Wegen der Corona-Pandemie wird das Semester erstmals hybrid durchgeführt, also mit einer Mischung von Präsenz- und Online-Veranstaltungen. Leicht gestiegenes Interesse an Masterstudienangeboten

Start ins Wintersemester 2020/21 an der Hochschule Karlsruhe

13. Oktober 2020

Neuzulassungen
Zu Beginn des Wintersemesters wird Rektor Prof. Dr. Frank Artinger am heutigen Dienstag, 13. Oktober 2020, einen Teil der 1 673 neu immatrikulierten Studierenden in der Hochschulaula persönlich begrüßen, aus Gründen des Gesundheitsschutzes wird die Veranstaltung für die anderen in weitere Räume live übertragen. Von den neu Immatrikulierten haben sich 50 in höhere Fachsemester eingeschrieben, 30 in das Orientierungssemester OSKAR und 19 sind Austauschstudierende ausländischer Partnerhochschulen.

Entwicklung
„Wir blicken auf das außergewöhnliche Sommersemester 2020 zurück und ich danke all denjenigen“, so Rektor Prof. Dr. Frank Artinger, „die es mit ihrem Engagement und Erfindungsreichtum ermöglichten, dass dieses Semester für die Studierenden an unserer Hochschule trotz aller Einschränkungen und Belastungen durch das Coronavirus kein verlorenes Semester war. In kurzfristig gegründeten Arbeitsgruppen für die Digitalisierung in der Lehre und für die sichere Durchführung von Prüfungen konnten pragmatische Antworten auf die drängendsten Fragen zur Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs gefunden werden und die Studierenden konnten schon nach kurzer Zeit den ganz überwiegenden Teil der Lehrveranstaltungen online besuchen und auch ihre Prüfungen absolvieren. Diese Erfolge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Monate gerade an einem Ort der Begegnung und des Austauschs wie einer Hochschule immer wieder spürbar waren, sei es im Kontakt mit Kommilitonen, mit Kollegen oder mit internationalen Partnern. Das Coronavirus war somit prägend für das Sommersemester 2020 und wird zweifelsfrei auch dem Wintersemester 2020/21 seinen Stempel aufdrücken. Das Wintersemester 2020/21 wird daher von uns vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Coronavirus von Anfang an als ‚hybrides Semester‘ geplant, also als Semester mit Präsenz- und Online-Anteilen.“

Besonders die anwendungsbezogenen Laborveranstaltungen, die einen wesentlichen Teil des Studienerlebnisses an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften ausmachen, sollen unter Gewährleistung der erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen nach Möglichkeit durchgeführt werden. Um die Abstandregeln einzuhalten, werden die Studierenden in entsprechende Gruppengrößen aufgeteilt und die Laborübungen zeitversetzt wiederholt. Für die Studiengänge werden ‚hybride (Stunden-)Pläne erstellt, manche Vorlesungen werden mit begrenzter Teilnehmerzahl sowohl in Präsenz als auch gleichzeitig online angeboten.

„Orientierung zu bekommen und eine Beziehung zur Hochschule aufzubauen, das sind Grundbedürfnisse der jungen Studierenden, die zu uns kommen“, so Rektor Artinger. Der „Onboarding-Prozess“ der Erstsemester (Bachelor und Master) im Wintersemester 2020/21 soll daher weitestgehend in Präsenzveranstaltungen umgesetzt werden. So werden beispielsweise von der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik in der Hochschulaula zentrale Einführungsveranstaltungen für die einzelnen Studiengänge mit maximal 70 Teilnehmern geplant. In noch kleineren Gruppen mit höchstens 19 „Erstis“ folgen dann weitere Informationsveranstaltungen beispielsweise zum Mentoring-Programm, über das Studierende aus höheren Semestern die Studienanfänger unterstützen, oder auch zum Alumni-Service, indem Absolventinnen und Absolventen für alle Fragen zu Studium, Berufseinstieg und Karriereplanung zur Verfügung stehen. Die Fachschaft unternimmt mit den kleinen Gruppen Führungen durch die Fakultät und stellt Vorlesungs- und PC-Pool-Räume sowie Labore sowie ihre Tätigkeit als Studierendenvertretung vor. Vergleichbare Programme werden auch an den fünf weiteren Fakultäten zum Semesterstart angeboten. Im Rahmen der Kapazitäten soll zusätzlich die Integration der im „Corona-Semester“ gestarteten Studierenden, die dann im zweiten Semester sein werden, besonders berücksichtigt und gefördert werden. Hochschulweit werden daher auch insbesondere für die Studierenden im 2. Semester Präsenzveranstaltungen angeboten.

Die Studierenden wurden regelmäßig über die Regelungen im Hinblick auf die Organisation des Studiums über die unterschiedlichsten Kanäle informiert, so auch über die zentrale Corona-Seite auf der Homepage der Hochschule.

Mündliche Prüfungen wurden bereits während des Sommersemesters 2020 weitgehend auf digitale Formate umgestellt. Ferner konnte ab Juli 2020 unter Einhaltung der gebotenen Hygienemaßnahmen die Prüfungsphase der Hochschule in Präsenzform erfolgreich vollständig durchgeführt werden. Zur Gewährleistung der Services kehrten parallel zur Prüfungszeit wieder 50 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Homeoffice an den Arbeitsplatz zurück. Sofern sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, ist dies in vergleichbarer Form auch für das Wintersemester 2020/21 geplant.

Gesamtzahl
Mit 7 533 erreicht die Gesamtzahl der Studierenden nicht mehr ganz die bisherigen Höchststände der vorangegangenen Wintersemester.

Bewerbungen/Auslastung
Im Wintersemester 2020/21 werden in den Bachelorstudiengängen 1 370 Studienanfängerplätze vergeben. Für diese gingen 6 693 Bewerbungen ein. Damit sank deren Zahl gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester um 9,5 % und entspricht knapp fünf Bewerbungen pro Studienplatz.

Die höchste Zahl an Bewerbungen bei den Bachelorstudiengängen ging mit 912 für Kommunikation und Medienmanagement ein; das entspricht 10,5 Bewerbungen pro Studienplatz und mit 915 im International Management, das sind 7,3 pro Platz. Beim Faktor 10 oder darüber liegt das Interesse auch im Baubereich in Architektur und im Bauingenieurwesen. Gut nachgefragt sind Umweltingenieurwesen (Bau) und die Informatikdisziplinen, also Data Science, Informatik und Wirtschaftsinformatik. Analog zum bundes- und landesweiten Trend besteht trotz bester Arbeitsmarktchancen eine geringere Nachfrage in der Elektrotechnik, Maschinenbau und Mechatronik. Schwächer nachgefragt sind auch die Geo-Studiengänge.

Für die Masterstudiengänge gingen im Wintersemester 2020/21 auf 324 Studienanfängerplätze 1 378 Bewerbungen ein. Deren Zahl stieg damit gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester um 5,7 %. Zu den Spitzenreitern im Bewerberinteresse zählen wie in den Bachelorstudiengängen Informatik und International Management, im Unterschied dazu aber auch Maschinenbau sowie Wirtschaftsingenieurwesen.

In der Summe bleibt die Hochschule gut ausgelastet, auch wenn von den insgesamt 1 694 Studienplätzen im 1. Fachsemester rechnerisch 21 bis jetzt nicht belegt werden konnten.

Neuer Studiengang Data Science
Zum aktuellen Wintersemester startete auch der neue Bachelorstudiengang Data Science. Studierende erwerben in diesem die Fähigkeiten, komplexe Probleme im Zusammenhang mit großen Datenmengen, wie sie heute in sehr vielen Arbeits- und Lebensbereichen vorliegen, systematisch zu analysieren, Lösungen dafür zu konzipieren und mit aktuellen Technologien und Werkzeugen zu realisieren. Er baut auf den klassischen Disziplinen Informatik, Mathematik und Statistik auf und kombiniert diese mit Domänen-Kenntnissen aus der Wirtschaft, wie etwa Industrie 4.0, Smart Logistics und Financial Services und behandelt auch Themen wie Data Analytics, Machine Learning, Big Data, Datenanalyse und -modellierung in der Theorie und Praxis. Erfreulich auch die Resonanz: Insgesamt gingen 164 Bewerbungen ein, sodass es kein Problem war, die 40 verfügbaren Plätze zu belegen. 

Internationales
Von den 1 673 neu immatrikulierten Studierenden stammen 165 aus dem Ausland – das entspricht einem Anteil von 9,9 %. Insgesamt studieren an der Hochschule 914 ausländische Studierende. Das bedeutet einen Anteil von 12,1 %. Beide Werte sind gegenüber denen des vorangegangenen Wintersemesters leicht rückläufig.

Die HsKA verfügt über einen hohen Internationalisierungsanteil innerhalb des Studiums, rund 40 % ihrer heutigen Absolventen kann über Auslandssemester, Praktisches Studiensemester oder die Anfertigung der Abschlussarbeit an einer Partnerhochschule internationale Studienerfahrungen vorweisen. In manchen Studienangeboten wie beispielsweise im International Management ist ein Auslandsaufenthalt auch fester Bestandteil. Möglichkeiten zu solchen Auslandsaufenthalten bieten sich den HsKA-Studierenden an mehr als 170 internationalen Partnerhochschulen sowohl in den Leitmärkten Nord-, Mittel- und Südamerikas als auch in den Wachstums- und „Boom“-Regionen wie Südostasien. Mit einigen renommierten Partnerhochschulen unterhält die HsKA auch internationale Studienprogramme, die zu begehrten Doppel- oder sogar Dreifachabschlüssen führen, beispielsweise mit der kanadischen Ryerson University, mit der Université de Strasbourg, der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel oder der ENSMM in Besançon.

Frauenanteil
2 091 der 7 553 Studierenden sind weiblich (27,7 %). Mit 485 unter den 1 673 Erstimmatrikulierten liegt der Frauenanteil bei 30 %. Das Interesse von Frauen an der HsKA blieb damit im Vergleich zum Vorjahr auf konstantem Niveau.

Forschung
2009 wurden an der Hochschule in Projekten der angewandten Forschung rund 3,1 Mio. € umgesetzt, 2019 stieg dieses Volumen auf mehr als 8,2 Mio. €. Die Hochschule Karlsruhe zählte damit zu den drittmittelstärksten HAWs in Baden-Württemberg. Aktuell werden 92 Promotionsvorhaben kooperativ an der Hochschule Karlsruhe betreut und bereits neun Doktoranden konnten in diesem Jahr ihre Promotion erfolgreich abschließen.

Die Forschungsarbeiten an der Hochschule konnten gemäß der Corona-Verordnung bisher regulär weitergeführt werden. Die Hochschule Karlsruhe ist als Hochschule für Angewandte Wissenschaften in der Forschung von Drittmitteln der öffentlichen Hand und über Auftragsforschung von der Industrie abhängig. Dadurch, dass in der Corona-Pandemie die Fristen von Drittmittelausschreibungen vermehrt nach hinten verlegt, weniger Ausschreibungen von öffentlichen Drittmittelgebern veröffentlicht werden und die Industrie sich bei der Vergabe von Auftragsforschung aktuell etwas zurückhält, ist das Antragsvolumen geringer als erwartet. Deshalb ist mit einem Rückgang an Drittmitteleinnahmen und damit auch Forschungsprojekten zu rechnen.

"Die Innovationsforschung ist ein zentrales Element im Profil unserer Hochschule“, so Prof. Dr. Franz Quint, Prorektor für Forschung, Kooperationen und Qualitätsmanagement, „die wir in enger Kooperation mit Industrie und Wirtschaft konsequent weiterverfolgen und ausbauen. Von besonderer Bedeutung ist dabei für uns auch die enge Verbindung von Forschung und Lehre, denn so werden unsere Studierenden mit den neuesten Methoden und Technologien vertraut, können häufig während ihres Studiums schon in Forschungsprojekten selbst mitarbeiten und werden so für viele Unternehmen begehrte Nachwuchskräfte, die in den Betrieben gerne für die Einführung von Innovationen und neuen Technologien eingesetzt werden.“

Rankings

Dass die Hochschule in der praxisorientierten Ausrichtung ihrer Lehre sehr erfolgreich ist, belegt seit Jahren auch ihr gutes Abschneiden im Hochschulranking der WirtschaftsWoche. Erneut konnte die HsKA mit ihren Studienangeboten mit bundesweit einmal Platz 3, zweimal Platz 4 und einmal Platz 7 Top-Platzierungen erzielen. Das Beratungsunternehmen Universum hatte dazu 590 Personalchefs gefragt, von welchen Hochschulen sie am liebsten Mitarbeiter rekrutieren – welche Hochschulen also am besten für die Bedürfnisse ihrer Unternehmen ausbilden. Der Schwerpunkt des Rankings liegt damit ganz bewusst auf der Praxisrelevanz der Hochschulausbildung.

Im Wirtschaftsingenieurwesen zählt die Hochschule Karlsruhe nach Ansicht der Personalmanager mit Platz 3 bundesweit zu den drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen), die ihre Absolventen am besten auf den Beruf und damit auf die Karriere vorbereiten. In Informatik und Elektrotechnik erreicht sie jeweils den 4. Rang und in der Wirtschaftsinformatik den 5. Im Maschinenbau erreicht sie einen immer noch sehr guten 7. Rang und zählt somit in fünf der sechs bewerteten Disziplinen bundesweit zu den Top Ten. In der Summe ist die Hochschule Karlsruhe aus Sicht der Personalverantwortlichen bundesweit einer der vier besten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen).

Mit mehr als 300 untersuchten Hochschulen und mehr als 150 000 befragten Studierenden ist das CHE-Hochschulranking eines der umfassendsten und detailliertesten Rankings im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr wird im CHE-Hochschulranking ein Drittel der Fächer neu bewertet. 2020 war die Hochschule Karlsruhe daher mit ihren Studiengängen in Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen vertreten. Beide erreichten in beeindruckenden vier Kategorien jeweils einen Platz in der Spitzengruppe: im Gesamtergebnis der Unterstützung am Studienanfang, beim Abschluss in angemessener Zeit, im Kontakt zur Berufspraxis sowie in der internationalen Ausrichtung.

Rankingergebnisse zu anderen Studienangeboten stammen aus den CHE-Untersuchungen der Jahre 2019 und 2018, in denen die HsKA mit ihren Studienangeboten hervorragende Platzierungen erreicht hatte (s. www.hs-karlsruhe.de/hochschule/aktuelles/hochschulrankings).

„Solche Ergebnisse in diesen und auch weiteren renommierten Hochschulrankings“, betont Rektor Artinger, „bestätigen uns immer wieder die hohe Qualität unserer Studienangebote, die wir insbesondere durch eine enge Verzahnung von Lehre und angewandter Forschung erreichen. Und das ist auch unseren Studierenden sehr wichtig: Mehr als 40 % unserer Erstsemester geben an, dass sie die Rankingergebnisse unserer Hochschule bei der Studienentscheidung beeinflusst oder sogar stark beeinflusst haben.“

Campusentwicklung
Mit dem Abriss des Gebäudes P im Sommer wird auch für Passanten sichtbar, dass sich an der Hochschule auch in der baulichen Entwicklung einiges tut. Aktuell liegt der Schwerpunk dieser Aktivitäten auf dem Ersatzbau für das Gebäude A und dem Masterplan für einen zeitgemäßen und nachhaltigen Stadtcampus. Parallel dazu sollen Freiflächen aufgewertet und die emissionsfreie Mobilität gestärkt werden. Da die Umsetzung des Masterplans ein Langzeitprojekt ist, wird die Hochschule einen Teil ihres Flächenbedarfs mit einer neuen Anmietung kurzfristig decken. Dazu stehen uns bald moderne Büro- und Laborräume am Linder-Technologie-Campus (LTC) zur Verfügung, der derzeit im Technologiepark Karlsruhe fertiggestellt wird. Die Räumlichkeiten sollen als fakultätsübergreifendes Reallabor für eine moderne, anwendungsorientierte, akademische Arbeitswelt in Forschung und Lehre genutzt werden.

Veranstaltungen

  • 28.10.2020: Firmenkontaktmesse „CareerContacts“ in der Karlsruher Schwarzwaldhalle und auch virtuell
  • 18.11.2020: Virtueller Campustag. Einblick Studium – Ausblick Beruf