Länderübergreifende Hochschulkooperation für eine nachhaltige Mobilität

Die Hochschulen Karlsruhe, RheinMain und Ostfalia sowie die Fachhochschule Erfurt beschließen eine gemeinsame Kooperation im Studienfeld „Nachhaltige Mobilität”. Die stärkere Vernetzung in Lehre und Forschung soll dringend gesuchte Absolventinnen und Absolventen für die Mobilitätswende hervorbringen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die beteiligten Hochschulen im Beisein von Ministeriumsvertretern der jeweiligen Länder am gestrigen Mittwoch, 17. Juni 2020, in einer Videokonferenz.

18. Juni 2020

Das wissenschaftliche Lernen und Forschen im Themenfeld nachhaltige Mobilität hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Aus Sicht des Gemeinwesens kommt der Förderung einer nachhaltigen Mobilität eine hohe Bedeutung zu. Sie ist ein zentraler Beitrag zur Gewährleistung der Daseinsvorsorge. Sie setzt sowohl kurzfristige Ziele um – wie beispielsweise die Verbesserung der Luftqualität – als auch langfristigere wie das Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor. Nachhaltige Mobilität ist ein essenzieller Baustein zum Erhalt und Ausbau der Lebensqualität in Stadt und Land.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, MdL, sagte im Rahmen der Videokonferenz: „Nachhaltige Mobilität entsteht nur, wenn man Neues ausprobiert, Dinge wagt und verändert. Die Verkehrswende wird ohne Wissenschaft und Hochschulen nicht gelingen. Innovative Konzepte entstehen immer dann, wenn man sich zusammentut! Deshalb ist das Studienfeld als Kooperation der vier Hochschulen ein wichtiger Beitrag, die Nachhaltige Mobilität länderübergreifend voranzubringen.“

Die beteiligten Studiengänge der vier Hochschulen wollen im Studienfeld „Nachhaltige Mobilität“ künftig enger kooperieren und ihre besonderen Schwerpunkte auch für die Studierenden der jeweils anderen Hochschulen öffnen. Dazu zählen an der Fachhochschule Erfurt die Studiengänge Wirtschaftsingenieur/-in Verkehr, Transport und Logistik (Bachelor), Wirtschaftsingenieur/-in Eisenbahnwesen (Bachelor) sowie Verkehr und Transport (Master). An der Hochschule Ostfalia beteiligen sich die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen Mobilität und Verkehr (Bachelor), Mobilität und Personenverkehrsmanagement (Bachelor) sowie Verkehr und Logistik (Master). Die Hochschule Karlsruhe ist mit ihrem Studiengang Verkehrssystemmanagement (Bachelor und Master) vertreten und die Hochschule RheinMain mit dem Studiengang Mobilitätsmanagement (Bachelor).

Mit der unterzeichneten Absichtserklärung soll das Studienfeld gemeinsam etabliert und der Rahmen für die Kooperation gesetzt werden. Die Studiengänge im Studienfeld „Nachhaltige Mobilität“ betrachten Mobilität und Verkehr interdisziplinär und über kraftfahrzeugspezifische Inhalte hinaus. Sie gewährleisten eine integrierte Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte nachhaltiger Mobilität in anwendungsorientierte Lehre und angewandter Forschung. Daher umfasst das Studienfeld „Nachhaltige Mobilität“ Inhalte aus mehreren Fachrichtungen:

  • Verkehrsingenieurwesen
  • Kommunikation
  • Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
  • Psychologie
  • Geografie, Raum- und Stadtplanung
  • Verkehrspolitik
  • Verkehrswirtschaft
  • Recht
  • Verkehrsökologie
  • IT für Mobilität und Verkehr und
  • Fahrzeugtechnik

Die initiierte Kooperation zwischen den Studiengängen umfasst die gemeinsame Vermarktung des Studienfeldes als Hilfestellung für Studieninteressierte, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen, die gegenseitige Zulassung zum Masterstudium, gemeinsame Lehrveranstaltungen, Austausch von Lehrenden und Forschungskooperationen. Hinzu kommen die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Studienfeldes in Forschung und Lehre sowie in der Transformation zu gesellschaftlichem Handeln.

Mit dem Studienfeld „Nachhaltige Mobilität“ wollen wir die intensive und erfolgreiche Vernetzung mit anderen Hochschulen zum Thema Verkehr weiter ausbauen“, sagt Prof. Dr. Christoph Hupfer, Sprecher des Studienfelds „Nachhaltige Mobilität“ und Studiendekan des Bachelorstudiengangs Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe. „Je umfassender die Studierenden die verschiedenen Aspekte von Mobilität kennenlernen und je stärker sie sich selbst bereits im Studium mit Kommilitonen anderer Hochschulen zu diesem Thema austauschen können, umso besser sind sie am Ende des Studiums qualifiziert, als Verkehrsplaner die Mobilitätswende weiter voranzubringen. Zusammen sind wir einfach noch besser!“  

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