Lernen im Studium unterscheidet sich maßgeblich vom Lernen in der Schule. Es erfordert sehr viel selbständige Organisation und eigenständige Lernkontrolle. Die Lernstrategien, die Sie sich in der Schule angeeignet haben, greifen häufig für den Lernstoff im Studium nicht mehr. Z.B. genügt es nicht, in der Vorlesung nur passiv zuzuhören, um eine Klausur zu bestehen. Statt dessen sind aktives Vor- und Nachbereiten sowie aktives Mitverfolgen der Dozenten durch Mitschreiben und Strukturieren des Lernstoffes notwendig. Das Service-Center Studium und Lehre (SCSL) vermittelt Ihnen Lerntechniken und unterstützt Sie, wenn es mit der Prüfungsvorbereitung einmal nicht so klappt, wie Sie es sich vorstellen. 

Lerntipps

Übung macht den Meister

Um dem Vergessen entgegenzuwirken, hilft es aktiv zu lernen, d.h. selbst Rechnungen zu lösen, Beispiele auszudenken oder zu formulieren. Wichtig ist auch, das einmal Gelernte regelmäßig zu wiederholen, da es sich nur so festigt.

Hören oder Sehen?

Beim Lernen gibt es mehrere Wege, wie Wissen aufgenommen werden kann: visuell, akustisch oder über Aktionen und Bewegungen (kinästhetisch). Je mehr Aufnahmekanäle genutzt werden, um so besser wird das Wissen abrufbar. Z.B. sollten Studierende in einer Vorlesung nicht nur zuhören, sondern auch Notizen machen und sich im Anschluss an die Vorlesung die Inhalte gegenseitig erläutern.

Der richtige Plan

Mit einem Plan legen Sie langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele Ihres Studiums fest. Sie sollten also wissen, was das grundsätzliche Ziel Ihres Studiums ist (z.B. der Studienerfolg bis zu einem bestimmten Zeitpunkt), welche Etappenziele es hierfür zu erreichen gilt (z.B. welche Klausuren im ersten Semester bewältigt werden) und wie Ihre regelmäßige Wochenplanung aussieht. Der Wochenplan sollte neben den Pflichtterminen des Studiums auch die privaten Termine beinhalten, um feste Lernzeiten identifizieren zu können.

Beispiel für einen Wochenplan 

Wichtig ist, realistisch zu planen. Planen Sie Pufferzeiten zum Lernen ein: Oft wird der Lernaufwand unterschätzt. Wenn der Plan nicht funktioniert, dann ändern Sie ihn und passen ihn an Ihre individuelle Situation an.

Prioritäten setzen

Die sogenannte Eisenhower-Methode hilft Ihnen, wichtige Aufgaben von unwichtigen zu trennen und so effektiv mit Ihrer zur Verfügung stehenden Zeit umzugehen. Dabei werden Aufgaben von A bis D sortiert:

  • A-Aufgaben sind dringend und wichtig. Sie müssen von Ihnen selbst und ohne Aufschub erledigt werden.
  • B-Aufgaben sind wichtig, aber nicht so dringend. Hier sollten Sie sich auf alle Fälle einen festen Termin setzen, bis wann Sie die Aufgaben erledigt haben müssen.
  • C-Aufgaben sind weniger wichtig, aber dringend, z.B. einkaufen. Bei diesen Aufgaben sollten Sie jemanden organisieren, der diese für Sie miterledigt.
  • D-Aufgaben schließlich sind weder dringend noch wichtig, weshalb Sie sich auch erst einmal nicht um diese kümmern müssen.

Prüfungen vorbereiten

Informieren Sie sich bei der Fachschaft oder den Dozenten über den Prüfungsstoff. Gehen Sie davon aus, dass die Klausuren in der Regel etwas anspruchsvoller und schlicht anders sind als die Übungsaufgaben. Sie sollen also in einer Klausur den Transfer des bisher Gelernten auf neue Beispiele leisten können.

Hilfreich ist es, den Lernstoff innerhalb einer Lerngruppe aufzuteilen. Als Grundlage zum Lernen sollten nicht nur die Skripte, sondern auch die vom Dozenten angegebene Literatur dienen. Natürlich können Sie nicht alles lernen und berücksichtigen. Bitten Sie daher Ihren Dozenten, Ihnen ein Standardwerk zu nennen, was er auf alle Fälle zur Unterstützung des Skripts empfehlen würde und welches Ihnen einen guten Überblick zu den Vorlesungsinhalten bietet. Ihre Lerngruppe, die aus drei bis maximal fünf Personen bestehen sollte, kann dann die Literatur kapitelweise bearbeiten, wobei jedes Gruppenmitglied für bestimmte Kapitel zuständig ist und diese im Anschluss den anderen Mitgliedern erklärt. Durch das wechselseitige Erläutern der Literatur merkt jedes Gruppenmitglied sofort, wo eventuell noch Lernlücken existieren.

Informieren Sie sich zusätzlich über die Prüfungsregularien, wie Prüfungsan- und -abmeldung, Möglichkeiten der Prüfungswiederholung, Fristen oder Härtefallregelungen. Hierbei helfen neben dem SCSL vor allem die Studentische Abteilung, aber auch der AStA weiter.

Wissenschaftliche Literatur verstehen

Ein Weg, wissenschaftlich-theoretische Literatur gut zu verstehen, ist die sogenannte PQ4R-Methode. PQ4R steht für: Preview, Questions, Read, Reflect, Recite, Review. Auch wenn diese Methode im ersten Moment etwas umständlich wirkt: Je öfter Sie diese anwenden, um so leichter wird Ihnen der Zugang zu abstrakten Texten und das Behalten der Inhalte fallen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Überfliegen Sie den Text, vermeiden Sie dabei jedoch ein wortwörtliches Lesen. Es geht erst einmal darum, einen groben Überblick zu Inhalt und Struktur des Textes zu erhalten. Machen Sie sich zu zusammenhängenden Abschnitten kurze Stichworte oder Notizen.
  • Formulieren Sie sich für die einzelnen Abschnitte Fragen, die für den Umgang mit dem Text wichtig sind, z.B. um was es geht oder welchen Bezug der Text zum Thema der Vorlesung hat.
  • Lesen Sie nun die einzelnen Abschnitte, die für Sie wichtig sind, aufmerksam durch und beantworten Sie sich die dazu gestellten Fragen.
  • Stellen Sie bei der Fragenbeantwortung Bezüge zu Ihrem Vorwissen her, etwa aus Ihren Vorlesungen.
  • Nachdem man einen Abschnitt zuende bearbeitet hat, gibt man den darin enthaltenen Abschnitt nochmals wieder. Sollte man sich nicht mehr an den Inhalt erinnern, liest man die entsprechenden Passagen nochmals.
  • Wenn der ganze Text bearbeitet ist, wiederholt man die Inhalte ein letztes Mal und ruft sich die wichtigsten Punkte ins Gedächtnis. 

Pausen und Freizeit

Vergessen Sie trotz des Lernens nicht, regelmäßig Pausen einzuplanen und auch im Studium Ihren Hobbies nachzugehen. Nur einseitig zu lernen und alles andere zu vernachlässigen kann nämlich dazu führen, dass Ihre Leistungsfähigkeit mit der Zeit eher abnimmt und Ihre Zufriedenheit mit sich selbst sinkt. Auch wenn ein Studium viel Disziplin abverlangt, so sollten Sie doch durch Sport, Ausflüge oder Unternehmungen mit Freunden einen guten Ausgleich in Ihrem Leben schaffen.

Lernmails

Alle Erstsemester werden zu Studienbeginn auf der hochschulweiten ILIAS-Lernplattform automatisch dem Kurs "Lernen" zugeordnet. 

Die Teilnehmer erhalten dann einmal wöchentlich ein Semester lang Tipps und Hinweise zur Studienorganisation, zum Lernen, zur Prüfungsvorbereitung oder auch zu Themen wie Motivation und Prüfungsangst. Die konkreten Themen sind:

  • Lerngrundlagen
  • Ein guter Plan ist die halbe Miete
  • Lerngruppen-Gruppenarbeit
  • Bei Vorlesungen mitschreiben und Wissen strukturieren
  • Zeitmanagement und Prioritäten setzen
  • Prüfungen vorbereiten
  • Lernumgebung
  • Morgenmuffel und Nachteule
  • Texte verstehen und behalten
  • Präsentationen vorbereiten und halten
  • Durchhänger
  • Prüfungsangst

Die Teilnahme am Kurs ist freiwillig (Abmeldung ist möglich) und verpflichtet Sie zu nichts. Innerhalb des virtuellen Kurses besteht die Möglichkeit, weitere Informationen zum Lernen abzurufen, z.B. Literaturempfehlungen, wichtige Internetadressen usw.

Lernpartnerbörse

Die Lernpartnerbörse ist ein Forum, welches Ihnen bei der Bildung von Lerngruppen helfen soll und Sie dabei unterstützt, Nachhilfe für bestimmte Fachgebiete zu bekommen oder auch selbst anzubieten.

Zu finden ist die Lernpartnerbörse auf der ILIAS-Lernplattform . Nach dem Motto "Gemeinsam geht es besser" erleichtern Sie sich mit Lernpartnern und -gruppen den Lernaufwand, in dem Sie Inhalte zur Bearbeitung aufteilen und sich gegenseitig vermitteln. Auf diese Weise werden auch Ihre eventuell vorhandenen Lücken sichtbar und Sie merken, wo Sie noch zusätzlichen Lernbedarf haben.

Studienwechsel oder -abbruch? Der Karlsruher Weg

Sie denken über einen Fach- oder Hochschulwechsel nach? Oder möchten das Studium vorzeitig abbrechen? Was sind die Alternativen in Studium und Beruf? Wie komme ich zu einem erfolgreichen Abschluss?

Um Sie bei der Beantwortung dieser schwierigen Fragen zu unterstützen, haben sich der Stadtjugendausschuss Karlsruhe, die Karlsruher Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Agentur für Arbeit, das CyberForum, das Studierendenwerk, die Pädagogische Hochschule, die Karlshochschule, die Duale Hochschule Baden-Württemberg, das Service-Zentrum Information und Beratung des KIT, das Service-Center Studium und Lehre der Hochschule Karlsruhe sowie das Regierungspräsidium und der Gesamtelternbeirat Karlsruhe zu einem Netzwerk zusammen geschlossen.

Einen Überblick der einzelnen Beratungsanbieter finden Sie auf der Internetseite des Karlsruher Wegs .

Info-Veranstaltungen

  1. Gut vorbereitet in die Prüfung

    Damit Sie Ihre Prüfungen erfolgreich meistern können, bietet das SCSL für alle Erstsemester eine Info-Veranstaltung an: "Gut vorbereitet in die Prüfung" möchte Ihnen Wissen zur Studien- und Prüfungsordnung, die Knackpunkte Ihres jeweiligen Studiengangs und Tipps zur optimalen Prüfungsvorbereitung vermitteln.

    Termin für das Sommersemester 2020:

    Mittwoch, 6. Mai 2020, 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr, Raum 316, Geb. F,  3. Stock (FÄLLT AUS!)

     
  2. Verzug von Prüfungsleistungen

    Zu Beginn eines jeden Semesterswerden all diejenigen Studierenden des zweiten Semesters zu einer Info-Veranstaltung eingeladen, die bislang weniger als 16 ECTS-Punkte erreicht haben. Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst frühzeitig auf eventuelle Schwierigkeiten im Studium aufmerksam zu machen. Dazu gehört, die Rechtsverbindlichkeit von Studien- und Prüfungsordnungen zu erläutern und auf die vielfältigen Betreuungsangebote durch das SCSL, den AStA oder das Studierendenwerk hinzuweisen. 

    Termin für das Sommersemester 2020:

    Mittwoch, 1. April 2020, 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr, Hörsaal hb, Geb. B, EG (findet nicht statt!)

     
  3. Semestervortrag der PBS

    Jedes Semester hält die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studierendenwerks (PBS) einen Vortrag für die Studierenden der Hochschule.

    Die Themen des Vortrags wechseln regelmäßig. In den letzten Jahren wurden typische Studierendenprobleme wie Prokrastination ("Aufschieberitis") oder der Umgang mit Stresssituationen behandelt.

    Termin für das Sommersemester 2020:

    wird noch bekannt gegeben.