Innovative Lehre setzt Forschung voraus

Die Hochschule Karlsruhe ist eine der forschungsstärksten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Das bemisst sich nach bestimmten Faktoren, z. B. nach der Höhe der eingeworbenen Drittmittel – also der Gelder, die man zur Durchführung von Forschungsprojekten einwirbt – oder auch nach der Anzahl der Veröffentlichungen.  

Sind Professorinnen und Professoren in der angewandten Forschung aktiv, bedeutet dies für die Studierenden, dass sie mit aktuellen Fragestellungen in Berührung kommen. Sie profitieren unmittelbar von den Erkenntnissen und dem Methoden-Know-how und sind – vor allem im Masterstudiengang – selbst oft auch in Forschungsprojekte eingebunden.

Forschungsschwerpunkte an der Hochschule Karlsruhe

Aus den Fächergruppen, die die Hochschule anbietet, sind auch die Forschungsschwerpunkte entstanden, so zum Beispiel im Bauwesen, im Maschinenbau und in der Informatik.

Die Forschungsthemen im Bauwesen reichen von kompatiblen Werkstoffen des Bauwesens, Erhaltungs-Management-Systemen, Bauklimatik, energetischem Bauen und Bausanierung bis hin zu Gebäudesimulation, Granulierungsverfahren und Projektmanagement. In den Forschungsprojekten kommt es zu einer engen Kooperation mit anderen Fakultäten inner- und außerhalb der Hochschule wie z. B. dem Karlsruher Institut für Technologie, der Technischen Universität Berlin, der slowakischen TU Bratislava, der Universität Kapstadt in Südafrika, der Georgischen Technischen Universität Tiflis, der Nationaluniversität Singapur sowie den Indian Institutes of Technologie in Mumbai und Chennai.

Eine Vielzahl an Forschungsprojekten werden im Maschinenbau und in der Fahrzeugtechnologie bearbeitet. Bundesweit einzigartig ist das Institut für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik, das umweltfreundliche Verfahren nicht nur zum Kühlen von Lebensmitteln oder zum Klimatisieren von Räumen entwickelt. Für die Studierenden ergeben sich hier vielfältige Möglichkeiten sich in Forschungsprojekte einzubringen. 

Ein weiterer Schwerpunkt im Maschinenbau sind die Materialwissenschaften, also die Erfoschung der Eigenschaften von Metallen und anderen Materialien. Die Wissenschaftler setzen hier vor allem Simulationen auf Hochleistungsrechner ein, um die Mikrostruktur zu verstehen und das Verhalten von Material vorhersagen zu können. 

Wer sich ausführlich über die Forschungsprojekte an der Hochschule informieren möchte, findet weitere Informationen im Bereich Forschung

Neue Forschungsfelder: Energieeffizienz und Elektromobilität

Mit einer Reihe innovativer Projekte entwickelt die Hochschule Konzepte, wie unsere Mobilität von morgen angesichts von Ressourcenknappheit und Verkehrsdichte aussehen könnte. Ein eigener Forschungscampus speziell für Elektromobilität, mobile Intralogistiksysteme sowie Energieeffizienz und Infrastruktur entstand in Kooperation mit dem Unternehmen SEW-Eurodrive. Mehr dazu finden Sie auf den Seiten des Instituts. Ein anderes Forscherteam arbeitet als Partner in einem Konsortium an der Entwicklung eines völlig neuen, bemannten Fluggeräts: des sogenannten Volocopters. Sein Konzept sieht 18 horizontale Rotoren vor, die elektrisch angetrieben werden. Die Akkus sollen eine Flugzeit von bis zu einer Stunde ermöglichen, wobei die Energiekosten unter 10 Euro liegen würden. Für diese umweltschonende, günstige und leise Alternative zum Helikopter wurden an der Hochschule Karlsruhe die Navigationskomponenten sowie das Steuerungssystem entwickelt.

Promotionsmöglichkeiten an der Hochschule Karlsruhe

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften verfügen über kein eigenes Promotionsrecht, d. h. auch die Hochschule Karlsruhe bietet keine eigenen Promotionsstudiengänge an. Allerdings gibt es die Möglichkeit über eine Kooperation mit einer Universität zu promovieren. Der Doktorand ist dann an der kooperierenden Hochschule eingeschrieben und an der Hochschule Karlsruhe als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Da die Hochschule in zahlreichen Forschungsprojekten mit Universitäten vernetzt ist, ist es keine Seltenheit, dass Absolventen nach erfolgreichem Masterabschluss eine Promotion anschließen, aktuell sind es 48. Besonders intensive Kontakte pflegt die Hochschule zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Beide unterhalten ein gemeinsames Graduiertenkolleg, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Die Doktoranden an der Hochschule Karlsruhe haben sich in einem Netzwerk (DocNet) zusammengeschlossen, auch um Interessierte bei einer möglichen Promotion mit Informationen und Beratung zu unterstützen.

Blutanalysen gehören zu den alltäglichen Diagnoseverfahren. Allerdings benötigt man derzeit einen riesigen Maschinenpark, um Blut im Labor zu untersuchen. Ganz neue Wege geht man am Institute for Optofluidics and Nanophotonics.Dort forscht man an einer Miniaturisierung des Labors. Wie das in Zukunft funktionieren könnte und welche Vorteile ein Mikro-Labor hat, zeigen wir in diesem Film.

Nano-Magnete im Körper – Magnetic Particle Imaging: Jürgen Weizenecker, Professor an unserer Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Bernhard Gleich ein neues Bildgebungsverfahren entwickelt, das bei medizinischen Diagnosen helfen kann. Dafür wurden die beiden mit dem Europäischen Erfinderpreis 2016 ausgezeichnet.

Wie kann man ein Gebäude umweltfreundlich und gleichzeitig kostengünstig klimatisieren? Mit dieser Frage befasst man sich am Institut für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik (IKKU) der Hochschule Karlsruhe. Das besondere an der gemeinsam mit Forschungspartnern entwickelten Art der Klimatisierung ist, dass die Kälte durch heißen Dampf erzeugt und anschließend gespeichert wird. Wie das funktioniert, zeigt dieser Film.

Eine kleine Gruppe von Studierenden der Mechatronik hat sich zusammengetan, um für einen Wettbewerb ein autonomes Fahrzeug zu bauen. Oder besser gesagt: von Grund auf zu entwickeln. Solche Fahrzeuge gibt's schließlich nicht einfach von der Stange. Wir haben den Jungs über die Schulter gefilmt und dabei einiges über das Fahrzeug erfahren.