Kritische Infrastruktur der Binnenschifffahrt

Innerhalb eines Forschungsverbunds wird an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft die dauerhafte Belastbarkeit von Bundeswasserstraßen untersucht

23. Mai 2019

Die Hochschule Karlsruhe untersucht im Verbundforschungsvorhaben „PREVIEW“ die Resilienz von Bundeswasserstraßen. Und hier herrscht an den Infrastrukturbauwerken akuter Sanierungsbedarf.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hob bei der Vorstellung seines „Masterplans Binnenschifffahrt“ am 14. Mai 2019 die Bedeutung des deutschen Wasserstraßennetzes als umweltgerechten und nachhaltigen Mobilitätsträger hervor. Gleichzeitig bestehe akuter Handlungsbedarf bei Sanierung und Erneuerung der Infrastruktur, wofür die Bundesregierung erhebliche Mittel und Programme auflegen wird.

Die Hochschule Karlsruhe (HsKA) untersucht in diesem Kontext bereits im Verbundforschungsvorhaben PREVIEW zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) sowie Logistikberatern der 4flow AG und Bevölkerungsschutzexperten von antwortING die Resilienz der Wasserstraßen im vielbefahrenen Westdeutschen Kanalnetz. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Sicherheitsforschung des Bundes geförderte Vorhaben fokussiert problematische Wasserstraßen und untersucht akute Gefährdungsszenarien.Von den Wissenschaftlern der HsKA werden hierbei insbesondere kritische Verkehrswasserbauwerke, wie Schleusen, Wehre, Kanalbrücken, Dämme und Düker, hinsichtlich ihres baulichen Zustands und ihrer Ausfallwahrscheinlichkeit untersucht. Projektleiter Prof. Dr. Jan Akkermann aus der Fakultät für Architektur und Bauwesen der HsKA betont: „Eine Vielzahl von Bauwerken befindet sich bereits in einem kritischen Zustand. Es besteht ein akuter Instandsetzungs- und Erneuerungsstau, der sich nur schwer in kurzer Zeit komplett beheben lässt. Dies wurde uns von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung deutlich vor Augen geführt. Daher sind zum einen anhand von Sicherheitskriterien Maßnahmen zu priorisieren. Andererseits muss bei allen Baubeteiligten die personelle Infrastruktur geschaffen werden, woran auch die akademischen Bildungsstätten ihren Anteil haben.“ An der HsKA wird bereits seit geraumer Zeit an Priorisierungsmethoden im Erhaltungsmanagement von Verkehrswasserbauwerken geforscht.

Über Projektexkursionen und Bauwerksanalysen am Rhein-Herne-Kanal, am Dortmund-Ems-Kanal sowie am Wesel-Datteln-Kanal konnte sich das Expertenteam von PREVIEW einen Eindruck vom Zustand der Bauwerke verschaffen.

Das Vorhaben wird unterstützt von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt des Bundes (GDWS) sowie den Wasserstraßenanrainern EVONIK (Chemiepark Marl) und TRIANEL Kraftwerk Lünen.