Außergewöhnliches Engagement der Mentoren und Tutoren der Hochschule Karlsruhe im digitalen „Corona-Semester“

Das Sommersemester 2020 hat die Lehre an den Hochschulen vor ungeahnte Herausforderungen gestellt, auf die innerhalb kürzester Zeit reagiert werden musste. Einen zentralen Beitrag dafür, dass das Studieren an der Hochschule Karlsruhe auch in diesem digitalen Semester unter Corona-Bedingungen bestmöglich realisiert werden konnte, leisteten die vielen Mentorinnen und Mentoren sowie Tutorinnen und Tutoren.

6. August 2020

Mentorinnen und Mentoren unterstützen im TeamUp-Mentoringprogramm des Projekts SKATING –  angeboten an den Fakultäten für Elektro- und Informationstechnik (EIT), für Maschinenbau und Mechatronik (MMT) sowie für Wirtschaftswissenschaften (W) – die Studienanfänger*innen, sogenannnte Mentees, bei ihrem Start ins Hochschulleben. Sie stehen ihnen als Ansprechpersonen bei Fragen zur Seite und helfen ihnen dabei, ihr Studium zu organisieren sowie sich mit anderen Studierenden zu vernetzen.

Da es im Sommersemester 2020 aufgrund der Corona-Epidemie keinen gemeinsamen Präsenzstart an der Hochschule für die Erstsemester geben konnte, war das Ankommen und Sich-Zurechtfinden im Hochschulalltag so herausfordernd wie nie. Die Mentorin Johanna Koger aus der Fakultät MMT betont: „Allgemein und insbesondere dieses Semester hat das Mentoringprogramm den Erstsemestern einen Rückhalt in einer Zeit voller neuer Eindrücke geboten.“

Zunächst waren die Studierenden sehr enttäuscht darüber, dass das persönliche Kennenlernen zum Start des Sommersemesters 2020 nicht auf dem Campus, sondern nur online stattfinden konnte. Doch schnell hat der Wechsel auf den Online-Austausch auch die Vorteile der digitalen Interaktion beleuchtet, wie Jassin Neuscheler, Mentor bei der Fakultät MMT, erklärt: „Das Teilen des Bildschirms macht so manche Erklärung sogar einfacher. Im Zeitraum der Prüfungsanmeldung konnten wir Mentoren z. B. den Vorgang der Anmeldung via Bildschirmübertragung zeigen und im Nachgang gemeinsam mit den Mentees überprüfen, ob sich kein Fehler eingeschlichen hat.“

Viele Mentorinnen und Mentoren nehmen mehrfach am Programm teil, weil es ihnen ein großes Anliegen ist, die Studienanfänger*innen und als erfahrene Studierende zu unterstützen. Philipp Schoch, ein Mentor der Fakultät EIT, beschreibt seine Erfahrungen im WiSe 2019/20 im Vergleich zum digitalen Sommersemester 2020 so: „Letztes Semester hatte ich große Freude, mich in einer Bar oder auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen – dies fiel leider aus. Der Spaßfaktor war dadurch geschmälert, die Qualität der Veranstaltung nahm dadurch aber nicht ab.“

Die Mentorin Anna Herkely aus der Fakultät W beschreibt die Vorzüge der Netzwerkbildung durch das Mentoringprogramm: „Obwohl die Corona-Situation viele Schwierigkeiten verursacht hat, ist das Mentoringprogramm gut abgelaufen, die Mentees haben sogar mehr Hilfe durch digitale Kanäle erhalten. Es war für die Mentees nicht einfach, ohne persönliche Kontakte die anderen Studierenden kennenzulernen, dazu hat aber dieses Programm einen Beitrag geleistet. Meine Mentees haben den Kontakt miteinander aufgenommen und bereits gemeinsame Interessen gefunden. Außerdem bietet es den Mentees die Möglichkeit, direkt Kommilitonen und Kommilitoninnen kennenzulernen und Kontakte mit Studenten aus höheren Semestern zu knüpfen.”

„Mir war es besonders wichtig, dass die Studierenden sich nie hilflos fühlten, weil sie aufgrund der Corona-Situation zu Hause bleiben mussten und nicht, wie gewohnt, vor Ort im Präsenzstudium ihr erstes Semester bestreiten durften“, stellt Etienne Peters, Mentor der Fakultät MMT heraus. „Für uns alle war es eine neue Erfahrung, digitale Vorlesungen zu besuchen, alle Abgaben digital einzureichen und die Kommunikation vollständig von zu Hause aus zu erledigen. Da wir alle nur Menschen sind und jeder subjektiv mit einer solchen Situation umgeht und auch jeder dem Homeschooling anders gegenübersteht, ist es meiner Meinung nach hier sehr wichtig, jeden individuell abzuholen und Verständnis für die Situation aufzubringen.“

Damit das selbständige Lernen von zuhause gut gelingen konnte, unterstützen auch die Tutor*innen mit außerordentlichem Engagement, den Umstieg von der Präsenzlehre auf digitale Formate zu meistern. In den Tutorenschulungen, die durch das Projekt SKATING angeboten werden, wurden die Tutor*innen über das Semester hinweg hochschuldidaktisch dabei begleitet, wie sich eine digitale Lehre unter den aktuellen methodischen, didaktischen und organisatorischen Herausforderungen umsetzen lassen kann.

Darüber hinaus entwickelten die Tutor*innen selbst Online-Formate, in denen die Studierenden selbständig die Vorlesungsinhalte üben konnten. „Uns Tutoren liegt das Wohlergehen der Studenten sehr am Herzen“, betont Celina Christ, Tutorin für Statistik (Fakultät W). „Wir haben von den Studenten das Feedback bekommen, dass es ihnen mehr hilft die Aufgaben mit uns Tutoren gemeinsam zu rechnen, anstatt nur die Lösung vorgelegt und erklärt zu bekommen. Hier ist es unsere Aufgabe, auf die Wünsche der Studenten zu reagieren und diese, wenn möglich, umzusetzen.“

Eine Möglichkeit, die Studierenden in Online-Tutorien gleichzeitig aktiv einzubinden, bietet die Chatfunktion, wie die Tutorin für Gleichstromtechnik Leonie Heilig (Fakultät EIT) berichtet: „Bei den Studierenden kam es sehr gut an, bei kurzen Aufgaben (z. B.: ‚Wie viele Knoten hat das Netzwerk?‘) die Lösungen über den Chat gleichzeitig abzuschicken. So haben wir Umfragen generiert und alle Studierenden eingebunden.“

Alina Marek, Tutorin im Studiengang Architektur, fasst ihre Eindrücke des Semesters als Tutorin so zusammen: „Zu Beginn war das Online-Tutorium eine Herausforderung für mich, aus der ich aber sehr viel für mich gelernt habe, z. B. dass die eigene Aktivität eines Lernenden sehr wichtig ist und dass man etwas nur lernen kann, wenn man sich selbst damit auseinandergesetzt hat. Deshalb ist es wichtig, keine langen Monologe zu halten - vielmehr gilt es zu versuchen, die Interaktion der Teilnehmer so hoch wie möglich zu halten. Dabei ist es hilfreich, in Gruppen zu arbeiten und genügend Zeit und Raum für Rückfragen und Feedback einzuplanen. Motivation und Freude am gemeinsamen Entwerfen können auf diese Weise gesteigert werden.”

Die Tutorinnen und Tutoren leisteten mit ihrer Arbeit großartige Unterstützung, dass das Lernen in einem digitalen Semester bestmöglich ablaufen konnte. Sie halfen insbesondere den Erstsemesterstudierenden, sich in interaktiven digitalen Tutoriums-Formaten auf die Prüfungen vorzubereiten, aber auch für Studierende in höheren Semestern waren die tutoriellen digitalen Angebote ein wichtiger und für viele ein essentieller Baustein im Lernprozess. Über „Briefe an die Nachfolgerin/den Nachfolger“ geben die Tutorinnen und Tutoren ihre Ideen und Erfahrungen weiter und sind so eine wertvolle Unterstützung in der Weiterentwicklung der digitalen Lehre.

Die Mentorinnen und Mentoren sowie die Tutorinnen und Tutoren haben in diesem Semester außergewöhnliches Engagement gezeigt und sich – neben ihrem eigenen Studium – dafür eingesetzt, dass ein gutes Ankommen im ungewohnten Online-Hochschulalltag sowie das Lernen an der Hochschule schnell und auf die Bedürfnisse der Studierenden passend umgesetzt werden konnte. 

Organisiert und betreut werden das Tutoring- und Mentoringprogramm durch Mitarbeiter des Projekts SKATING (Studienreformprozess KArlsruhe zur Transformation des INGenieurstudiums), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre („Qualitätspakt Lehre“) gefördert wird.

Weitere Details zum TeamUp-Mentoring finden sich unter:

Informationen für Studienanfänger

Informationen für studentische Mentoren