SWR-Thementag „Hier ist es zu laut!“

Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft wertet Hilferufe von Bürgern zum Thema Straßenverkehrslärm aus

30. Oktober 2019

Im Rahmen des Citizen Science und Multimediaprojekts „Hier ist es zu laut!“ hat der SWR im April dieses Jahres zu einer Mitmach- und Messaktion aufgerufen, an der 400 Anwohnerinnen und Anwohner besonders belasteter Straßen teilgenommen haben. Bürgerinnen und Bürger haben auf Fragen des SWR geantwortet, von ihren Erfahrungen berichtet und eigene Videos und Messungen zum Verkehrslärm eingeschickt. Jonas Fehrenbach aus dem Masterstudiengang Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft hat diese Meldungen im Rahmen seiner Abschlussarbeit systematisch ausgewertet. Ziel der Analyse war es, eine Klassifizierung der Betroffenheitsmeldungen vorzunehmen und ein Verständnis für die Probleme der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.

Die Belastung der Bürgerinnen und Bürger lässt sich grob in drei Niveaus einteilen: 45 % der Hilferufe beschreiben den Straßenverkehrslärm an ihrem Wohnort als unangenehm oder störend und nutzen daher ihre Terrasse/den Balkon nicht mehr. 33 % der Betroffenen finden den Lärm unzumutbar und schlafen nicht mehr bei offenem Fenster. 22 % der Betroffenen finden die Lärmbelastung sogar als schlimm/furcht-bar/schrecklich und äußern gesundheitliche Beschwerden. Vielfach handelt es sich bei diesen Meldungen um längere Leidensgeschichten. 20 % der Betroffenen sind daher bereits aktiv tätig geworden, indem sie sich in Bürgerinitiativen eingebracht oder an ihre Kommune gewandt haben, um eine Reduktion der Lärmbelastung zu erreichen.

Die Masterthesis von Jonas Fehrenbach mit dem Titel „Umgang mit der Bürgerfrage: Verkehrslärm messen oder berechnen?“ untersucht die Herausforderungen, die sich in der Partizipation mit Bürgern im Rahmen von Lärmaktionsplänen ergeben.

Prof. Dr. Jochen Eckart, Verkehrsökologe an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und Betreuer der Arbeit, unterstreicht die Notwendigkeit sich des Themas stärker anzunehmen. „Lärm ist ein bedeutendes lokales Umweltproblem, das jedoch in den letzten Jahren häufig im Vergleich zu Luftreinhaltung und Klimaschutz nicht im Fokus der öffentlichen Diskussion stand. Das SWR-Projekt „Hier ist es zu laut!“ verdeutlicht jedoch, welche Tragweite die Verkehrslärmproblematik aus Sicht der Bürger hat. Die Hochschule Karlsruhe will durch Forschungsarbeit und Weiterbildung die Kommunen darin unterstützen, den Verkehrslärm zu reduzieren und Städte und Gemeinde lebenswerter zu machen.“

Der SWR widmet dem Komplex um die Belastung durch Verkehrslärm am heutigen am 30. Oktober 2019 einen Thementag im SWR Fernsehen, im Hörfunk, online und in den sozialen Netzwerken. Die Messergebnisse werden in der Dokumentation „betrifft: Hier ist es zu laut! Was tun gegen Straßenverkehrslärm?“ um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen vorgestellt und mit Hintergrundinformationen, Expertenwissen und Geschichten der Betroffenen ergänzt.

Weitere Informationen sind auf der SWR-Seite https://www.swr.de/wissen/zulaut/zulaut-start-100,uebersichtsseite-zulaut-100.html abrufbar.

SWR-Videobeitrag zur wissenschaftlichen Auswertung des Thementags #zuLAUT

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