„InstAgT – teilhabe digital“: Einsatz von neuen Technologien zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Hochschule Karlsruhe erforscht im Verbund Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern

18. Dezember 2019

Unter dem Projekttitel „InstAgT – teilhabe digital“ haben sich das Institut für Angewandte Forschung der Katholischen Hochschule Freiburg (Projektleitung Prof. Dr. Gregor Renner, Prof. Dr. Florian Kiuppis), das Institut Mensch, Technik, Teilhabe der Hochschule Furtwangen (Prof. Dr. Christophe Kunze) sowie die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (Prof. Dr. Matthias Wölfel) mit dem Caritas Bundesverband Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP), dem Caritasverband Freiburg-Stadt e. V., der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach e. V. sowie dem Sankt-Josefshaus Herten gGmbH zu einem Verbund zusammengeschlossen, um den Einsatz moderner Technologien zu erforschen, der die gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen steigern kann. „InstAgT“ wird über das Programm „FH-Sozial – Förderung von Forschung an Fachhochschulen zur Verbesserung der Lebensqualität in Stadt und Land durch soziale Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis Ende Juli 2023 mit über einer Million Euro gefördert.

Durch die Entwicklung geeigneter Strategien und praktisch-organisatorischer Lösungen sollen Menschen mit kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen sowie ihre Angehörigen und Betreuungspersonen dazu befähigt werden, sich neue Technologien aus der Consumer-Technik (z. B. Navigation, Sprachassistenzsysteme, Tablets, vernetzte Objekte) vertraut zu machen und deren Potenziale zur Steigerung der gesellschaftlichen Teilhabe der Betroffenen zu nutzen.

Die beteiligten Hochschulpartner decken dabei verschiedene disziplinäre Perspektiven und Forschungszugänge zur Anwendung neuer Technologien in diesem Einsatzfeld ab und ermöglichen auch eine interdisziplinäre, der Komplexität des Problemfelds entsprechende fachliche Erforschung. Dazu zählen Untersuchungen von Anwendungspotenzialen sowie Akzeptanzfaktoren des Einsatzes individueller technischer Konfigurationen in der Behindertenhilfe, die Entwicklung struktureller und organisatorischer Rahmenbedingungen zu deren Einsatz in heilpädagogischen Versorgungsprozessen in der Praxis, die Einordnung entsprechender Veränderungsprozesse im Kontext von Inklusion und Partizipation sowie Fragen der technischen Realisierbarkeit und partizipativen Technikgestaltung unter Berücksichtigung von verschiedenen Expertengruppen mit hoher und gewöhnlicher (Betroffene, Angehörige, Pfleger) Technikkompetenz.

„Unsere Aufgaben in diesem breit angelegten Forschungsprojekt“, so Prof. Dr. Matthias Wölfel aus der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe, „sind insbesondere die Erarbeitungen von technischen Lösungen und die Konzeption, Implementierung und Evaluation von Maßnahmen, die freiwilliges Engagement von Menschen mit hoher Technikkompetenz als unterstützende Ressource für Einrichtungen und Betroffene fördern und in weiteren Schritten institutionell verankern.“