GO Karlsruhe in Knielingen

Reallabor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft will Situation für Fußgänger in Alt-Knielingen verbessern

6. Februar 2019

Die Wohnstraßen in Alt-Knielingen sind historisch bedingt eng – ein Problem, da Fußgänger wenig Platz haben und ihre Bedürfnisse oftmals dem Kfz-Verkehr unterordnen müssen. Verschärft wird die Situation zusätzlich von Pendel- und Schleichverkehr.

Mit dem aktuellen Experiment greift das Reallabor GO Karlsruhe einen Wunsch aus der Bürgerschaft auf, temporeduzierende Maßnahmen in Alt-Knielingen testweise einzusetzen und die Auswirkung auf das Verkehrsgeschehen zu untersuchen. Ziel des Versuchs ist es, sowohl in der Unteren Straße als auch in der Litzelaustraße durch temporäre Aufpflasterungen die Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs zu senken und so die Sicherheit der Fußgänger zu verbessern. Jeweils vier sogenannte Plateaukissen werden nacheinander in der Unteren Straße und der Litzelaustraße im Zeitraum von Februar bis April 2019 testweise zum Einsatz kommen. Die Idee dazu wurde auf einer Veranstaltung zum Sanierungsgebiet im Juni 2018 von Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Das Vorhaben ist eng mit der Stadt Karlsruhe abgestimmt.

Bereits seit 2017 wurden die Gehwege in der Litzelaustraße weitgehend aufgegeben. Heute teilen sich Fußgänger sowie Rad- und Autofahrer den Straßenraum. Daher kommt es in diesen Bereichen besonders auf eine gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer an. Aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten der Pkw-Fahrer entstehen in den beiden Straßen immer wieder unsichere Situationen, insbesondere für Fußgänger. So werden in der Unteren Straße bei Begegnungsfällen bisweilen die Gehwege von den Autofahrern mitbenutzt, was bei Fußgängern große Verunsicherung auslöst. Verschärft wird die Situation durch die aktuelle Sanierung der Rheinbrücke. Pendler nutzen die Straßen von Alt-Knielingen als Ausweichroute, was zu starkem Verkehrsaufkommen in den Wohngebieten und zusätzlich zu unsicheren Situationen führt.

Alt-Knielingen ist seit 2017 Sanierungsgebiet und es besteht nun die Chance, vor einer möglichen baulichen Umgestaltung im Rahmen des Sanierungsprogrammes, temporeduzierende Elemente sowie deren Wirkung im Rahmen des Reallabors zu untersuchen. Die eingesetzten temporeduzierenden Plateaukissen bestehen aus Recycling-Gummi und sind aufgrund von weiß reflektierender Markierungen bei Tag und Nacht für die Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen. Um ein seitliches Ausweichen der Auto-fahrer zu verhindern, werden die Plateaukissen mit einer Höhe von 7,5 cm über die gesamte Fahrbahnbreite angebracht. Die Plateaukissen sind aufgrund der geringen Rampenneigung und ihrer Überfahrlänge von vier Metern sowohl für Rad- als auch Autofahrer gut und sicher zu überfahren. Um ein scharfes Abbremsen vor dem Plateaukissen und starkes Beschleunigen nach der Überquerung zu vermeiden, werden mehrere Elemente nacheinander angebracht. Städte, die solche temporeduzierenden Plateaukissen bereits einsetzen, haben gute Erfahrungen bezüglich der Wirksamkeit gemacht.

Wie auch bei den bisherigen Realexperimenten können die Fußgänger vor Ort per Knopfdruck Rückmeldung geben. Dazu werden im Zeitraum der Umgestaltung die bereits bewährten „interaktiven Poster“ installiert, mittels denen zu sie ihre Meinung in Form von „Smileys“ und „Schmollies“ abgeben können. Zudem wird die Umgestaltung von Zählungen des Fuß- und Kfz-Verkehrs sowie durch Verkehrsbeobachtungen begleitet, um Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmenden zu dokumentieren.

Das Reallabor „GO Karlsruhe" ist eines von 14 Reallaboren, das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wird. Das Reallabor wird in enger Kooperation mit der Stadt Karlsruhe durchgeführt und von der Ar-beitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e. V., vom Radiosender „die neue welle“ sowie vom SRL (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, Berlin) und dem Fuss e. V. (Fachverband Fußverkehr Deutschland, Berlin) unterstützt.

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