KIT und Hochschule Karlsruhe unterstützen Karlsruher Kliniken mit Schutzausrüstung

Corona-Hilfe: Masken und Visiere gehen unter anderem an Städtisches Klinikum und St. Vincentius-Kliniken – zentrale Koordination von Hilfsanfragen und -angeboten am KIT

14. April 2020

Die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen liegt in Deutschland aktuell bei mehr als 100.000, auch weltweit steigt sie von Tag zu Tag. Auch in und um Karlsruhe sind beispielsweise Kliniken auf ausreichende Schutzausrüstung angewiesen. Bei der Bewältigung der Corona-Krise will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft mit Sachbeiträgen und wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen. Entsprechende Hilfsanfragen und -angebote werden zentral koordiniert. Bislang konnten für die St. Vincentius-Kliniken 200 Schutzvisiere in gemeinsamer Produktion in den Laboren der beteiligten Hochschulen per 3-D-Druck hergestellt werden, weitere sollen folgen. Zudem hat ein chinesisches Partnerinstitut zugesagt, dem KIT 20.000 Atemschutzmasken schenken zu wollen, die dann an das Städtische Klinikum und weitere Einrichtungen der Stadt gehen sollen.

„Am KIT sehen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung nicht nur in unseren Aufgaben in Forschung und Lehre. Wir sind fest in der Region Karlsruhe verwurzelt – und es steht außer Frage, dass wir zur Bewältigung der Corona-Krise hier vor Ort unseren Beitrag leisten wollen“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir unter anderem Schutzmasken und -visiere an Karlsruher Kliniken weitergeben können. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und die große Solidarität.“ Hilfsanfragen und -angebote werden am KIT zentral gebündelt, koordiniert vom Vizepräsidenten für Innovation und Internationales, Professor Thomas Hirth.

„Wir stellen sehr gerne die 3D-Drucker unseres Additive Design and Manufacturing Labs zur Verfügung“, so Prof. Dr. Florian Finsterwalder aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Karlsruhe. „Wir arbeitet dort mit drei Studierenden unter Hochdruck an den medizinischen Schutzvisieren. Ein knappes Dutzend 3D-Drucker produzieren hier parallel die Bauteile. Der Vorteil ist, dass wir mit Hilfe des 3D-Drucks extrem flexibel in der Gestaltung sind und – obwohl der Druck einer Maske jeweils relativ viel Zeit in Anspruch nimmt,– durch die Anzahl der parallel arbeitenden Geräte dennoch eine hohe Produktivität realisieren können.“

Aus dem 3-D-Drucker: Visiere für St. Vincentius-Kliniken

Für den direkten Kontakt mit Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, brauchen Ärztinnen und Ärzte zusätzlich zu den vorgeschriebenen Atemmasken Kunststoffvisiere. Solche Visiere sind derzeit kaum noch erhältlich und auch dann nur zu stark überhöhten Preisen. Hier baten die Karlsruher St. Vincentius-Kliniken um Unterstützung. Und so wurde in kürzester Zeit in Zusammenarbeit mit dem wbk – Institut für Produktionstechnik des KIT und dem IPEK – Institut für Produktentwicklung und der Hochschule Karlsruhe ein „Produktionsverbund“ gegründet, der die St. Vincentius Kliniken in der Ausstattung mit Schutzmasken aus dem 3-D-Drucker unterstützt.

Kurzfristig wurde gemeinsam ein Herstellungsverfahren für 3-D-Drucker entwickelt, die normalerweise im Prototypenbau und zu Forschungszwecken im Bereich der additiven Fertigung eingesetzt werden. Die Visiere werden mit etwa 30 Druckern gefertigt, die Druckdauer liegt im Moment bei drei Stunden pro Stück. Bislang konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 200 Masken an die Vincentius-Kliniken ausliefern, weitere sollen demnächst folgen. Eine weitere Gruppe um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FZI Forschungszentrums Informatik, eines Innovationspartners des KIT, hat mehr als 200 Visiere an das Städtische Klinikum geliefert.

20.000 Atemschutzmasken für Einrichtungen der Stadt

Zudem erhält das KIT 20.000 Atemschutzmasken als Geschenk des South Western Institute of Physics der Chinese Academy of Engineering Physics in Chengdu, einem Partnerinstitut des KIT innerhalb eines Forschungsprogramms der Helmholtz-Gemeinschaft. Sobald die Masken in Karlsruhe eintreffen, wird das KIT sie an das Städtische Klinikum und weitere Einrichtungen der Stadt weitergeben, ebenso wie Atemschutzmasken und Handschuhe aus internen Beständen des KIT.

„Dieses hohe ehrenamtliche und Institutionen übergreifende Engagement ist großartig“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales, der die Unterstützungsaktion für das gesamte KIT koordiniert. „Wir wollen die Einrichtungen in der Region sowohl mit Sachbeiträgen als auch mit wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen. Unser Ziel ist, schnell, effektiv und zielgerichtet zu helfen – deshalb bündeln wir die externen Anfragen und die internen Hilfsangebote zentral.“ Ein Projektteam vermittele dann – in Abstimmung mit dem Krisenstab des KIT – die wissenschaftlich-technische Unterstützung und den gezielten Transport der Sachbeiträge an die externen Empfänger.