Internationale Klimaforschung

Wie können Städte auf die Klimaerwärmung reagieren? Professor der Hochschule Karlsruhe führt Studie am renommierten Priestley International Centre for Climate der Universität Leeds durch

12. September 2018

Prof. Dr. Bernhard Lenz aus der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung ein „research fellowship“ verliehen, mit dem er am Priestley Centre ein Forschungsprojekt durchführen kann. Er wird mit dem dortigen Kollegen Prof. Dr. Piers Forster mögliche Anpassungsprozesse von Stadtgebieten untersuchen, die die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiebedarf reduzieren sollen.

Prof. Dr. Piers Forster ist Direktor des Priestley International Centre for Climate und zählt zu den international renommiertesten Experten in der Erforschung des Klimawandels. Ebenso ist er langjähriges Mitglied des Weltklimarates – IPCC und Teil des Expertenteams, das 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Das aktuelle Projekt von Bernhard Lenz erforscht Anpassungsmöglichkeiten hochverdichteter Stadträume, um das zukünftige Mikroklimasystem zu stabilisieren. Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die zukünftigen Lebensbedingungen zu minimieren und gleichzeitig zu verhindern, dass es zu einem weiteren markanten Anstieg des Kühlleistungsbedarfs von Gebäuden kommt. Seine Arbeiten basieren auf Computersimulationen. Unter Berücksichtigung variierender Anpassungsstrategien wird er resultierende Außenraum- und Gebäudeinnenraumtemperaturen für unterschiedliche Klimawandelszenarien untersuchen und Anpassungsstrategien beurteilen.

„Klimaoptimierte Gestaltungskonzepte für Siedlungsgebiete und Gebäude werden für das zukünftige städtische Leben unerlässlich sein“, so Prof. Dr. Bernhard Lenz, „Ziel unserer Forschung ist es daher, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensbedingungen der Bewohner zu minimieren, ohne den Gebäudeenergieverbrauch zu erhöhen und gleichzeitig einen hohen außenräumlichen Komfort zu erhalten. Der Sommer 2018 – einer der heißesten Sommer in der Geschichte der Wetteraufzeichnung – gibt einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden längeren, heißeren und häufigeren Hitzewellen, die den Klimatisierungsbedarf von Gebäuden weiter steigern und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität in unseren Städten weiter verringern werden.“