Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg

Auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg können künftig Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem lassen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen fortschreiben. Dafür werden aktuell in der Aufbauphase u. a. Verkehrsflächen unterschiedlichster Art vorbereitet, hochgenaue 3-D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert.

Konzeption, Planung und Ausbau des Testfelds wird umgesetzt von einem Konsortium aus dem FZI Forschungszentrum Informatik, der Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der Hochschule Heilbronn und der Stadt Bruchsal sowie weiteren assoziierten Partnern. Der zukünftige Testfeldbetreiber ist der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV).

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg stellt dafür dem Konsortium 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Konsortium sowie die assoziierten Partner und Industriepartner bringen zusätzlich Eigenmittel in das Vorhaben ein, in dessen Rahmen ein technologieoffenes und einzel-unternehmensunabhängiges Testfeld für das vernetzte und automatisierte Fahren in Baden-Württemberg entstehen wird.

Projektanteile der Hochschule Karlsruhe

Für folgende Komponenten des Testfeldes ist die Hochschule Karlsruhe –Technik und Wirtschaft verantwortlich:

Straßenwetterstationen (SWS)

Straßenwetterstationen erfassen atmosphärische und fahrbahnbezogene Parameter wie Temperatur, Niederschlag, Fahrbahnzustand, Wind und Sichtweite. Die SWS-Standorte sind so ausgewählt, dass unterschiedliche Streckencharakteristiken inner- und außerorts gegeben sind. Ergänzt werden diese Standorte durch mobil einsetzbare SWS, die je nach Use Case flexibel zum Einsatz kommen. Die Verwendung der Messtechnik und Nutzung der erhobenen Daten dient der Versorgung des Testfeld-Kerngebiets mit den stets aktuellen Wetter- und Straßenzustandsdaten. Die Daten werden den Nutzern des Testfelds zum einen in Echtzeit zum anderen als historische Zeitreihen zur Verfügung gestellt. Einsatzgebiete der SWS beim hochautomatisierten und autonomen Fahren können sein:

  • Kalibrierung von fahrzeuginterner Sensorik
  • Erkennen von Systemgrenzen, z. B. schlechte Sichtverhältnisse, Sturm oder Glatteis
  • Optimierung der Fahrzeugnavigation
  • Reichweitenoptimierung für E-Fahrzeuge und E-bikes

Verkehrszählung

Für die Verkehrszählung werden mehrere Seitenradargeräte zum Einsatz kommen, die – je nach Use-Case – an unterschiedlichen Streckenzügen Informationen über Verkehrsmenge, Geschwindigkeitsniveau und Verkehrsdichte liefern. Diese Informationen sind erforderlich, um Zusammenhänge zwischen den Verhaltensweisen automatisierter bzw. autonomer Fahrzeuge, konventioneller Fahrzeuge und verschiedenen verkehrlichen Randbedingungen ableiten zu können.

Lokale Situationsanalyse

Für die lokale Situationsanalyse sind mehrere mobile Videostationen vorgesehen, die entweder über einen definierten Streckenabschnitt oder an Knotenpunkten Verkehrsabläufe aus einer Höhe von ca. 8 m aufzeichnen können. Je nach Fragestellung und datenschutzrechtlichen Randbedingungen können dabei unterschiedliche Aufnahmetypen zum Einsatz kommen. Mögliche Einsatzgebiete können sein:

  • Verhalten automatisierter/autonomer Fahrzeuge in Unfall- bzw. Konfliktsituationen
  • Validierung von Erhebungsdaten aus anderen Erhebungsmethoden
  • Interaktion automatisierter/autonomer Fahrzeuge und allen anderen Verkehrsteilnehmern

Beteiligung an weiteren Arbeitsgruppen

Weiterhin beteiligt sich die Hochschule Karlsruhe –Technik und Wirtschaft in folgenden Themenfeldern:

  • Integration von Daten zum baulichen Straßenzustand in das hochpräzise Kartenmaterial
  • Werkstätten am Standort Bruchsal
  • Definition/Realisierung der Informationssysteme und Integration der Echtzeitauskunft
  • Sicherheit, Rechtsrahmen und Datenschutz
  • Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen zum Testfeld Autonomes Fahren finden Sie auf der Projektseite des FZI.