwickelt und produziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und Telematiklösungen für Berufs-, Betriebs-, Werk- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz. Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG ist der Spezialist für Höhenrettungsgeräte innerhalb der Rosenbauer AG.

Bei der VHS-Veranstaltung „Business Thementag 2019: Augmented & Virtual Reality“ handelt es sich um eine Netzwerkplattform für Unternehmen aus dem Land Baden-Württemberg, um sich über die Themen der Digitalisierung im industriellen Bereich zu informieren und auszutauschen.

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