On-demand-Angebot „MyShuttle” startet am 9. Juni in Ettlingen

Studiengang Verkehrssystemmanagement der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft begleitet neues Mobilitätsprojekt wissenschaftlich

Der KVV macht mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag, 9. Juni, einen weiteren entscheidenden Schritt vom Verkehrs- hin zum Mobilitätsverbund: Denn in Ettlingen geht mit „MyShuttle“ das erste On-demand-Angebot des Verbunds an den Start. Bei der neuen Mobilitätsform handelt es sich um elektrisch betriebene Mini-Busse, die Kunden mit wenigen Klicks über die bekannte Smartphone-App „KVV.mobil“ bestellen und bezahlen können. Die Fahrzeuge fahren nicht nach einem festen Fahrplan, sondern sie bedienen nach Bedarf (on demand) rund 250 virtuelle Start- und Zielpunkte innerhalb der Kernstadt. Die Haltepunkte sind in der App hinterlegt. Ettlingen wird zunächst bis Ende 2020 als Reallabor für den neuen Service dienen, der in den Abendstunden und am Sonntag das Mobilitätsangebot erweitert und ergänzt. 

„On-demand-Verkehre eröffnen eine neue Dimension beim öffentlichen Personennahverkehr und sorgen für noch mehr und noch attraktivere Mobilität“, sagte Landrat Dr. Schnaudigel am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der „MyShuttle“ vor dem Stadtbahnhof vorgestellt wurde. „Das bereits gute Angebot wird flexibel auf den individuellen Bedarf abgestimmt und deckt auch die letzte Meile ab. Nur mit solchen attraktiven ergänzenden Angeboten kann der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV erreicht werden“, ist er sich sicher. Der Landkreis Karlsruhe finanziert das moderne Angebot, das von der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft wissenschaftlich begleitet wird.

Lars Philipp Brinkmann und Malek Allam, Studierende des Studiengangs Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe im 6. Semester, führen im Rahmen des Vertiefungsprojekts „Verkehrsplanung“ die Aufnahme der Ist-Situation als Vergleichsbasis für spätere Veränderungen durch. Hierbei kommt der Ansatz des Reallabors zum Tragen. „Wir beginnen mit einem Setting, das als bestmögliches erachtet wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Hupfer, Studiendekan des Bachelorstudiengangs Verkehrssystemmanagement und Projektleiter. „Aus der Erfahrung mit der konkreten Anwendung werden wir das Projekt im Laufe der Zeit noch besser, attraktiver und effizienter gestalten. Es ist ja gerade der Vorteil von Reallaboren, dass Änderungen kurzfristig umgesetzt werden können und dass die Mischung aus Expertenwissen und Erfahrungen aus der Praxis, die wir über Nutzerfeedbacks erhalten, zu einer stetigen Modifizierung und damit Optimierung des Projekts führen.“ Auf Seite des KVV werden die Studierenden von Felix Heller betreut, einem Absolventen des Studiengangs Verkehrssystemmanagement und jetzigem Verkehrsplaner beim KVV. Nach dem Reallabor GO Karlsruhe, dem Projekt regiomove, dem Testfeld Autonomes Fahren leistet die Hochschule damit einen weiteren wichtigen Beitrag für die Mobilitätswende im Land. Die Beteiligung in Form von Projektarbeiten soll in den kommenden Semestern fortgesetzt werden.  

Bis Ende Juli bietet der KVV „MyShuttle“ kostenfrei an. „Wir wollen den Kunden einen attraktiven Anreiz geben, unseren neuen Service auszuprobieren und hoffen auf viele neugierige Tester, die uns später als Kunden erhalten bleiben“, betonte KVV-Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon. „Nach der Einführungsphase werden wir „MyShuttle“ in den Verbundtarif integrieren. Unsere Kunden zahlen somit keinen Cent extra und Einzelfahrer für eine MyShuttle-Fahrt lediglich den normalen 1-Waben-Preis in Höhe von 2,10 Euro. Damit sind wir in Deutschland ganz vorne“, betonte Pischon. In anderen – durchaus größeren – Städten kosten On-demand-Busse extra. Der KVV hat im Frühjahr vergangenen Jahres während der Messe IT-Trans ein ähnliches Angebot mit dem Tech-Unternehmen moovel erfolgreich erprobt.

„Seit zwei Jahren können über die KVV.mobil App Fahrten mit Nahverkehr, Stadtmobil und Nextbike gebucht werden. „MyShuttle“ ist die nächste Stufe der Zusammenarbeit zwischen dem KVV und moovel. Die App-basierten Sammelfahrten sind integraler Bestandteil der KVV.mobil App und damit eine perfekte Ergänzung des bestehenden Nahverkehrssystems“, sagte Ulrich Edelmann. Der Chief Strategy Officer bei moovel erklärt, dass die Mini-Busse in nur wenigen Schritten buchbar sind. Und so geht’s: Innerhalb der App stellt der Kunde eine Fahrtanfrage von seinem jeweiligen aktuellen Standort zu seinem gewünschten Zielpunkt, zum Beispiel dem Stadtbahnhof.

Die rund 250 hinterlegten virtuellen Haltestellen beinhalten sämtliche Bushaltestellen in der Kernstadt Ettlingen und viele weitere fest definierte Punkte. An allen ist ein sicherer und bequemer Einstieg gewährleistet. Sofern aktuell – das bedeutet innerhalb der nächsten 20 Minuten – ein Fahrzeug verfügbar ist, bekommt der Kunde „MyShuttle“ angeboten. Angezeigt werden dann die Fußwegroute zur nächsten virtuellen Haltstelle, die Abholzeit und das Fahrzeugkennzeichen des „MyShuttle“. Liegt der Zielort nicht unmittelbar an einer virtuellen Haltestelle, werden auch die letzten Meter bis dorthin auf einem Plan angezeigt. Sobald der Kunde die Fahrt für sich alleine oder für mehrere Fahrgäste bucht, erhält der Fahrer eines „MyShuttles“ einen Auftrag, ebenfalls per App. „Unsere Applikation ist so intelligent, dass sie Fahrtanfragen mit ähnlichen Fahrwegen verknüpft und aus der Kombination die einfachste und schnellste Route erstellt“, erklärt Edelmann das System.

Sechs Fahrgästen bieten die komfortablen Mini-Busse Platz. „Wir werden mit den „MyShuttles“ sicher für Aufmerksamkeit sorgen, denn wir beschaffen drei schwarze Fahrzeuge im Stile der London-Taxis. Die Fahrzeuge werden zudem auffällig gebrandet mit dem „MyShuttle“-Logo“, freut sich Manfred Hovenjürgen vom Regionalbusverkehr Südwest (RVS) auf den Start. Als erfahrenes Unternehmen im KVV wird der RVS den Verkehr anbieten. „Was mich besonders freut: Die Busse sind durch ihren Elektromotor umweltfreundlich und leise auf den Straßen unterwegs.“  

„On-Demand-Angebote sind für mich ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Smart-City und die richtige Antwort auf die Probleme des Klimawandels. Es ist toll, dass das erste Angebot dieser Art im KVV-Gebiet in Ettlingen getestet wird. „MyShuttle“ ist die perfekte Ergänzung und Erweiterung unseres guten ÖPNV-Angebots“, blickt auch Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold dem kommenden Sonntag begeistert entgegen. Die Mini-Busse können montags bis samstags zwischen 19 und 1 Uhr nachts gebucht werden. Sonn- und feiertags steht der Service von 8 bis 24 Uhr zur Verfügung.       

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